Beschäftigten der Cottbuser Thiem-Service GmbH von Altersarmut bedroht

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Cottbus - Protestaktion der Beschäftigten der Thiem-Service GmbH am 13.09.2016 zwischen 9 Uhr und 10 Uhr

Für ca. 80% der Beschäftigten soll der Stundenlohn nur um 12 Cent bzw. um 1,31% erhöht werden.

Bei dem Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Thiem-Service GmbH (TSG) kommt es am Dienstag, den 13.09.2016 zwischen 9 Uhr und 10 Uhr zur ersten Protestaktion der Beschäftigten vor dem neuen Eingang zum Klinikum.

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die Beschäftigten der TSG einen Tarifvertrag wie er für die Beschäftigten des Carl-Thiem-Klinikums (CTK) gilt. "Die Servicemitarbeiterinnen der TSG arbeiten auf den Stationen des CTK Hand in Hand mit dem Pflegepersonal bei der Betreuung der Patienten. Es gibt daher keine Rechtfertigung dafür, dass der Tarifvertrag mit dem Carl-Thiem-Klinikum nicht gleichzeitig auch für die Beschäftigten der TSG gelten soll", so der ver.di-Verhandlungsführer Ralf Franke. "Wer bei der TSG beschäftigt wird, ist von Altersarmut bedroht, dies kann nur durch einen Tarifvertrag, wie er für das CTK gilt, oder durch Eingliederung in das CTK behoben werden", so Franke weiter.

Die ver.di-Tarifkommission hatte das Arbeitgeberangebot als nicht verhandelbar abgelehnt, weil für ca. 80% der Servicemitarbeiterinnen, die schon mindestens 2 Jahre und länger beschäftigte sind, das Stundenentgelt nur um 12 Cent (somit nur um 1,31%) von derzeit 9,18 EUR auf 9,30 EUR erhöht werden sollte. Der überwiegende Teil der Beschäftigten hat nur eine Arbeitszeit von 32,5 Stunden pro Woche. Mit dem Arbeitgeberangebot würde sich bei den Servicemitarbeiterinnen, die schon mindestens 2 Jahre und länger beschäftigte sind, das Monatsentgelt bei einer Arbeitszeit von 32,5 Stunden pro Woche nur um 16,96 EUR brutto (netto noch weniger) erhöhen.

Dieses Angebot war und ist nicht verhandelbar und ist nicht wertschätzend. Die TSG hatte zwar zusätzlich eine Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) von 40% des Monatsentgeltes angeboten, jedoch erhalten die Beschäftigten des CTK 80% des Monatsentgeltes als Jahressonderzahlung.

Die Arbeitgeberseite, vertreten durch den Geschäftsführer Dr. Brodermann, hatte es abgelehnt, die im Tarifvertrag des CTK geltenden Regelung, wie Urlaub, Sonderurlaub, Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld), bezahlte Freistellungen und Altersversorgung auf die Beschäftigten der TSG zu übertragen. Die Geschäftsführung will weiterhin, dass in der TSG schlechtere Arbeitsbedingungen gelten als im CTK.

Dafür gibt es aber keine Rechtfertigung!

Die Arbeitgeberseite hatte die Tarifverhandlungen am 06.09.2016 abgebrochen, weil die ver.di-Tarifkommission das Arbeitgeberangebot als nicht verhandelbar erklärt hatte. Die Gewerkschaft ver.di fordert die Übernahme des CTK-Tarifvertrages und die sofortige Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen.

Quelle: ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft