Medizinisches Versorgungszentrum in Finsterwalde wächst

Medizinisches Versorgungszentrum in Finsterwalde wächst

Bauarbeiten an Augenarztpraxis im medizinischen Versorgungszentrum im Ärztehaus Süd beginnen

Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Ärztehaus Süd wächst. Der Ausbau der Praxis für den künftig in Finsterwalde ansässigen Facharzt für Augenheilkunde, Przemylslaw Andrzej Naturski, läuft auf Hochtouren. Weitere Ansiedlungen von Ärzten und medizinischen Dienstleistungen sind geplant. In einem Pressegespräch informierte Andrea Trunev, Geschäftsführerin der KV COMM GmbH, in deren Auftrag sie das MVZ führt, über die Pläne. Künftig soll das Ärztehaus Süd ein medizinisches Versorgungszentrum sein, in dem der Patient möglichst viele Gesundheitsdienstleister unter einem Dach findet. Seit 2012 existiert das MVZ bereits.

Angestellt sind heute die Allgemeinmedizinerinnen Doreen Schumann und Gudrun Lexow, der Gynäkologe Dieter Pohle und ab 1. April nun auch der Augenarzt Przemylslaw Naturski, der vorher in Schwarzheide tätig war. Eine Telefonnummer für die Terminvergabe wird ab dem 1. März über die lokalen Medien öffentlich gemacht.

Im Haus befinden sich außerdem die Praxen der beiden niedergelassenen Ärzte Oliver Schwarz und Dr. Annerose Kuhn, zwei Zahnarztpraxen, ein Pflegedienst, eine Physiotherapie und eine Apotheke. Damit sind zunächst alle Praxisräume vergeben.

Ab 1. März wird Gudrun Lexow den angehenden Arzt Vladimir Dakov aus St. Petersburg für sechs Monate auf dem Weg zu seinem Facharzt für Allgemeinmedizin begleiten. "Dank der Weiterbildungsermächtigung von Frau Lexow ist es möglich, junge Menschen, zumindest für einen gewissen Zeitraum, an die Region zu binden. Was natürlich hoffen lässt, dass der eine oder andere auf den Geschmack kommt und bleibt", sagt Andrea Trunev.

Das Thema MVZ gewinnt nicht nur für den Bürger, der zunehmend medizinische Dienstleistungen aus einer Hand erwartet, an Bedeutung. Auch für den Mediziner birgt dieses Modell durchaus Vorteile. Für Doreen Schumann, Mutter von zwei Kindern, ist dank des Angestelltenverhältnisses im MVZ die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich. Es falle weniger Bürokratie an, man hätte mehr Zeit für die Patienten und die eigentliche medizinische Tätigkeit, sagt sie.

Bei der Auslastung der räumlichen Kapazitäten des Ärztehauses Süd, das einer Eigentümergemeinschaft gehört, will es Andrea Trunev allerdings nicht belassen. Ihre Vorstellungen gehen noch weiter hin zu einer Vernetzung der Leistungsträger. Wo es effizient und sinnvoll ist, könne sie sich auch einen zentralen Anmeldebereich vorstellen. Schon jetzt seien die Datenverarbeitungssysteme standardisiert, sodass Patientendaten und Untersuchungsergebnisse schnell zur Verfügung stünden und sich zeitraubender Schriftverkehr erübrigen würde. Auch könne man sich gegenseitig mit medizinischem Personal aushelfen. Vorstellbar wäre sogar die Einrichtung einer Praxis, die verschiedenen Fachärzten für temporäre Sprechzeiten zur Verfügung steht. "Das Modell MVZ ist gegenwärtig sehr populär. Die Anzahl der in MVZs angestellten Ärzte ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Bürger hat kompakte medizinische Betreuung unter einem Dach und die Mediziner genießen es, sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren zu können", fasst die Geschäftsführerin die Idee zusammen.

Das Finsterwalder MVZ weist zudem eine weitere Besonderheit auf. Es ist einmalig in Brandenburg, dass ein Ärztenetzwerk Träger einer solchen Einrichtung ist. Das Ärztenetzwerk Südbrandenburg ist ein Zusammenschluss ambulant tätiger Ärzte verschiedener Fachrichtungen, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. "Die Gesundheitsprävention und die Palliativversorgung stehen ebenfalls ganz oben auf der Agenda beim MVZ", informiert die Geschäftsführerin.

Quelle: PM Stadt Finsterwalde