Wirtschaft der Niederlausitz solide aufgestellt

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Gutes Geschäftsniveau bei vorsichtigen Wachstumsprognosen in der regionalen Wirtschaft

Laut Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus ist die Wirtschaft in Südbrandenburg solide aufgestellt.

Die Umfrage ergab im Durchschnitt ein positives Stimmungsbild der Geschäftslage. So hat sich der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der wirtschaftlichen Lage im Vergleich zum Jahresbeginn 2016 zwar um 12 Prozent verringert, liegt aber mit 35 Prozentpunkten weiterhin deutlich im Plus. Vor allem die anhaltend hohen privaten Konsumausgaben und die bislang niedrigen Energie- und Rohstoffkosten stützen die wirtschaftliche Entwicklung. Davon profitieren nahezu alle Wirtschaftsbereiche.

In Hinsicht auf die Geschäftserwartungen bleiben die Südbrandenburger Unternehmen für den weiteren Geschäftsverlauf zuversichtlich. 23 Prozent der Befragten erwarten einen besseren und 57 Prozent einen gleichbleibenden Geschäftsverlauf. Industrie, Dienstleister und Handel zeigen sich optimistisch, das erreichte Niveau zu halten. Das Baugewerbe geht von einem Wachstum aus.

Dennoch sehen die Unternehmen Risiken für die weitere Entwicklung. Für mehr als 50 Prozent der Befragten sind das höchste Geschäftsrisiko die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die Unternehmen sind verunsichert und fragen sich, wie sich die politische Landschaft in Zukunft in Deutschland gestalten wird und welche Auswirkungen für die Wirtschaft damit verbunden sind. Deutlich zugenommen hat der Anteil von Unternehmen, die im Fachkräftemangel eine Bremse für die Entwicklung sehen.

Bei den Investitionen bleiben die Unternehmen eher vorsichtig und planen in der Mehrheit gleichbleibende Ausgaben. Die Beschäftigtenzahl wird sich voraussichtlich insgesamt leicht erhöhen.

"Unsere Konjunkturumfrage zeichnet ein positives Bild was die aktuelle Geschäftslage der Südbrandenburger Unternehmen betrifft - allerdings mit leichten Einschnitten. Treibende Kräfte sind der starke industrielle Binnenmarkt, von dem auch der Großhandel profitiert sowie ein kräftiges Wachstum im privaten Wohnungsbau. Dieses geht einher mit einem hohen Geschäftsniveau der Immobiliendienstleister", fasst Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, zusammen. "Die Geschäftserwartungen fallen ebenfalls optimistisch, wenn doch weitaus nüchterner aus. Als Unsicherheitsfaktoren sehen die Unternehmen die Klimapolitik der Bundesregierung, den damit verbundenen Strukturwandel in der Region und auch zunehmend den Fachkräftemangel. Hier gilt es, entschlossen gegenzusteuern", mahnt Dr. Krüger an.

IHK-Konjunkturergebnisse nach Branchen

Die Industrie beurteilt in der Mehrheit die aktuelle Lage mit gut. Besonders der Binnenmarkt hat der Industrie ein Wachstum beschert. Schwach verliefen auf Grund der internationalen Krisen und der verhaltenen Entwicklung der Weltwirtschaft hingegen die Auslandsgeschäfte. Auch für die kommenden Monate wird mit keiner spürbaren Belebung der Auslandsnachfrage gerechnet. Optimistisch ist die Industrie für den Inlandsabsatz.

Das Baugewerbe ist in Hochstimmung. Hauptsächlich der private Wohnungsbau konnte ein kräftiges Wachstum verzeichnen. Diese Sparte rechnet auch in Zukunft mit anhaltendem Wachstum. Im öffentlichen Bau sind die Aussichten auf Grund leerer Kassen der Kommunen indes nur verhalten. Sorge bereiten vor allem der Fachkräftemangel und die damit verbundenen Kapazitätsengpässe. Um dem entgegenzuwirken, planen 25 Prozent der befragten Betriebe ihren Personalstand aufzustocken.

Die Stimmung im Handel ist allerdings zweigeteilt. Der Großhandel profitiert von der positiven Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft. Die Bewertungen der Einzelhändler sind dagegen verhaltener, da sich die Kaufbereitschaft der Kunden verringert hat. Hauptsächlich der stationäre Einzelhandel ist davon betroffen. Probleme bereiten die fortschreitende Digitalisierung und der Strukturwandel in den Innenstädten, was auch die Zukunftsaussichten der Händler trübt.

Die Dienstleister sind weiterhin auf Wachstumskurs. In der Immobilienwirtschaft insbesondere bei den unternehmensnahen und privatbezogenen Dienstleistern verliefen die Geschäfte gut. Gedämpfter ist die Stimmung im Verkehrsgewerbe, das unter einem zunehmenden Wettbewerbsdruck steht. Die Erwartungen der Dienstleister zeigen, dass der positive Trend anhalten wird.

Die ausführliche Branchenauswertung ist im Internet nachlesbar unter: www.cottbus.ihk.de/konjunkturumfrage2016

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