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Ölleinblüte im Spreewald

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Zarte Blüten des Leins verzaubern den Spreewald

Schöneiche - In diesem Jahr trafen sich die Anbauer und Verarbeiter des Ölleins sowie Vertreter des Spreewaldvereins mit Pressevertretern zu einer gemeinsamen Pressekonferenz während der Blütezeit am Betriebssitz des Gurkenhofes Frehn, der in diesem Jahr auf 65 Hektar Öllein anbaut. In einleitenden Worten stellte Frau Kossatz kurz die Erfolgsgeschichte der funktionierenden Wertschöpfungskette bei Spreewälder Leinöl vor. Impulsgeber dafür war ein Projekt zur Vernetzung von Anbaubetrieben und Ölmühlen im Jahr 2014, gefördert durch die EU und das Land Brandenburg im Rahmen von LEADER. Anschließend gab Gastgeber Heinz-Peter Frehn einen Einblick in die Anbautechnologie des Ölleins. Nach einigen Kostproben frisch gepressten Leinöls folgte so gestärkt der Besuch eines ca. 30 Hektar großen Leinfeldes in der Nähe von Schöneiche. Ein blaues Blütenmeer empfing die Teilnehmer der Pressekonferenz. Am Feld tauschten sich die Experten mit den Pressevertretern über die diesjährigen Herausforderungen des Leinanbaus und der Leinverarbeitung aus.

Seit Hunderten von Jahren wird im Spreewald Öllein, umgangssprachlich auch Flachs genannt, angebaut und zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet. Das wohl bekannteste unter ihnen ist frisch gepresstes Spreewälder Leinöl. Auf ca. 225 Hektar Ackerfläche wächst in diesem Jahr im Spreewald Öllein. Das sind rund 100 Hektar mehr als im Vorjahr und damit der größte Anbauumfang seit Langem. Diese positive Entwicklung ist auf die gestiegene Nachfrage der Spreewälder Ölmühlen nach regionalem Rohstoff zurückzuführen. Die uralte Kulturpflanze Lein ist seit tausenden Jahren Begleiter der Menschheit. Schon Sumerer, Ägypter und Griechen legten Felder an, auf denen diese Pflanze wuchs. Fünf Spreewälder Landwirte verhelfen dem Lein zu seiner Renaissance. So verwandeln sich an mehreren Standorten im Spreewald alljährlich im Frühsommer mehr und mehr Flächen in Meere aus zartblauen Blüten.

Lein hat eine relativ kurze Vegetationszeit. In der Regel vergehen nur 120 bis 125 Tage zwischen Aussaat und Ernte. Erfahrene Landwirte sehen auf den ersten Blick, ob der Lein reif ist: die Blüten sind verschwunden; die Pflanze beginnt, sich braun und gelb zu verfärben. Schüttelt man die Leinkapsel, kann man darin die Samen leise rascheln hören. Mit modernen Messmethoden prüft der Landwirt den Feuchtigkeitsgehalt der Samen. Liegt dieser unter 9 Prozent, kann die Ernte beginnen. Sie erfolgt mit einem speziell eingerichteten Mähdrescher. Danach erfolgt die Reinigung der Körner, beim Gurkenhof Frehn durch Nutzung einer mobilen Reinigungsanlage. Andere Anbaubetriebe lassen die Reinigung von der Spreewaldmühle in Vetschau durchführen. Im Anschluss daran werden die so aufbereiteten Leinsamen an die Ölmühlen, die das Spreewälder Leinöl pressen, geliefert. Doch auch wenn die Anbauflächen größer werden, ist Spreewälder Leinöl keine Massenware. Denn der Ertrag liegt bei lediglich 1,0 bis 1,5 Tonnen pro Hektar. In jeder Flasche befindet sich also ein kleiner Schatz aus dem Spreewald. Aus diesem Grund bezeichnen die Bewohner der Region ihr Leinöl auch als "blaues Gold".

Über Generationen wurde das Wissen um die richtige, schonende Verarbeitung der Samen weitergegeben. Auch wenn heute moderne Technik in die Mühlen Einzug gehalten hat, ist das handwerkliche Können der Ölmüller unverzichtbar. Das Spreewälder Leinöl wird traditionell in zwei unterschiedlichen Verfahren gewonnen: Entweder mit einer Schneckenpresse oder mit einer Stempelpresse. In beiden Fällen werden die Samen nach vorherigem Aufbrechen unter hohem Druck zusammengepresst. Durch diese schonende, rein mechanische Behandlung, bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe, vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, erhalten.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter http://gutes-spreewald.de/gutes-aus-dem-spreewald/leinoel

Quelle: Spreewaldverein e.V.

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Tags:
Landwirtschaft, Ölmühlen, Spreewald
Datum:
Freitag, 23. Juni 2017, 09:23 Uhr
Kommentare zu "Ölleinblüte im Spreewald"
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