Tourismus durch Neuordnung der Wasserstraßen gefährdet

Neuordnung der Brandenburger Wasserstraßen

Leisten auch Sie Ihren persönlichen Beitrag zur Entwicklung des Wassertourismus und unterstützen die Petition der Wasserstourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost.

Mit mehr als 130 Seen und 8.800 ha Wasserfläche sind das wunderschöne Dahme-Seenland vor den Toren Berlins und der einzigartige Spreewald vom Wasser aus besonders reizvoll. Der Landkreis Dahme-Spreewald ist eine der wasserreichsten Regionen in Brandenburg. Zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern bildet Brandenburg das größte zusammenhängende Wasserrevier in Europa, welches eine herausragende Position in der Binnenschifffahrt und im Wassersport in Deutschland einnimmt.

Doch für Freizeitkapitäne und sportlich Aktive ist das Ausflugsvergnügen seit Monaten getrübt, denn die zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes verkürzte die Schleusenöffnungszeiten. Touristen fühlen sich ausgebremst. Die regionale Wirtschaft befürchtet beträchtliche Umsatzeinbußen.

Die Bundesregierung tritt bei dringend notwendigen Investitionen in Brücken, Schleusen und Uferwänden weiter auf die Bremse und verhindert Wachstum in den oft strukturschwachen Regionen. Hintergrund ist die Unterteilung deutscher Wasserstraßen. So fließen größere Investitionen nur in Wasserstraßen mit hohem Güterverkehrsaufkommen, während ostdeutsche Wassersportreviere finanziell austrocknen.

Mit einer Petition wendet sich jetzt die Arbeitsgemeinschaft Wassertourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost (AG WISO) an den Deutschen Bundestag und spricht sich nicht nur gegen die Verkürzung der Schleusenzeiten aus. "Wir fordern vom Bund, dass er Bundeswasserstraßen ebenso wie Bundesfernstraßen für alle Nutzer baut und unterhält. Güter- und Personentransport, Sport- und Freizeitschifffahrt, der Wassertourismus sowie die grenzüberschreitende Vernetzung von Revieren sollen gleichrangig berücksichtigt werden und nicht nach ihrer Verkehrsart getrennt werden", zitiert WISO-Chef Dr. Eckhard Fehse.

Zu den Forderungen gehören nutzerfreundliche Schleusenöffnungszeiten. Durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin wurden seit dem Frühjahr
2015 die Betriebszeiten der Schleusen an der Dahme-Wasserstraße und an den Storkower Gewässern wochentags auf 18 und an den Wochenenden auf 19 Uhr begrenzt - zuvor war bis 22 Uhr geöffnet.

Die Schleuse in Neue Mühle bei Königs Wusterhausen, welche jährlich von etwa 20.000 Wasserfahrzeugen passiert wird, ist der einzige Zugang auf dem Wasserweg von Berlin in die Ostbrandenburger Gewässer. Vor allem an den Sommerwochenenden kommt es auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens zu erheblichen Wartezeiten. "Das Wassersportrevier ist durch diesen Zustand bereits jetzt unattraktiver für Wassertouristen geworden", beklagt Dahme-Spreewald Landrat Stephan Loge. Nicht nur Ausflügler, auch Einheimische, bekommen die Auswirkungen kürzerer Schleusenöffnungszeiten zu spüren. "Nach Feierabend noch mit dem Boot rausschippern - das verliert an Attraktivität", so eine Einwohnerin beim Pressetermin der AG WISO Mitte August in Wendisch Rietz.

"Durch die Zurückstellung dringend notwendiger Schleusenerneuerungen und die Reduzierung der Schleusenbetriebszeiten entstehen massive Einschränkungen für die Personenschifffahrt, die Tourismuswirtschaft, den Leistungs- und Breitensport und die Lebensqualität der Einwohner im Landkreis Dahme-Spreewald sowie darüber hinaus", resümiert Loge. Der Landrat forderte den Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt nochmals dazu auf, die im Jahr 2015 verkürzten Betriebszeiten der Schleusen Neue Mühle, Kummersdorf, Storkow und Wendisch Rietz zurückzunehmen und die Öffnungszeiten in den Sommermonaten bis 22 Uhr sicherzustellen.

Der Wassertourismus sowie die Sport- und Freizeitschifffahrt tragen in den etablierten Wassertourismusdestinationen erheblich zur regionalen Wertschöpfung bei. "Wasserstraßen sind Lebensadern - Einschränkungen bedeuten einen enormen Verlust von Lebensqualität und Infrastrukturqualität im ländlichen Raum", kommentiert Loge.

Leisten auch Sie Ihren persönlichen Beitrag zur Entwicklung des Wassertourismus und unterstützen die Petition der Wasserstourismusinitiative Brandenburg Süd-Ost.

Die Petition ist bis zum 07. Oktober 2016 im Onlineportal des Bundestages veröffentlicht.

Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2016/_08/_24/Petition_67329.html

Findet die Petition mindestens 50.000 Unterstützer, muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages in öffentlicher Sitzung mit deren Inhalt befassen. Bundesweit soll das Papier der Deutsche Tourismusverband publik machen.

Weitere Informationen: www.ag-wiso-brandenburg.de.

Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald