Tarifverhandlungen der Logistikbranche in Berlin und Brandenburg vertagt

Tarifverhandlungen der Logistikbranche

Speditions-, Logistik und Paketdienstbranche in Berlin und Brandenburg: Tarifverhandlungen vertagt!

Die Lohnverhandlungen zum Flächentarifvertrag der Logistikbranche, die in der gemeinsamen Wirtschaftsregion Berlin und Brandenburg ca. 80.000 Menschen beschäftigt, wurden in der zweiten Runde am 17. Januar 2018 ohne Einigung vertagt.

ver.di fordert eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent bezogen auf 12 Monate, einen weiteren maßgeblichen Angleichungsschritt des niedrigeren Entgeltniveaus in Brandenburg an das Berliner Niveau und eine Funktionszulage für Berufskraftfahrer und Paketzusteller in Höhe von 25 Prozent des jeweiligen Stundenlohns. Denn die Beschäftigten müssen an den hervorragenden wirtschaftlichen Ergebnissen der boomenden Branche im Geschäftsjahr 2017 und dem für 2018 anhaltenden positiven Trend durch gute konjunkturelle Rahmenbedingungen und wachsendem Onlinehandel beteiligt werden.

Die tariflichen Entgelte wurden zuletzt am 1. Oktober 2016 erhöht, so dass für die Beschäftigten bei der Entgelthöhe ein erheblicher Nachholbedarf besteht.

Die regionale Branche verzeichnet bereits seit einigen Jahren eine hohe Wirtschaftsdynamik mit Umsätzen in Milliardenhöhe in den Segmenten Güterbeförderung, Kontraktlogistik und Paketdienstleistungen. Insbesondere die Güterverkehrszentren in Brandenburg - als Knotenpunkte für die Güterlogistik in ganz Europa - gehören mittlerweile zu den führenden Logistikstandorten Deutschlands.

"Immer mehr Firmen der Branche haben sich wegen der vielen Standortvorteile, wie geringe Grundstückskosten und Gewerbesteuer sowie der Wirtschaftsförderung durch das Land Brandenburg, in den Zentren angesiedelt bzw. ihre Betriebe aus Berlin heraus verlagert. Die Firmen profitieren von diesen Vorteilen, geben sie aber kaum an ihre Beschäftigten weiter. Die Brandenburger Tarifentgelte liegen im Durchschnitt immer noch ca. 10 Prozent unter dem Berliner Niveau. Die Entgeltunterschiede zwischen Berlin und Brandenburg lassen sich auf Grund der veränderten Rahmenbedingungen nicht mal ansatzweise rechtfertigen. Deshalb fordern wir in dieser Runde eine stärkere Anhebung der Brandenburger Löhne", so Benita Unger, ver.di-Verhandlungsführerin.

Auch die Tätigkeitsanforderungen an Berufskraftfahrer und Paketzusteller haben sich durch massiv gestiegene Waren- und Sendungsmengen gewandelt. Hoher Zeitdruck, just-in-time Anforderungen, körperliche Belastungen und schwierige Begleitumstände auf der Straße und beim Be- und Entladen stellen für die Beschäftigten zunehmende Herausforderungen dar. Diesen veränderten Qualitätsanforderungen und erhöhten Belastungen muss auch vor dem Hintergrund des dramatischen Fachkräftemangels bei diesen Berufsgruppen über zusätzliche Bezahlungselemente Rechnung getragen werden.

ver.di erwartet vom Verhandlungspartner Verband für Speditionen und Logistik in Berlin und Brandenburg in der nächsten Verhandlungsrunde am 21. Februar 2018 ein einigungsfähiges Angebot.

Quelle: ver.di