Oberlausitz: Bombardier nur mit uns! Gemeinsam Zukunft sichern!

Görlitz - Bautzen: Bombardier nur mit uns! Gemeinsam Zukunft sichern!

Aktionstag in Görlitz und Bautzen gegen den geplanten Personalabbau beim kanadischen Bahnhersteller Bombardier

IG Metall und Belegschaften setzen mit einem bundesweiten Aktionstag dem geplanten Personalabbau beim kanadischen Bahnhersteller Bombardier massiven Widerstand entgegen.

Bombardier will in Deutschland 1.430 Arbeitsplätze vernichten. Die ostdeutschen Standorte in Hennigsdorf, Görlitz und Bautzen sind mit mehr als 1.000 Stellenstreichungen am stärksten betroffen. Befürchtet wird ein weiterer Stellenabbau bis hin zur Standortbedrohung.

In Görlitz startete am Donnerstagmorgen um 9.30 Uhr der Protest vor dem Werkstor von Bombardier, gefolgt von Aktionen um 10.00 Uhr in Bautzen. "1.800 Kolleginnen und Kollegen haben sich an unseren Protestaktionen in Görlitz und Bautzen beteiligt", so Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Bautzen/ Ostsachsen. "Wir kämpfen um unsere Arbeitsplätze. Bis heute gibt es seitens der Konzernleitung einen nicht nachvollziehbaren Zick-Zack-Kurs, der ideen- und innovationslos erscheint. Wir wollen aber, dass die Kernkompetenzen - allen voran das Engineering - hier in Ostsachsen erhalten bleibt. Und dafür arbeiten wir bereits an einem belastbaren Gegenkonzept. Sollte die Konzernleitung über dieses Konzept nicht mit uns verhandeln, werden wir sie massiv und notfalls auch mit dem letzten Mittel der IG Metall unter Druck setzen."

Um 11.00 Uhr folgten Proteste von rund 800 Kolleginnen und Kollegen in Hennigsdorf. "Ein Jobkahlschlag dieser Dimension in einem hoch innovativen und fortschrittlichen Werk ist und bleibt das Ergebnis völliger Konzeptionslosigkeit des Managements von Bombardier", sagte Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied IG Metall, in Hennigsdorf. "Mit drastischem Personalabbau lassen sich vielleicht die Aktienmärkte beeindrucken, die Fehlentscheidungen des Konzernmanagements werden dadurch jedoch eher zementiert als gelöst! Jetzt sind Lösungen gefragt, für die alle Verantwortlichen aus Management, Betriebsrat, Gewerkschaft und Politik an einen Tisch geholt werden müssen. Denn es geht längst nicht nur um die Zukunft von Hennigsdorf oder der Region, es geht auf lange Sicht insgesamt um die Zukunft der deutschen Bahnindustrie."

Michael Wobst, Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Betriebsratsvorsitzender Hennigsdorf (BTG): "Stellenabbau oder Produktions- und Kompetenzverlagerungen lösen keines der zweifellos bestehenden Probleme. Diese können nur mit und nicht gegen die Beschäftigten gelöst werden. Die Belegschaften setzen heute an allen Standorten ein deutliches Zeichen gegen ein Management nach Gutsherrenart und für eine Beteiligung der Beschäftigten an der Gestaltung der Zukunft des Unternehmens. Sie stärken damit auch uns, ihren Interessenvertretern, den Rücken in den anstehenden schwierigen Auseinandersetzungen mit dem Management."

"Im letzten Jahr wurden wir mit Arbeitszeiterhöhung und Lohnkürzungen konfrontiert, jetzt geht es ideenlos an die Arbeitsplätze", sagte Stefanie Jahn, IG Metall Potsdam-Oranienburg. „Der Betriebsrat und die Beschäftigten prangern seit Jahren die Ursachen der Standortverluste an. Anstatt der Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlentscheidungen, fällt der Geschäftsleitung nicht Besseres ein, als die Belegschaft zahlen zu lassen. Das löst nicht die bestehenden Probleme des Standorts! Wir sind kreativ, wir wollen Zukunft mitgestalten."

Zeitgleich fand am Donnerstag auch Aktions- und Protestveranstaltungen in Braunschweig, Frankfurt am Main, Kassel, Mannheim und Siegen statt.

Quelle: IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen