Wirtschaftswachstum in Berlin und Brandenburg

Berliner Wirtschaft wächst dank Dienstleistungen kräftig

Das Berliner Bruttoinlandsprodukt wuchs 2017 preisbereinigt um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag Berlin deutlich über dem durchschnittlichen Wachstum von 2,2 Prozent in Deutschland und knapp hinter dem Spitzenreiter Bremen mit 3,3 Prozent. Die vom Amt für Statistik veröffentlichten vorläufigen Zahlen zeigen, dass die Dienstleistungsbereiche für das starke Wachstum der Berliner Wirtschaft verantwortlich waren. Während das Produzierende Gewerbe preisbereinigt um 0,6 Prozent schrumpfte, wuchsen die Dienstleistungsbereiche mit 3,9 Prozent deutlich stärker als in jedem anderen Bundesland.

Dienstleistungen sind für die Berliner Wirtschaft von hoher Bedeutung. Von jedem in Berlin erwirtschafteten Euro kommen durchschnittlich 85 Cent aus den Dienstleistungsbereichen. Einen erheblichen Beitrag lieferte 2017 der stark von der Internetwirtschaft geprägte Wirtschaftsbereich "Information und Kommunikation". Der Bereich verzeichnete gegenüber dem Vorjahr fast eine Milliarde Euro höhere Wertschöpfung und einen preisbereinigten Zuwachs von 9,4 Prozent.

Die wachsende Stadt beflügelt auch das Baugewerbe. Die Bruttowertschöpfung stieg hier um 5,1 Prozent. Das Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe schrumpfte dagegen um 2,7 Prozent. Zu diesem Ergebnis trug vor allem das Verarbeitende Gewerbe bei, das um 3,5 Prozent zurückging.

Wachstumsbeiträge der Wirtschaftsbereiche in Berlin

Wachstumsbeiträge der Wirtschaftsbereiche in Berlin

Brandenburger Wirtschaft wächst 2017 um 1,4 Prozent

Das Bruttoinlandsprodukt in Brandenburg stieg 2017 preisbereinigt um 1,4 Prozent. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, lag der Zuwachs nach vorläufigen Berechnungen unter der deutschlandweiten Wachstumsrate von 2,2 Prozent, aber gleichauf mit der Wachstumsrate der ostdeutschen Bundesländer ohne Berlin. Preisbereinigt wuchs das BIP in Brandenburg um 914 Millionen Euro. Mit gut 404 Millionen Euro zusätzlicher Wertschöpfung trug der Bereich "Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit" am meisten dazu bei. Er wuchs um 2,8 Prozent. Den zweitgrößten Beitrag lieferte der Bereich "Handel, Verkehr, Gastgewerbe" mit 266 Millionen Euro, der ebenfalls um 2,8 Prozent wuchs. Der Bereich Baugewerbe beeinflusste das Wirtschaftswachstum in Brandenburg negativ mit einer um 108 Millionen Euro geringeren Bruttowertschöpfung gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutete ein Minus von 2,7 Prozent. Auch die "Sonstigen Dienstleistungen" verringerten ihre Wirtschaftskraft um 53 Millionen Euro. Der Bereich schrumpfte um 2,1 Prozent.

Das Land Brandenburg lag damit das dritte Mal in Folge hinter der durchschnittlichen Entwicklung des restlichen Bundesgebiets. Nach zwei Jahren auch unterhalb des ostdeutschen Wachstums konnte die Wirtschaft im Land 2017 wieder zu den anderen östlichen Ländern aufschließen. In den letzten zehn Jahren lag das kumulierte Wirtschaftswachstum der ostdeutschen Bundesländer ohne Berlin mit 10,2 Prozent unterhalb des Wachstums in den alten Bundesländern ohne Berlin mit 12,1 Prozent. In Brandenburg wuchs die Wirtschaft über diesen Zeitraum um 11,5 Prozent.

Preisbereinigte Veränderungsrate des Bruttoinlandsproduktes in Brandenburg

Preisbereinigte Veränderungsrate des Bruttoinlandsproduktes in Brandenburg

Das Bruttoinlandsprodukt und die Bruttowertschöpfung der Wirtschaftsbereiche werden durch den Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" berechnet. Die Ergebnisse sind auf den Berechnungsstand August 2017/Februar 2018 des Statistischen Bundesamtes für Deutschland abgestimmt. Neben der ersten Schätzung für das Jahr 2017 überarbeitete der Arbeitskreis turnusgemäß die Jahre 2013 bis 2016. Auch die heute veröffentlichte erste Schätzung für das Jahr 2017 wird durch die Hinzuziehung neuerer verfügbarer Informationen in den kommenden vier Jahren weiter aktualisiert werden. Auch wichtige Größen wie das Bruttoinlandsprodukt können sich im Zuge der Überarbeitung ggf. noch verändern. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg veröffentlicht detaillierte Ergebnisse für Berlin und Brandenburg auf der Internetseite www.statistik-berlin-brandenburg.de. Die Ergebnisse aller Bundesländer stehen auf der Internetseite www.vgrdl.de zur Verfügung.

Über das Datenangebot des Bereiches Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen informiert: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg