Digitalisierung im Brandenburg-Tourismus

Digitalisierung ist auch im Tourismus der Schlüssel zum Erfolg

Das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) ermahnt die touristischen Betriebe trotz des engen finanziellen Spielraums die Chancen des digitalen Erfahrungsaustausches und des Wissensmanagements zu nutzen. Der Fachkräftemangel bereitet auch in diesem Bereich Probleme.

Der Geschäftsführende Präsident des OSV, Dr. Michael Ermrich: "Service für Gäste beginnt nicht erst bei der Ankunft, sondern bereits bei der Planung der Reise. Hier müssen wir die Kunden mit einem vernetzten Angebot überzeugen. Gleichzeitig profitieren die Betriebe vom virtuellen Erfahrungsaustausch. Digitalisierung ermöglicht eine intensivere Zusammenarbeit innerhalb der Destination. Es geht um einen Zusatznutzen für den Gast mit Hilfe moderner, digitaler Informations- und Kommunikationstechnologie."

Brandenburg erkennt Bedeutung des digitalen Wandels

Insgesamt rechnen 60 Prozent der Tourismusakteure in Ostdeutschland mit einer zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung im Marketing.

54 Prozent der Befragten gehen von einer Bedeutungszunahme im Vertrieb aus, nur 38 Prozent im Bereich Produkt-/Service und 29 Prozent im Bereich Betriebsabläufe. Dies verdeutlicht eine aktuelle Befragung des Tourismusbarometers.

Die Tourismusakteure in Brandenburg entsprechen in ihren Einschätzungen sehr stark dem Durchschnitt in Ostdeutschland. Lediglich im Bereich Betriebsabläufe ist der Wert in Brandenburg überdurchschnittlich.

74 Prozent der Verantwortlichen in den ostdeutschen Destinationen sehen Chancen im digitalen Wandel. Die Destinationen in Brandenburg sind sogar noch etwas optimistischer: 77 % sehen primär die Vorteile der Digitalisierung.

Implementierung von Digitalisierungsprozessen schwierig

Trotz des Wissens um die wachsende Bedeutung fühlen sich viele Betriebe und Destinationen mit der Implementierung von Digitalisierungsprozessen überfordert.

Mehr als ein Drittel der ostdeutschen Touristiker nennen personelle und finanzielle Hemmnisse. Jeder Fünfte fühlt sich gegenwärtig unzureichend vorbereitet auf den digitalen Wandel. Keine einzige ostdeutsche Tourismusdestination sieht sich gerüstet, den digitalen Wandel mit den bestehenden Ressourcen gut zu bewältigen.

In Brandenburg ist der Anteil der Skeptiker größer als im ostdeutschen Durchschnitt. Fast jeder zweite Tourismusakteur (48 Prozent) sagt, dass er sich sowohl personell als auch finanziell nur mittelmäßig vorbereitet fühlt.

Der Anteil der Institutionen, die keine Strategie für den digitalen Wandel haben, ist in Brandenburg im ostdeutschen Vergleich mit Abstand am höchsten (37 Prozent). Ostdeutschlandweit haben 23 Prozent keine Digitalisierungsstrategie.

In den Tourismusinstitutionen, in denen eine Digitalisierungsstrategie umgesetzt wird, ist die Aufgabe ostdeutschlandweit in 30 Prozent der Destinationen Chefsache, in Brandenburg sogar fast in jeder zweiten Einrichtung.

Digitaler Tourismus ist Aufgabe des gesamten Unternehmens

Wer die Chancen der Digitalisierung ausschöpfen will, der muss Arbeitsabläufe und traditionelle Tourismusstrukturen in Frage stellen. Im Kern fokussiert sich der digitale Wandel auf die drei Kernbereiche "Markenführung", "Datenmanagement" und "Gästeservice".

Zahlreiche Akteure auf unterschiedlichen Ebenen werben gleichzeitig um den Gast und versprechen "unverwechselbare Urlaubserlebnisse", kritisiert das Barometer. Dies führt zu parallelen Prozessen und Doppelarbeiten. Entscheidend für den künftigen Erfolg ist es, Prioritäten und Schwerpunkte in Form einer intelligenten Arbeitsteilung gemeinsam und verbindlich festzulegen.

Nur im Miteinander der verschiedenen Ebenen - vom Landesmarketing über die Destinationen bis zu den Orten und Betrieben - sowie der immer wichtiger werdenden externen Partner, wie zum Beispiel Themenportale, Vertriebskanäle und Mobilitätsanbieter, können die digitalen Herausforderungen gemeistert werden. Die Digitalisierung hilft somit, betriebsinterne Prozesse effizienter zu gestalten und damit Ressourcen zu sparen. Gleichzeitig bietet sie die Chance, dem Gast individuellere Angebote zu unterbreiten.

Das Tourismusbarometer

Das Sparkassen-Tourismusbarometer untersucht Trends und Entwicklungen in der ostdeutschen Tourismuswirtschaft. Gestartet wurde es 1998 in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und in Thüringen. Mittlerweile ist es als Monitoring-Instrument eine unverzichtbare Orientierungshilfe, die auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Saarland und Westfalen-Lippe zum Einsatz kommt.

Weitere Informationen zum Tourismusbarometer im Internet unter: www.tourismusbarometer.de

Quelle: Ostdeutscher Sparkassenverband