Standortrisiko Stromkosten - Energiewende-Barometer fällt

IHK-Energiewende-Barometer 2017 fällt im Osten Deutschlands

EEG-Umlage & Co. sind ein "echter Standortnachteil"

Die ostdeutschen Unternehmen bewerten die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit deutlich kritischer als in den anderen Regionen des Landes. Das zeigen die Ergebnisse* des vom Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) aktuell veröffentlichten Energiewende-Barometers 2017, an dem sich deutschlandweit 2.250 Unternehmen aus allen Branchen beteiligten, davon 400 aus den ostdeutschen Bundesländern. Der Barometerwert erreicht deutschlandweit auf einer Skala von - 100 bis + 100 den Wert** +1,0 und liegt damit leicht über dem Vorjahresniveau (2016: +0,8). In den Vorjahren lag er noch deutlich im negativen Bereich. Ein deutlicher Rückgang der Bewertung ist im Osten (2017: -3,6; 2016: -0,7) und im Norden (2017: +3,7, 2016: +6,4) zu verzeichnen.

Energiewende-Barometer 2017

Quelle: IHK-Energiewende-Barometer 2017, Regionale Bewertung der Energiewende, Indexwert (Dokument abrufbar unter www.dihk.de, S. 11)

Hauptgrund dafür sind die im regionalen Vergleich teils deutlich höheren und nochmals gestiegenen Netznutzungsentgelte und die damit verbundenen Wettbewerbsnachteile. So lautet eine Hauptforderung der befragten Unternehmen an die zukünftige Bundesregierung, die Stromzusatzkosten spürbar zu senken.

"Die Senkung der Stromzusatzkosten ist eine wichtige Voraussetzung für die allgemeine Akzeptanz der Energiewende" so Kristian Kirpal, Präsident der IHK zu Leipzig im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern im Freistaat Sachsen. "Die sächsischen Industrie- und Handelskammern plädieren daher für die zügige Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau (0,05 ct/kWh). Zudem muss die mit dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz vor kurzem beschlossene Harmonisierung der Netznutzungsentgelte wesentlich früher komplett umgesetzt werden als bis 2022. Von diesen Maßnahmen profitieren Wirtschaft und Bevölkerung gleichermaßen."

Die vollständigen Ergebnisse des IHK-Energiewende-Barometers. (PDF)

* Online-Unternehmensbefragung (Zeitraum: 12. bis zum 30. Juni 2017), an der sich das unternehmerische Ehrenamt und weitere Mitgliedsunternehmen der deutschlandweiten IHK-Organisation beteiligt haben.

** Der Wert beruht auf Antworten auf die Frage "Wie beurteilen Sie insgesamt die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens?", wobei die Einschätzung "sehr negativ" mit -100, "negativ" mit -50, "neutral" mit 0, "positiv" mit +50 und "sehr positiv" mit +100 in die Berechnung der durchschnittlichen Bewertung eingeht. Bei einem Durchschnittswert von 0 sind positive und negative Bewertungen ausgeglichen oder nur neutrale Bewertungen vorgenommen worden. Bei einem Wert von +100 hätten alle Befragten mit "sehr positiv" geantwortet.

Quelle: Industrie- und Handelskammer Dresden