Neue Kooperationen entlang der Lausitzer Neiße

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INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020: Begleitausschuss bestätigt fünf neue polnisch-sächsische Projekte

Im Rahmen des Kooperationsprogramms Polen-Sachsen 2014 - 2020 können weitere fünf Projekte realisiert werden. Gestern (27. Februar 2018) bestätigte der Begleitausschuss des Programms auf seiner Sitzung in Panschwitz-Kuckau die grenzübergreifenden Gemeinschaftsprojekte, die mit insgesamt 3,6 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert werden. Im Fokus des Gremiums standen Projekte der grenzübergreifenden Aus- und Weiterbildung sowie der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Institutionen.

So realisiert die polnische Gemeinde Łęknica gemeinsam mit der Stadtverwaltung Bad Muskau das Projekt "Die Grenzüberschreitende Meisterliga - Stärkung der innovativen Bildungsmaßnahmen auf beiden Seiten der Lausitzer Neiße". Ziel des Projektes ist es, Kultur- und Sprachbarrieren der Projektteilnehmer abzubauen. Dafür werden u. a. Integrationstreffen und Sprachkurse für Kindergarten- und Schulkinder und deren Eltern angeboten, Sportturniere und -feste veranstaltet, Lehrveranstaltungen und Wissenswettbewerbe zum UNESCO-Geopark "Muskauer Faltenbogen" durchgeführt, sowie Modernisierungsarbeiten an Sport- und Spielplätzen erbracht. Die Förderung beläuft sich auf rund 242 000 Euro.

Zur Verbesserung des Schutzes der Wasserressourcen arbeiten das Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft (Warschau, Polen) und das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (Sachsen) zusammen. Im Rahmen des Projektes wird eine Wissensdatenbank entstehen, die der Bewertung der Bedingungen der meteorologischen und hydrologischen Dürre und des hydromorphologischen Zustands dient. Ziel des Projektes ist es, einen gemeinsamen Ansatz für ein nachhaltiges Bewirtschaftungsmanagement zu entwickeln, die institutionelle Zusammenarbeit im Bereich des nachhaltigen Wasserressourcenmanagements zu stärken und auch das ökologische Bewusstsein bei den Einwohnern des Fördergebietes zu erhöhen. Die Förderung beträgt etwa 448 000 Euro.

Um ein grenzüberschreitendes Sicherheitssystem für Mensch und Umwelt zu schaffen, haben sich die Berufsfeuerwehr der Stadt Gorzów Wielkopolski und die Gemeinden Żary und Łęknica aus Polen mit der Stadt Bad Muskau und der Gemeinde Gablenz aus Sachsen zu einem gemeinsamen grenzüberschreitenden Projekt zusammengefunden. Im Rahmen des Projektes wird ein Netzwerk der Partnerschaften zwischen den Feuerwehreinheiten und Regierungsverwaltungen im Fördergebiet entstehen. Durch Maßnahmen zur Steigerung des Ausbildungsniveaus, der Nachrüstung mit innovativen Rettungs- und Löschgeräten sowie einer Informationskampagne für Kinder zu richtigem Verhalten in Gefahrensituationen sollen auftretende Gefahren im Grenzgebiet zukünftig gemeinsam bekämpft werden. Die Förderung beziffert sich auf rund 1,6 Millionen Euro.

Der Begleitausschuss bestätigte zudem den Zeitplan der Projektaufrufe für das Jahr 2018: Projekte, die die grenzübergreifende Aus- und Weiterbildung adressieren (Prioritätsachse III), können von April bis zum 29. Juni 2018 eingereicht werden. (Der genaue Start des Aufrufes kann in den nächsten Tagen der Programmhomepage entnommen werden.) Für Projekte der Prioritätsachse IV "Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Institutionelles Potential" besteht vom 1. bis zum 29. Juni 2018 Gelegenheit zur Projekteinreichung.

Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt lobt das Programm: "Hier können Partner aus Polen und Sachsen gemeinsame Projekte mit Hilfe von Fördermitteln der EU umsetzen. Bei regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen erhalten potenzielle Teilnehmer Informationen zu den bestehenden Fördermöglichkeiten, Hilfe bei der Antragstellung und Unterstützung für eine reibungslose Umsetzung ihrer Projekte. Ebenso bieten der Regionale Kontaktpunkt in Görlitz und das Gemeinsame Sekretariat in Wrocław Beratung. Nutzen Sie diese Möglichkeiten!".

Hintergrund:

Das Kooperationsprogramm INTERREG Polen - Sachsen 2014-2020 unterstützt Vorhaben, die im sächsisch-polnischen Grenzraum umgesetzt werden und zur Lösung gemeinsamer Herausforderungen der regionalen Entwicklung beitragen. Das Fördergebiet erstreckt sich auf deutscher Seite auf die Landkreise Görlitz und Bautzen sowie auf der polnischen Seite auf die Unterregion Jelenia Góra in der Wojewodschaft Niederschlesien und den Landkreis Żarski in der Wojewodschaft Lubuskie. Für die Überbrückung gemeinsamer Entwicklungsbarrieren im polnisch-sächsischen Grenzgebiet stehen 70 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Das Kooperationsprogramm unterstützt die grenzübergreifende Zusammenarbeit in den Bereichen (Prioritätsachsen): Gemeinsames Natur- und Kulturerbe, Regionale Mobilität, Grenzübergreifende Aus- und Weiterbildung sowie Partnerschaftliche Zusammenarbeit und institutionelles Potential. Seit dem Programmstart wurden bereits 37 grenzübergreifende Projekte mit einem Fördervolumen von rund 47,6 Millionen Euro bestätigt.

Informationen zum Kooperationsprogramm und zu den Förderbedingungen: www.plsn.eu

Quelle: SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft