IHK Konjunkturumfrage Herbst 2016

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Auswertung der Konjunkturumfrage Herbst 2016 der IHK Cottbus

Fachkräftemangel wird als größtes Risiko für die Konjunktur gesehen

Die Südbrandenburger Wirtschaft befindet sich aktuell in guter Verfassung. Die weiteren Aussichten sind moderat, das Investitionsklima ist gut und es bestehen positive Beschäftigungsperspektiven. Das ergibt die Auswertung der Konjunkturumfrage Herbst 2016 (PDF) der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Bei der aktuellen Geschäftslage liegt der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen bei den befragten Unternehmen mit 46 Prozentpunkten deutlich im Plus. Hauptimpulsgeber für das Wachstum ist nach wie vor der Binnenmarkt. Steigende Beschäftigtenzahlen, höhere Einkommen und stabile Preise beleben den privaten Konsum.

Bei den Geschäftserwartungen prognostizieren die Unternehmen eine moderate Entwicklung. Allerdings hat die Skepsis im Verlauf des Jahres leicht zugenommen.

Für 54 Prozent der Befragten ist der zunehmende Fachkräftemangel das konjunkturelle Hauptrisiko. Gegenüber dem Herbst 2012 hat sich dieser Anteil um 22 Prozent erhöht. An zweiter Stelle sehen die Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Geschäftsrisiko - z. B. Steuer- und Rentenpolitik. Obwohl bei den Erwartungen in allen Branchen die Unsicherheit zu spüren ist, kann dennoch mit einem Wachstum gerechnet werden.

"Zur ausgezeichneten Lage trägt auch das deutschlandweite Konjunktur-Doping durch den niedrigen Ölpreis und die niedrigen Zinsen bei. Die Wachstumsdynamik lässt jedoch nach. Das heißt, wir dürfen uns keinesfalls zurücklehnen - insbesondere bei dem Thema Fachkräfte und bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen", erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. "Ein besonderes Risiko für unsere Region besteht zudem in der strukturelle Exportschwäche von Südbrandenburg in Verbindung mit dem laufenden Strukturwandel in der Lausitz."

Konjunkturergebnis Industrie

In der Industrie hat sich die Lage im Vergleich zur Vorjahresumfrage verbessert. Vor allem die anhaltend hohe Inlandsnachfrage hat zu dem Aufwärtstrend beigetragen. Die Geschäftsaussichten der Industrie sind hingegen etwas gedämpfter. Das Hauptrisiko sehen die Befragten beim Inlandsabsatz. Trotz der Bedenken planen die Unternehmen die Investitionsausgaben und die Beschäftigungszahlen zu erhöhen.

Konjunkturergebnis Baugewerbe

Das Baugewerbe verzeichnet das beste Umfrageergebnis der letzten zehn Jahre. Maßgeblichen Anteil daran hat der Wohnungsbau. Im öffentlichen Bau - vor allem im Straßenbau - verliefen die Geschäfte allerdings schwächer. Die Erwartungen des Baugewerbes sind saisonbedingt etwas verhaltener als die Lagebewertungen. Das größte Zukunftsrisiko für die Branche ist der Fachkräftemangel. Schon jetzt können 27 Prozent der Unternehmen offene Stellen nicht besetzten.

Konjunkturergebnis Handel

Der Handel ist aktuell in sehr guter Verfassung. Bei den Einzelhändlern haben sich auf Grund der hohen Konsumbereitschaft der Verbraucher die Umsätze zum Teil deutlich erhöht. Die Großhändler freuten sich über eine gestiegene Nachfrage der gewerblichen Wirtschaft. Dem zukünftigen Geschäftsverlauf sieht der Handel zwar skeptischer entgegen, die Mehrheit geht aber davon aus, dass erreichte Niveau zu halten. Die Beschäftigungs- und Investitionsbereitschaft der Händler hat zugenommen.

Konjunkturergebnis Dienstleistungsgewerbe

Das Dienstleistungsgewerbe ist weiterhin Wachstumstreiber in Südbrandenburg. Die gute Lage der Industrie und des Baugewerbes bescherten den unternehmensnahen Dienstleistern höhere Auftragseingänge. Die privaten Dienstleister profitieren von der guten Konsumlaune der Verbraucher. Auch das Verkehrsgewerbe verzeichnet einen erfolgreichen Geschäftsverlauf. Die Geschäftsaussichten der Dienstleister sind freundlich, dies zeigen auch die Investitionspläne. Probleme bereitet allerdings fehlendes Fachpersonal.

Der Kammerbezirk der IHK Cottbus umfasst die kreisfreie Stadt Cottbus sowie die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

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Quelle: IHK Cottbus