Klärschlammverwertung der Abwasserbetriebe

Besucher begutachten die maschinelle Schlammentwässerung der LWG. Der gepresste Schlamm kann landwirtschaftlich verwertet werden Foto: LWG-Archiv

Wie weiter mit dem Klärschlamm?

1. Regionalgruppentreffen Brandenburg/Berlin des Klärschlammnetzwerkes Nord-Ost in Cottbus

35 Experten der Wasserwirtschaft aus Berlin und Brandenburg haben sich am 16. März auf der Kläranlage Cottbus getroffen. Sie waren einer Einladung der LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG zum 1. Regionalgruppentreffen Brandenburg/Berlin des Klärschlammnetzwerkes Nord-Ost in Cottbus gefolgt. Im Mittelpunkt dieser Arbeitsberatung unter Leitung von Prof. Matthias Barjenbruch stand die Diskussion, wie zukünftig der auf Abwasserreinigungsanlagen anfallende Klärschlamm entsorgt werden kann.

Bisher wird dieser in Nord- und Ostdeutschland aufgrund seiner wertvollen Bestandteile, wie z.B. Phosphor, hauptsächlich zur Düngung auf Felder und Äcker aufgebracht. Doch im Koalitionsvertrag des Bundes zwischen Union und SPD ist der schrittweise Ausstieg aus der landwirtschaftlichen hin zur thermischen Klärschlammverwertung festgeschrieben. Stattdessen soll aus dem Klärschlamm der Phosphor - ein essenziell wichtiger Rohstoff für das Pflanzenwachstum und für den Menschen - zurückgewonnen werden. In der entsprechenden Klärschlammverordnung ist dafür das Jahr 2025 anvisiert. "Es gibt zwar bisher noch keine verbindliche Regelungen des Gesetzgebers und das Jahr 2025 scheint noch weit entfernt", betont Jonas Krause, Technischer Leiter der LWG, "dennoch müssen wir uns gemeinsam bereits heute sehr intensiv damit beschäftigen, um für diesen Fall gut gerüstet zu sein." Denn noch gibt es zahlreiche Fragen zu klären, u.a.: Soll der Klärschlamm zukünftig ausschließlich verbrannt werden? Welche Anlagen sind wirtschaftlich sinnvoll? Wie kann man vorher oder nachher den wertvollen Phosphor zurückgewinnen? Gibt es Möglichkeiten, den Anfall des Klärschlamms zu reduzieren? Welche Kosten kommen auf die Abwasserentsorger und damit auch auf die Kunden zu?

Die größte Herausforderung wird dabei in der Art und Weise des Phosphorrecyclings bestehen. Eine erste Pilotanlage dafür arbeitet seit Mitte vergangenen Jahres auf der städtischen Kläranlage von Hamburg. Mit dem Tetra-Phos®-Verfahren, das vom LWG-Mitgesellschafter REMONDIS entwickelt wurde, soll dort der Beweis angetreten werden, dass Phosphorrecycling im großtechnischen Maßstab wirtschaftlich möglich ist.

Quelle: LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG