Baukulturpreis 2017 geht in die Lausitz

Brandenburgischen Baukulturpreis 2017

Gemeindehaus in Finsterwalde wird mit Brandenburgischen Baukulturpreis 2017 ausgezeichnet

Baustaatssekretärin Ines Jesse hat heute in Potsdam den unter Schirmherrschaft des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung von Architektenkammer und Ingenieurkammer ausgelobten Brandenburgischen Baukulturpreis verliehen. Der vom Ministerium mit 18.000 Euro dotierte Baukulturpreis zeigt alle zwei Jahre, mit welcher Qualität in Brandenburg gebaut wurde. 39 Projekte aus den Jahren 2015 bis 2017 waren diesmal von den beteiligten Architekten und Ingenieuren eingereicht worden.

Die Auszeichnung geht an den Finsterwalder Architekten Jürgen Habermann, dessen Sohn Clemens Habermann sowie an Lukas Bartke für den sensibel in einen historischen Gebäudebestand eingefügten Neubau des Gemeindehauses der Evangelischen Kirchengemeinde Finsterwalde im Süden des Landes. Sonderpreise gab es für das rundum verglaste Innovation Center 2.0 der Firma SAP, für die anspruchsvolle Tragwerkssanierung am Neuen Palais sowie für das Wissenschafts- und Restaurierungszentrum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam.

Baustaatssekretärin Ines Jesse: "Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, dass gutes Bauen mehr ist als Architektur, dass es gleichermaßen auch auf den Nutzen für die Menschen ankommt. Alte Bauten müssen fit für künftige Herausforderungen auch bezüglich des Klimaschutzes gemacht werden. Wir wollen mit dem Preis honorieren, dass baukulturelle Traditionen erhalten werden und Modernes geschaffen wird. Ich freue mich, dass Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie viele öffentliche und private Auftraggebende in allen Regionen Brandenburgs mit Selbstbewusstsein und Qualitätsanspruch an die Sanierung alter Häuser herangehen oder Neues schaffen, welches das Vorhandene mit Umsicht und eigenem Anspruch ergänzt."

Christian Keller, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer: "Hier ging es nicht bloß um stimmige Architekturen, spannende Tragwerke oder nachhaltige Gebäudekonzepte, sondern besonders auch darum, wie diese Werke entstanden sind, denn Baukultur entsteht im Dialog."

Matthias Krebs, Präsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer: "Das Ringen um die beste Lösung für den Ort, um das optimale Kosten-Nutzen-Verhältnis, um handwerklich intelligente Konstruktionen und nicht zuletzt auch um den Ausdruck eines Bauwerkes, eines Ensembles oder eines Freiraums ist ein wichtiger Bestandteil unserer Baukultur."

Auszeichnungen im Rahmen des Brandenburgischen Baukulturpreises 2017

Baukulturpreis (8.000 Euro): Evangelisches Gemeindehaus in Finsterwalde / Architektur: Dipl.-Ing. Jürgen Habermann, M.Sc. Clemens Habermann, M.Sc. Lukas Bartke / Bauherr: Evangelische Kirchengemeinde Finsterwalde.
Neben dem neogotischen Pfarrhaus entwickelt ein zweigeschossiger Neubau seine Architektur in Form eines in die Tiefe gezogenen Stufengiebels. Die Gemeindearbeit erhält zur Straße hin eine markante Adresse. Der konsequente Einsatz von traditionell hergestelltem Ziegelstein, Tür- und Möbeleinbauten in rot geöltem Eichenholz sowie Beschläge aus Rotbronze führen in Kombination mit den Böden aus Beton zu einer in sich schlüssigen, unverwechselbaren, zeitlosen Raumwirkung.

Sonderpreis (3.000 Euro): Innovation Center 2.0 in Potsdam / Architektur: SCOPE Architekten / Bauherr: SAP SE.

Sonderpreis (3.000 Euro): Neues Palais Potsdam - Sanierung der Decke zwischen Marmor- und Grottensaal / Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Dr. Krämer / Bauherr: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Sonderpreis (3.000 Euro): Wissenschafts- und Restaurierungszentrum in Potsdam / Architektur: Staab Architekten GmbH / Bauherr: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Auszeichnung einer Initiative (1.000 Euro): Errichtung eines Interimsneubaus für ein Studentencafé durch Studierende der Fachbereiche Kulturarbeit, Bauingenieurwesen, Architektur, Restaurierung und Design der Fachhochschule Potsdam.

Auszeichnung einer Initiative: Lübben (Spreewald) STADT.RAUM.SPREE

Eine Ausstellung zum Brandenburgischen Baukulturpreis ist vom 25. Oktober bis 16. November in der Geschäftsstelle der Bundesstiftung Baukultur, Schiffbauergasse 3 in Potsdam zu sehen, geöffnet montags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr, freitags von 14 bis 19 Uhr. Zum Preis ist außerdem eine Broschüre erschienen, die auf Anfrage versendet wird von der Brandenburgischen Architektenkammer (Telefon 0331-275910, info@ak-brandenburg.de) oder der Brandenburgischen Ingenieurkammer (Telefon 0331-743180, info@bbik.de).

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg