Ahoj sousede. Hallo Nachbar. Grenzübergreifende Kooperation Sachsen - Tschechien

Grenzübergreifende Kooperation Sachsen - Tschechien auch in neuer Förderperiode gut angelaufen

Sachsen und Tschechien sind erfolgreich bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Nach der positiven Bilanz des Kooperationsprogramms in der vergangenen EU-Förderperiode ist auch für die Jahre 2014 bis 2020 die Zusammenarbeit gut angelaufen. "Schon jetzt haben 41 grenzübergreifende Projekte einen Zuwendungsvertrag erhalten. Insgesamt 60 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung wurden bereitgestellt", sagte Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt im Zusammenhang mit der heute (12. September 2016) in Novy Oldřichov (Bezirk Liberec) stattfindenden Jahresveranstaltung. "Der gute Neustart ist der Erfolg der konstruktiven und engen Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Nachbarn. Das große gegenseitige Vertrauen ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, grenzübergreifend zu denken und die Verantwortung für Projekte mit mehreren Partnern von beiden Seiten der Grenze zu übernehmen."

Bei der Veranstaltung werden Ergebnisse von grenzübergreifenden Vorhaben aus der vorangegangenen Förderperiode präsentiert sowie neue Projekte, die im Rahmen der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 die Umsetzung begonnen haben. Eine Vor-Ort-Exkursion zu einem gemeinsamen Projekt der Gemeinden Reichenbach in der Oberlausitz und Okrouhlá sowie die "Hausmesse" im Zentrum für Bildung und Kultur in Novy Oldřichov stehen im Mittelpunkt dieses Tages. Insgesamt stellen sich 22 grenzübergreifende Projekte vor und laden die Veranstaltungsteilnehmer zum Rundgang und Gespräch mit den Kooperationspartnern ein.

Reichenbach in der Oberlausitz und Okrouhlá informierten über ihr Projekt "Die grüne Brücke", in dem ökologische Lehrpfade errichtet und zweisprachige Hinweis- und Standtafeln zu Themen wie "Gesteine", "Wasserkreislauf" sowie "Heimische Fauna und Flora" aufgestellt wurden. Workshops, Exkursionen und Veranstaltungen zu ökologischen Themen rundeten das Vorhaben ab. Dafür erhielten die Partnerkommunen Fördermittel in Höhe von rund 458 Tausend Euro. Ein Beispiel aus der aktuellen Förderperiode (2014-2020) ist das Projekt "Resibil - Wasserressourcenbilanzierung und -resilienzbewertung im Ostteil des sächsisch-tschechischen Grenzraums". Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) untersucht dabei zusammen mit seinen tschechischen Kooperationspartnern, dem Wasserforschungsinstitut und dem Tschechischen Geologischen Amt in Prag, die Widerstandsfähigkeit von Grundwasserressourcen und Wasserversorgung. Hierzu entwickeln die Einrichtungen geologische und hydrogeologische Modelle und stellen Klimaprojektionen auf. Das Projekt unterstützt die Arbeit des Ständigen Ausschusses in Sachsen in der Deutsch-Tschechischen Gewässerkommission. Die EU beteiligt sich mit rund zwei Millionen Euro an der Finanzierung des Vorhabens.

In der sich anschließenden Konferenz berichten ausgewählte Kooperationspartner über ihre Erfahrungen bei der grenzübergreifenden Umsetzung der Projekte.

Der Begleitausschuss, das binational besetzte Entscheidungsgremium, berät in den kommenden beiden Tagen (13. und 14. September 2016) in Novy Oldřichov über weitere 33 Projektanträge. Unter Berücksichtigung der bereits bereitgestellten 60 Millionen Euro stehen derzeit noch rund 98 Millionen Euro EFRE-Mittel für Projektförderungen zur Verfügung.

Hintergrund:

In der abgelaufenen Förderperiode konnten über das Ziel 3-Programm mehr als 200 Projekte in den grenznahen Bereichen von Sachsen und Tschechien mit rund 207 Millionen Euro unterstützt werden. Die geförderten Projekte kamen aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Bildung, Kultur, Wirtschaft, Tourismus und Verkehr bis hin zur Zusammenarbeit von Polizei, Rettungswesen, Brand- und Katastrophenschutz.

Das aktuelle Kooperationsprogramm der Strukturfondsperiode 2014-2020 fördert Projekte in den Bereichen Hochwasser-, Brand- und Katastrophenschutz, Innere Sicherheit, Erhaltung und Nutzung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes, grenzübergreifender Tourismus, Umweltschutz, Bildung sowie zur Unterstützung des interkulturellen Dialogs und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Die Gesamtmittel in Höhe von 186 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie nationalen Beiträgen aus den beiden benachbarten Ländern.

www.sn-cz2020.eu

Quelle: SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft