Shared Space in Calau

Modellprojekt Shared Space in Calau

Modellprojekt "Shared Space" in Calau mit Kreisverkehr abgeschlossen

Verkehrsministerin Kathrin Schneider wird morgen (21. Dezember) den Kreisverkehr an der Landesstraße 52 freigeben. Der Kreisverkehr ist Bestandteil des Umbaus mehrerer Straßenabschnitte in der Calauer Innenstadt zu einem gemeinsamen Verkehrsraum nach dem Prinzip des "Shared Space". Das Projekt wurde mit rund 1,3 Millionen Euro aus der Städtebauförderung und 365.000 Euro aus dem 100-Millionen-Euro-Sanierungsprogramm für Landesstraßen gefördert.

Kathrin Schneider: "Ich freue mich, dass das Modellprojekt "Shared Space" in Calau mit dem Kreisverkehr zum Abschluss kommt. Vom Projektstart bis heute ist einige Zeit vergangen, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen, wobei die ersten Bauabschnitte bereits 2012 fertiggestellt werden konnten. Calau hat Neuland betreten und sich mit einer Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung der Cottbuser Straße im Rahmen des Modellprojekts "SHARED SPACE" beworben. Das Modellvorhaben ist Bestandteil eines Projekts der Europäischen Union. Ziel ist die gemeinsame, gleichberechtigte Nutzung des öffentlichen Verkehrsraumes für alle Verkehrsteilnehmenden. Die fertiggestellten Abschnitte der Cottbuser Straße sind seitdem attraktiver. Die Menschen treffen sich hier, reden miteinander, kaufen ein und zeigen ihren Gästen den 'Witzerundweg'."

"Shared Space" ist eine Planungsphilosophie, mit der sich vielfältige Nutzungsansprüche an den Straßenraum besser vereinen lassen. Die Verkehrsraumgestaltung beruht auf der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Fußgänger dürfen sich überall bewegen und aufhalten, jedoch die anderen Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Für alle Fahrzeuge gilt ein Tempolimit von 20 km/h, für Autos gilt eine strikte Parkraumregelung.

Im Rahmen der Stadtkernsanierung plante die Stadt Calau eine umfangreiche Umgestaltung des öffentlichen Raumes in der Innenstadt. 1997 wurde ein Gesamtgestaltungskonzept für das Sanierungsgebiet erarbeitet. Darauf Aufbauend auf dem Gesamtgestaltungskonzept für das Sanierungsgebiet von 1997 wurde in einer Machbarkeitsstudie die Umgestaltung der Cottbuser Straße im Rahmen des Modellprojekt "SHARED SPACE" untersucht. In Brandenburg hatten sich 17 Kommunen um die Teilnahme an dem Modellprojekt beworben. Drei Städte haben eine Studie erarbeitet. Die Stadt Calau wurde für die bauliche Umsetzung ausgewählt.

Kernprojekt der Umgestaltung nach den Prinzipien des gemeinsam genutzten Straßenraumes bildet die Cottbuser Straße zwischen Marktplatz bis einschließlich des Knotenpunktes mit der L52. Die Cottbuser Straße ist die zentrale Achse der Altstadt und die Hauptgeschäftsstraße, neben dem Marktplatz somit das "Herz" des städtischen Lebens. Ziel war die Belebung der Innenstadt als Kommunikations- und Begegnungsraum und Einzelhandelsstandort, Lärmminderung sowie die Verbesserung der Straßenführung.

Unterschiedliche Oberflächenbelege grenzen den Geschäftsbereich- und Fußgängerbereich von der Fahrbahn und von den einzelnen Stellplätzen ab. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Anforderungen an Barrierefreiheit gelegt Ein besonderes Gestaltungselement ist der Witzerundweg, der durch die Cottbuser Straße führt und markiert ist durch 36 "Schuhabdrücke" im Pflaster (in die Platte eingefräst) vor den entsprechenden Gebäuden.

Die Umgestaltung des 1 und 2.Bauabschnitts erfolgte für die Stadtstraßen 2011 bis 2012 mit Städtebaufördermitteln in Höhe von rund 834.000 Euro Bundes- und Landesmittel. Für den Kreisverkehr werden Landesstraßenbaumittel in Höhe von 365.000 Euro in Ergänzung der Städtebaufördermittel von rund 500.000 Euro Bundes- und Landesmittel eingesetzt.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg