Oberspreewald-Lausitz: Herbstbesuche bei Unternehmen starten

Herbstbesuche bei Unternehmen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Herbst-Besuche des Landrats bei Unternehmen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz starteten

Im Rahmen seiner traditionellen Herbstbesuche war Landrat Siegurd Heinze in der vergangenen Woche gemeinsam mit Bärbel Weihmann vom Bereich Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung in den ersten fünf von insgesamt elf Unternehmen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz zu Gast: Duräumat-Agrotec Agrartechnik GmH in Neupetershain, Emis Electrics GmbH in Lübbenau, Hochspannungs-Lichttechnik Bernd Ballaschk GmbH in Vetschau, Zeppoil Schwarzheide GmbH sowie Karosseriebau Siegfried Weber in Lauchhammer. In diesem Jahr stehen die Besuche unter dem Schwerpunkt "Unternehmensnachfolge".

Duräumat-Agrotec Agrartechnik GmH in Altdöbern

Bei ihrem ersten Unternehmensbesuch im Stallanlagenbau- und Handelsunternehmen Duräumat-Agrotec Agrartechnik GmH in Neupetershain wurden Landrat Heinze und Bärbel Weihmann von Detlef Höhl, Amtsdirektor des Amtes Altdöbern, begleitet. Geschäftsführer Michael Strauß und Johannes Prinz, Innovationsassistent bei Duräumat-Agrotec führten durch das Unternehmen, welches Ausrüstungen für die Rinder- und Schweineproduktion, Gülle- und Entmistungstechnik sowie komplette Stallhüllen fertigt, und wiesen auf umfangreiche Neuerungen insbesondere hinsichtlich EDV und Logistik hin, die seit dem Wechsel der Geschäftsführung vor dreieinhalb Jahren durchgeführt wurden. Der Unternehmenssitz in Neupetershain, einer von drei Standorten neben Gerbisbach und Bernau, soll weiter ausgebaut werden. Das Unternehmen mit Vertrieb von Mecklenburg-Vorpommern, Berlin bis ins Baltikum und in die Slowakische Republik arbeitet seit mittlerweile 25 Jahren erfolgreich mit GEA zusammen, einem der beiden weltweit größten Hersteller von Melktechnik, und fungiert als deren Fachzentrum. Eines der Themen, die im Gespräch mit Landrat Heinze angesprochen wurden, waren die Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitern wie auch Auszubildenden aus der Region. Das mittelständische Unternehmen mit rund 50 festen Mitarbeitern will gesund weiterwachsen und die Fluktuation gering halten. Von Erfolg ist die konstruktive Zusammenarbeit mit der BTU in Senftenberg gekrönt: so wurde in diesem Jahr ein Kooperationsprojekt der BTU mit Duräumat-Agrotec mit dem zweiten Platz des Lausitzer Wissenschafts-Transferpreis 2016 ausgezeichnet.

Emis Electrics GmbH in Lübbenau

Als nächste Station an diesem Tag stand Emis Electrics GmbH in Lübbenau, Dienstleister für Elektro- und Automatisierungstechnik, auf der Tagesordnung. Das Unternehmen, 1990 von Eberhard Perschk gegründet, begann mit 27 Mitarbeitern und beschäftigt inzwischen rund 500 Angestellte an acht Standorten in Deutschland, darunter 30 Auszubildende und Studierende. Emis Electrics versorgt seit dem Jahr 2000 mit der Tochtergesellschaft EMIS Energy die Rekultivierungsmaßnahmen in den mitteldeutschen Braunkohleregionen mit der dafür notwendigen Energie und ist mittlerweile auch international erfolgreich. Im Gespräch mit den drei Geschäftsführern Christopher Perschk, Daniel Gollasch und Benjamin Oppermann sowie dem Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung der Lübbenauer Stadtverwaltung, Hartmut Klauschk, war die schwierige Fachkräftegewinnung jedoch auch hier ein Gesprächsthema. OSL-Landrat Heinze begrüßte die Initiative des Unternehmens, auf den Ausbildungsmessen der Region um Absolventen zu werben. Neben guten Karriereperspektiven stellt das Unternehmen Auszubildenden bei erfolgreichem Abschluss Prämien sowie eine Übernahmegarantie in Aussicht. Eine ebenso wichtige Aufgabe sei es darüber hinaus, betonten die Geschäftsführer, den Fachkräften, die wieder in ihre alte Heimat zurückkehren möchten, die Region und das Unternehmen schmackhaft zu machen.

Lichttechnik Bernd Ballaschk GmbH in Vetschau

Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Vetschau, Bengt Kanzler, besuchten Landrat Heinze und Bärbel Weihmann im Anschluss die Firma Hochspannungs-Lichttechnik Bernd Ballaschk GmbH mit 13 Mitarbeitern in Vetschau, und wurden von einem weltweit agierenden Unternehmen überrascht. 1993 waren die Geschäftsführer, das Ehepaar Sabine und Bernd Ballaschk weltweit die ersten Anbieter von LED-Feuern zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen, sogenannten LED-Flughindernis­befeuerungsanlagen, und arbeiten seither an deren Entwicklung und Produktion für Kunden im In- und Ausland. Ob für den Skyline Tower in München oder die Kühltürme des Kraftwerkes in Jänschwalde, Ballaschk´s Mitarbeiter liefern und montieren die Lichttechnik für hohe Bauwerke wie etwa Schornsteine, Kühltürme oder Windkraftanlagen. Erfolgreich exportiert das Unternehmen, das auch selbst ausbildet, weltweit, in die USA, Chile, Venezuela oder Israel. Die langjährige Erfahrung bildete nunmehr die Grundlage, gemeinsam mit der Tochterfirma Magic Rainbow Design langlebige LED-Straßenlampen zu entwickeln. "Bei einem Energiebedarf von nur 10 Watt erreichen wir eine Energieeinsparung gegenüber klassischen Leuchtmitteln von ca. 85 Prozent", erläuterte Sabine Ballaschk, Geschäftsführerin und Designerin der neuen Leuchtenlinie.

Zeppoil Schwarzheide GmbH in Schwarzheide

Am Donnerstag, den 20. Oktober 2016 stattete Landrat Heinze gemeinsam mit Bärbel Weihmann dem Unternehmen Zeppoil Schwarzheide GmbH einen Herbstbesuch ab. 2013 wurde das Unternehmen aus der ehemaligen Biopetrol Industries AG herausgelöst und firmiert seitdem unter dem Namen Zeppoil Schwarzheide GmbH mit den Geschäftsführern Rainer Naumann und Petr Loprais. Der Muttergesellschaft Zeppoil, Partnerfirma des tschechischen Chemieunternehmens Spolchemie mit Sitz in Usti nad Labem, war es gelungen, trotz langen Stillstandes die alte Belegschaft zu großen Teilen wieder zu verpflichten. Die rund 20 Frauen und Männer sind zurückgekehrt, obwohl sie in anderen Arbeitsverhältnissen standen. Während vor dem Kauf durch Zeppoil vornehmlich Biodiesel hergestellt worden und Glyzerin ein Nebenprodukt war, konzentriert sich das neue Unternehmen zunächst voll und ganz auf die Herstellung von hochwertigem, technisch raffiniertem Glyzerin, welches in der Folge zu Harzen und Farben weiterverarbeitet wird.

Karosseriebau Siegfried Weber in Lauchhammer

Am selben Tag noch besuchte der Landrat gemeinsam mit Bärbel Weihmann das Unternehmen Karosseriebau Siegfried Weber in Lauchhammer. Bereits vor über 50 Jahren begann die berufliche Laufbahn des Geschäftsführers Siegfried Weber in Lauchhammer - vom Lehrling in der damaligen PGH Raumgestaltung führte sein Weg über die Meisterschule für Karosserie- und Fahrzeugbau zum Betriebsleiter der damaligen PGH Autodienst, bevor er 1990 das Unternehmen gründete. Heute, im 26. Jahr ihres Bestehens, beschäftigt die familiengeführte Firma 12 Mitarbeiter und setzt gleichzeitig auf die Ausbildung eigenen Fachkräftenachwuchses. Alle ausgebildeten Azubis sind im Unternehmen tätig. Ehefrau Ingeborg Weber hält ihrem Ehemann den Rücken frei und ist die gute Seele im Büro. Die im Mai 2004 ausgelagerten Bereiche Mechanik, Reifendienst, Achsvermessung, Stoßdämpfer- und Bremsentest sowie Dekra- Haupt- und Abgasuntersuchung leitet Sohn Rene Weber. Die Firmennachfolge im Unternehmen ist gesichert, denn er wird, so ist es geplant, Ende 2017 das Unternehmen komplett übernehmen. Um sich auf dem Markt zu etablieren und bestehen zu können, wird ständig in neue Technik und Schulungen investiert. Die Arbeit mit jungen Praktikanten und Auszubildenden hat einen hohen Stellenwert im Unternehmen, so wird Schülern im Rahmen von Betriebspraktika die Möglichkeit gegeben, ihre Neigungen und Fähigkeiten für die spätere Berufswahl auszuprobieren. Auch für ausländische Praktikanten öffnet Geschäftsführer Weber seine Türen. In Zusammenarbeit mit dem Oberstufenzentrum in Lauchhammer waren im Jahr 2015 zwei Praktikanten aus Holland im Bereich Karosserie und Fahrzeugbaumechaniker tätig. Über die Lehrausbildung und die Abnahme der Gesellenprüfung hinaus haben Jugendliche im Unternehmen die Möglichkeit, sich in der Berufspraxis auszuprobieren. Ein Jugendlicher aus Spanien absolvierte im Rahmen des EU-Projektes "Praxis-Lernen" ein Praktikum im Unternehmen. Mit vielseitigem Engagement leistet Weber einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und darüber hinaus. Er ist Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Lauchhammer und Innungsobermeister Karosserieinstandsetzung im Landesinnungsverband des Brandenburgischen Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerks sowie Mitglied im Vorstand der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft Finsterwalde.

Quelle: PM Landkreis Oberspreewald-Lausitz