Höchste Anerkennung für Geopark Muskauer Faltenbogen / Luk Muzakowa

Geopark Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa

Würdigung des Geoparks Muskauer Faltenbogen / Luk Muzakowa als UNESCO-Projekt

Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger wird am kommenden Sonnabend (28. Mai) im sächsischen Bad Muskau der Vertreter der Landesregierung beim feierlichen Festakt anlässlich der Auszeichnung des deutsch-polnischen Geoparks Muskauer Faltenbogen / Luk Muzakowa als "UNESCO Global Geopark" sein. Für die beiden anderen Partner des Drei-Regionen-Projekts sind die Marschallin der polnischen Wojewodschaft Lubuskie, Elżbieta Anna Polak, und der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, dabei.

Vogelsänger: "Von Anfang an hat sich der Geopark in vorbildlicher Weise als deutsch-polnisches Gemeinschaftsvorhaben etabliert und der Region internationale Aufmerksamkeit gebracht. Mit der Übergabe der Urkunde würdigt die UNESCO nun auch offiziell die einzigartige geologische, wirtschaftliche und kulturgeschichtliche Entwicklung dieses Grenzen überwindenden Projekts."

Höchste Anerkennung

Am 17. November 2015 hatte die UNESCO-Generalversammlung in Ergänzung zu den bestehenden Welterbe- und Biosphärenreservats-Programmen ein Geopark-Programm beschlossen. Mit Befürwortung und Zustimmung durch das Auswärtige Amt ist der deutsch-polnische Geopark Muskauer Faltenbogen / Łuk Mużakowa als einer von insgesamt sechs Global Geoparks Deutschlands Gründungsmitglied dieses Programms geworden. Aus diesem Anlass werden am 28. Mai die Mitgliedsurkunden feierlich übergeben. Der neue Status stellt die Akteure des Geoparks vor neue Herausforderungen, denn es gilt, den Muskauer Faltenbogen grenzüberschreitend weiterzuentwickeln und den Tourismus in den vorwiegend ländlich geprägten Gebiet zu fördern.

In diesem Zusammenhang haben der Landkreis Spree-Neiße, das Amt Döbern-Land und die Gemeinden die weitere Geopark-Entwicklung in das Regionale Entwicklungskonzept (REK) Cottbus-Guben-Forst eingebracht. Anfang 2016 erhielt das vom Amt Döbern-Land und weiteren Partnern im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbe (SUW) eingereichte Geopark-Projekt mit einem Finanzumfang von 3,3 Millionen Euro den Zuschlag.

Bereits seit 1994 gab es die Idee, den heutigen Geopark Muskauer Faltenbogen grenzüberschreitend aufzubauen, um die durch die Eiszeit geprägte Natur- und Kulturlandschaft zu bewahren, der Öffentlichkeit bekannt zu machen und touristisch zu erschließen. Auf der Grundlage eines Masterplans entstand in der Zeit von 2003 bis 2004 im brandenburgischen Teil des Geoparks ein Radwege- und Informationssystem. In dieser Zeit gründeten sich in Polen und Deutschland Fördervereine, die die bis heute bestehende Geopark-Struktur prägten. Im Jahr 2006 wurde der Muskauer Faltenbogen als siebenter Nationaler Geopark Deutschlands zertifiziert.

Deutsch-polnische Identität

2009 konnte die Neißetalbrücke in Zelz-Siedlec übergeben werden, die seitdem eine kurze Verbindung zum polnischen Geoparkteil für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht. Im selben Jahr wurde der Muskauer Faltenbogen als erster Nationaler Geopark in Polen anerkannt. Mit der Aufnahme ins Europäische Geopark-Netzwerk im Jahr 2011 erhielt der Muskauer Faltenbogen seine deutsch-polnische Identität.

Maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Geoparks hat Prof. Rolf Kuhn, der frühere Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land. Über viele Jahre förderte er durch seine intensive deutsch-polnische Netzwerkarbeit kontinuierlich und zielorientiert den Aufbau.

Mit dem Aufbau einer unabhängigen Trägerstruktur sollen langfristig eine unabhängige Finanzierung sowie eine stabile binationale Verwaltungsarbeit gesichert werden.

Quelle: Pressestelle Landkreis Spree-Neiße und Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg