Sachsens Wirtschaft legt im Export wieder kräftig zu

Sachsens Wirtschaft legt im Export wieder kräftig zu

Sachsens Unternehmen exportierten 2015 so viele Waren wie noch nie

Minister Dulig: "Auch im Iran haben unsere Unternehmen Chancen!"

Sachsens Unternehmen exportierten 2015 so viele Waren wie noch nie. Das belegen die aktuellen Außenhandelszahlen eindrucksvoll. Demnach erreichte Sachsen mit Ausfuhren im Wert von rund 38 Milliarden Euro den bisher höchsten Wert. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 6,9 Prozent. Damit liegt der Freistaat Sachsen beim Exportwachstum über dem ostdeutschen wie auch gesamtdeutschen Durchschnitt von 6,1 Prozent bzw. 6,4 Prozent.

"Nach der Steigerung der Exporte im Jahr 2014 um beeindruckende 14 Prozent hat sich die positive Entwicklung im letzten Jahr fortgesetzt. Dies zeigt, dass Sachsens Wirtschaft den Export als Chance erkannt hat, aber auch dass sächsische Produkte und Dienstleistungen international gefragt sind", so Wirtschaftsminister Martin Dulig.

43 Prozent der Ausfuhren der neuen Flächenländer kamen 2015 aus Sachsen. Wichtigste Ausfuhrländer waren erneut China (Platz 1: 14,6 Prozent), die USA (Platz 2: 12,1 Prozent) und das Vereinigte Königreich (Platz 3: 5,7 Prozent). 45 Prozent der Ausfuhren gingen 2015 in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, im Jahr davor waren es 43,2 Prozent.

Unter den wichtigsten Handelspartnern stiegen die Ausfuhren besonders stark in die USA (+37,5 Prozent), nach Spanien (+25,6 Prozent), in die Schweiz (+24,2 Prozent), nach Italien (+22,1 Prozent) und Schweden (+21,8 Prozent). Rückläufig waren hingegen die Ausfuhren nach China (-13,1 Prozent) und in die Republik Korea (-15,2 Prozent). Ursache dafür ist das nachlassende Wirtschaftswachstum in diesen Ländern. Insgesamt konnten diese Rückgänge aber durch den Anstieg der Ausfuhren in andere Länder gut kompensiert werden. Die Ausfuhren in die Russische Föderation nahmen 2015 erwartungsgemäß weiter ab (-14,8 Prozent). Hauptgrund dafür sind die in Russland zurückgehenden Investitionen aufgrund des niedrigen Ölpreises und des damit einhergehenden Rubelverfalls; die Sanktionen spielen eine untergeordnete Rolle.

Bedeutendste Ausfuhrgüter Sachsens waren die Erzeugnisse des Kraftfahrzeugbaus mit einem Anteil von 47,7 Prozent an den gesamten Ausfuhren (Vorjahr: 44,8 Prozent), elektrotechnische Erzeugnisse (10,1 Prozent, Vorjahr:12,5 Prozent) und Erzeugnisse des Maschinenbaus (10,7 Prozent, Vorjahr: 10,7 Prozent).

Die sächsischen Einfuhren stiegen 2015 um gut 7 Prozent auf rund 22 Milliarden Euro. Wichtigste Einfuhrländer waren die Tschechische Republik (Anteil: 18,5 Prozent), Polen (8,5 Prozent) und China (5,7 Prozent). 65,3 Prozent der Einfuhren kamen aus der EU (2014: 66,3 Prozent). Wichtigste Einfuhrgüter sind neben den auch die Ausfuhr bestimmenden Gütergruppen Erdöl und Erdgas.

"Export schafft zusätzliche Marktpotentiale und kann besonders für kleine und mittlere Unternehmen zum Wachstumsmotor werden. Deshalb möchte ich noch mehr Unternehmer im Land ermutigen: Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen der Export bieten kann. Gute Absatzchancen bietet bereits der EU-Binnenmarkt einschließlich der sächsischen Nachbarländer", appelliert Dulig an die sächsischen Unternehmen.

Da der Weg ins Ausland gerade für kleine und mittelständische Unternehmen eine besondere Herausforderung darstellt, unterstützt sie der Freistaat Sachsen mit gezielten Angeboten. Dazu gehören neben der finanziellen Förderung außenwirtschaftlicher Aktivitäten und dem Landesmesseprogramm auch Unternehmerreisen. "Dass politisch begleitete Delegationsreisen den Unternehmen Türen im Ausland öffnen können, habe ich im vergangenen Jahr besonders in China erfahren. Die Beziehungen zu diesem wichtigen Absatzmarkt werde ich Mitte Mai mit einer weiteren Delegationsreise in unsere Partnerprovinz Hubei ausbauen", so Wirtschaftsminister Martin Dulig. "Zu den wichtigsten Märkten gehören zudem unsere beiden Nachbarländer Polen und Tschechien, die ich ebenfalls besuchen werde. Außerdem möchte ich die Unternehmen dabei unterstützen, auch den Iran wieder neu zu erschließen."

Der Iran bietet mit der schrittweisen Aufhebung der internationalen Sanktionen vielfältige Absatzchancen für sächsische Unternehmen. Daher sind in diesem Jahr gezielte Unterstützungsmaßnahmen zur Erkundung und Erschließung des iranischen Marktes durch das SMWA geplant. Unter anderem wird Minister Dulig vom 29. Mai bis 2. Juni eine Markterkundungsreise mit dem Schwerpunkt Maschinen- und Anlagenbau begleiten - gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Christian Pegel. Mit einer großen Unternehmerdelegation sind in Teheran und anderen Städten politische Gespräche und Firmenbesuche geplant. Dulig: "Das Land hat nach der Beendigung der Wirtschaftssanktionen einen gewaltigen Nachholbedarf, um seine Wirtschaft und Infrastruktur zu modernisieren. Dies ist eine große Chance für unsere sächsische Unternehmen." Anfang Oktober wird es zudem einen sächsischen Gemeinschaftsstand zur iranischen Industriemesse TIIE mit den Schwerpunkten Maschinen- und Anlagenbau, Industrietechnik sowie Infrastruktur geben. Zum nachhaltigen Aufbau von Kontakten plant das SMWA bereits für 2017 iranische Unternehmer nach Sachsen einzuladen, um sächsische Produkte und Technologien vor Ort zu präsentieren.

Trotz der schwierigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleibt Russland weiterhin ein wichtiger Wirtschaftspartner. Sächsische Unternehmen haben gute, solide Kontakte nach Russland. Die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) setzt ihre regelmäßigen außenwirtschaftlichen Aktivitäten kontinuierlich fort, um die etablierten Kontakte zu pflegen. Auch Minister Dulig wird alle bestehenden Kommunikationskanäle nutzen und plant, in diesem Jahr mit einer Unternehmerdelegation nach Russland zu reisen. In Abhängigkeit vom Interesse sächsischer Unternehmer an Messebeteiligungen im Ausland sind zudem weitere Ministerreisen in die Türkei (MAKTECH Mitte Oktober) und Kuba (FIHAV Anfang November) möglich.

Um die sächsischen Unternehmen zu Export und Internationalisierung zu ermutigen, startet am 11. April die vierte Sächsische Außenwirtschaftswoche. Fünf Tage lang können Unternehmen dann bei einer Vielzahl von Veranstaltungen Informationen zu strategischen und praktischen Fragen des Auslandsgeschäfts sammeln und Erfahrungen austauschen. Die Veranstaltungsangebote in Chemnitz, Dresden, Leipzig und Döbeln richten sich nicht nur an bereits im Export tätige Unternehmen, sondern gerade auch an Einsteiger.

Hintergrund:

Die Außenwirtschaftsinitiative Sachsen (AWIS) bündelt seit 2008 die wesentlichen außenwirtschaftlichen Akteure und Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft in Sachsen. Um die Bedeutung des Außenhandels und der Internationalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen darzustellen und für das internationale Geschäft zu werben, richten die AWIS-Partner einmal im Jahr die Sächsische Außenwirtschaftswoche aus. Das Programm zur Außenwirtschaftswoche 2016 ist bei den sächsischen Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, dem VDMA Ost sowie im Internet unter www.aussenwirtschaftswoche.de verfügbar.

Quelle: SMWA - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr