25. Lehde-Fest im Spreewald

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Spreewalddorf Lehde feiert 25. Jubiläumsfest am 24. und 25.9.2016

Pukalle und Kähne - Vogelsänger beim 25. Lehde-Fest

Lehde - Eines der authentischsten wendisch-sorbischen Dörfer feiert am Tag der Regionen auch ein Jubiläumsfest: Am kommenden Sonnabend (25. September) wird Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger auf Einladung des örtlichen Fördervereins in Lehde das 25. Lehde-Fest eröffnen. Der Verein Lehde e.V. versteht sich als "Verein zur Erhaltung und Förderung" des Spreewalddorfs.

Auf der "Festmeile" wird auch das Biosphärenreservat Spreewald mit einem Informations- und Kinderaktionsstand vertreten sein. Durch das Biosphärenreservat Spreewald wird ein Stand auf der Festwiese in der Nähe des Lehder Feuerwehrdepots mit Informationen über das Schutzgebiet und mit Angeboten für Kinder, die sich auf die Tier- und Pflanzenwelt im Spreewald beziehen, betreut. Die Kinder können malen, rätseln und sich eine eigene Libellenmaske mit riesigen Komplexaugen basteln.

Ein besonderes Angebot für ältere Grundschüler ist das Juniorranger-Entdeckerheft des Biosphärenreservats Spreewald. Das Heft ist ein spannender Begleiter für Kinder und Familien, die das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald individuell kennen lernen wollen. Auf 40 Seiten bietet es kindgerecht aufgearbeitetes Spreewald-Wissen, Naturinformationen, Bastelvorlagen und nicht zuletzt Entdeckertipps sowohl für den Ober- als auch für den Unterspreewald. Wie ein grüner Faden ziehen sich kniffelige Rätsel durch das Heft, deren Lösungen es am Ende ermöglichen, den Entdecker-Code zu knacken. Dafür erhalten die Kinder das Eulen-Abzeichen der Junior-Ranger zum Aufbügeln und eine Urkunde.

Eine Besonderheit auf dem Fest wird das Pukalle-Schießen. Die Pukalle ist ein etwa 50 Zentimeter langer ausgehöhlter Holunderstab (Durchmesser zirka zwei Zentimeter) mit einem Stößel. Als Munition dienen Kugeln aus Kalmuswurzeln, Kartoffeln oder Kürbis, mit denen dann auf Büchsen geschossen wird- ein Spiel für Erwachsene.

Die Kahnbauerei hat im Spreewald eine lange Tradition. Im Spreewalddorf Lehde wurde 1884 die Kahnbauerei von Carl Richter gegründet. Der Großvater von Karl Georg Koal baute 1905 die erste Kahnbauwerkstatt, die noch heute im Freilandmuseum in Lehde zu besichtigen ist. In dieser historischen Werkstatt wurden noch bis 1992 Holzkähne von Karl Georg Koal, dem Enkel des Erbauers, gefertigt. Nach dem Tod des Gründers ruhte der Kahnbau in der Familie Koal für eine Generation. Der Sohn Karl Johann Koal widmete sich ausschließlich dem Anbau und der Verarbeitung von Meerrettich. Erst der Enkel Karl Georg Koal absolvierte wieder eine Tischlerausbildung. Das alte Handwerk zum Bau eines Holzkahns schaute er sich beim Kahnbauer Karl Kolkwitz ab, denn der Holzkahnbau ist ein Abguckberuf, den man nicht einfach so erlernen kann. 1982, mit Abschluss der Tischlermeisterausbildung, belebte Karl Georg Koal das alte Handwerk in Lehde wieder und gründete seine eigene Werkstatt. So werden auch jetzt noch in der Kahnbauerei Koal Spreewaldkähne nach historischen Schablonen, die noch nach Fuß gemessen werden, angefertigt. Dazu wird 120 bis 140 Jahre gewachsenes Kiefernholz verwendet. Die Kahnseiten werden wie früher traditionell über offenem Feuer gebogen, bis sie ihre richtige Form haben. Zum Schluss wird der fertige Holzkahn dünnschichtig mit Kienteer gestrichen. Danach ist er wasserfertig und hält je nach Pflege zwischen fünf und vierzig Jahre. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war die Auftragslage gut. In den Sommermonaten wurden in Spitzenzeiten bis zu drei Holzkähne pro Woche gefertigt. Heute sind es nur noch drei bis fünf im Jahr. Inzwischen wurden die traditionellen Holzkähne durch preiswertere, aber auch haltbarere und nicht so pflegeintensive Aluminiumkähne verdrängt. Die tun zwar auch ihren Dienst, doch gehört zum Bild einer authentischen Spreewaldfahrt ein Holzkahn genauso dazu wie die nach sorbischer Tradition kreisrund gestellten Heuschober. Das Unternehmen von Karl Georg Koal ist der einzige Kahnbaubetrieb im gesamten Spreewald, der beide Materialien, Holz und Aluminium zum Bau seiner Kähne verwendet.

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Erhalt traditioneller Landwirtschaft im Spreewald

Spreewaldtourismus und Landwirtschaft gehen gerade in Lehde eine enge Verbindung ein. Zum Erhalt der spreewaldtypischen Landschaft hat das Agrar- und Umweltministerium eine eigene Förderrichtlinie im Rahmen des EU-Agrarfonds ELER aufgelegt. Gerade auch Landwirte in der Gemarkung Lehde erhalten hierrüber eine zusätzliche Unterstützung. Das Ziel des Förderprogramms ist der Erhalt einer durch kleinteilige Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft. Bei der Bewirtschaftung und Pflege von Spreewaldwiesen darf die Einzelflächengröße von drei Hektar nicht überschritten werden. Die Parzelle muss eine Mindestgröße von 0,02 Hektar aufweisen. So wird ein Ausgleich von Einkommensverlusten gezahlt, der durch die Bewirtschaftung von zersplitterten und zum Teil nur über den Wasserweg erreichbaren Kleinstflächen, die einen hohen Grundwasserstand aufweisen, verursacht wird. Die Flächen müssen Teil der ausgewiesenen Gebietskulisse im Landschaftsschutzgebiets Biosphärenreservat Spreewald sein. Gefördert wird die erschwerte Bewirtschaftung und Pflege von Spreewaldwiesen (Mäh- oder Standweide): Die Zuwendung beträgt jährlich bei Mähnutzung oder Mähweide mit Technikeinsatz und Landtransport 75 Euro je Hektar, bei Flächen, die nur über den Wasserweg erreichbar sind sogar 180 Euro je Hektar. Standweide wird mit 50 Euro je Hektar bezuschusst. Für das Antragsjahr 2015 haben 125 Antragsteller über diese Förderrichtlinie für rund 2.100 Hektar eine solche Ausgleichszahlung in Höhe von rund 160.000 Euro erhalten.

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg