Steigende Reallöhne in Berlin und Brandenburg

Reallöhne in Berlin und Brandenburg wachsen aber deutlich langsamer

Im 3. Quartal 2017 sind die Reallöhne, das heißt die preisbereinigten Bruttomonatsverdienste aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einschließlich Sonderzahlungen, erneut gestiegen. Der Anstieg fiel jedoch insbesondere in Brandenburg deutlich geringer aus als in den ersten beiden Quartalen 2017. Nach den Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung lagen die Reallöhne in Berlin im Durchschnitt um 1,4 Prozent und in Brandenburg um 0,2 Prozent höher als im 3. Quartal 2016, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit. Die Verbraucherpreise nahmen im gleichen Zeitraum in beiden Ländern um 1,6 Prozent zu. Die Nominallöhne stiegen in Berlin um 3,1 Prozent und in Brandenburg um 1,8 Prozent, sodass der Preisanstieg auch weiterhin in beiden Ländern ausgeglichen werden konnte.

Ursache der abgeschwächten Reallohnsteigerung waren in Berlin die etwas langsamer gestiegenen Nominallöhne und der gleichzeitige leicht höhere Anstieg der Verbraucherpreise.

In Brandenburg fiel der Anstieg der Verbraucherpreise hingegen ähnlich hoch aus wie in den Vorquartalen, sodass hier der geringere Zuwachs der Reallöhne allein auf die schwächer gestiegenen Nominallöhne zurückzuführen ist.

In Berlin gab es vor allem im Produzierenden Gewerbe mit einem Anstieg der Nominallöhne um lediglich 1,0 Prozent eine relativ schwache Verdienstentwicklung. Im Dienstleistungsbereich wurde dagegen nominal 3,5 Prozent mehr als vor einem Jahr verdient. Weit überdurchschnittlich stieg der Nominallohn dabei vor allem im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen um 7,6 Prozent und im Grundstücks- und Wohnungswesen um 7,3 Prozent. In Brandenburg hingegen erhöhten sich die nominalen Verdienste im Produzierenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,5 Prozent und damit stärker als im Dienstleistungsbereich, wo nur ein Zuwachs von 1,5 Prozent erzielt wurde. Mit Abstand am höchsten fiel in Brandenburg der Nominallohnzuwachs mit 8,9 Prozent im Bereich Kunst, Unterhaltung, Erholung aus, gefolgt von den Bereichen Information und Kommunikation mit 4,3 Prozent, Verkehr und Lagerei mit 3,9 Prozent, Wasserversorgung und Gesundheits- und Sozialwesen mit jeweils 3,8 Prozent Zuwachs.

Unterschiede ergaben sich auch in Abhängigkeit von der ausgeübten Tätigkeit. Mit einem Plus von 5,0 Prozent in Berlin und 3,5 Prozent in Brandenburg war der nominale Verdienstanstieg für ungelernte Beschäftigte am größten, während er für Beschäftigte in leitender Stellung mit 3,1 Prozent in Berlin und 0,9 Prozent in Brandenburg am geringsten ausfiel.

Das Verdienstniveau im Produzierenden Gewerbe ist in der Region nach wie vor deutlich höher als im Dienstleistungsbereich. Mit einem durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst einschließlich Sonderzahlungen von 3 717 EUR wurde im 3. Quartal 2017 in der Berliner Produktion monatlich fast 700 EUR mehr als im Dienstleistungsbereich verdient. In Brandenburg waren es mit durchschnittlich 2 911 EUR im Monat knapp 400 EUR mehr.

Entwicklung der Nominal- und Reallöhne (Bruttomonatsverdienste) einschließlich Sonderzahlungen im 3. Quartal 2017 in Berlin und Brandenburg

Reallöhne in Berlin und Brandenburg

Methodische Hinweise:

Bei der Vierteljährlichen Verdiensterhebung handelt es sich um eine Stichprobenerhebung, die in Berlin rund 2 000 Betriebe des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereiches mit in der Regel ab 10 Beschäftigte umfasst. Nur in wenigen ausgewählten Branchen des Dienstleistungsbereiches werden Betriebe ab 5 Beschäftigte befragt. Die Stichprobe wird jährlich neu gewonnen, wobei ein Drittel der im Vorjahr einbezogenen Betriebe ausgetauscht wird.

Der Nominallohnindex bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller vollzeit-, teilzeit- und geringfügig Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich bei gleicher Beschäftigtenstruktur wie im Vorjahr ab. Der Reallohnindex stellt diese Verdienstentwicklung der Entwicklung der Verbraucherpreise gegenüber.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg