Einschätzung des Lausitzcamps zur LEAG Entscheidung

Klima- und Energiecamp 2017

Entscheidung der LEAG bringt keine Klarheit für die Lausitz und ist Verrat an internationalen Klimaschutzzielen

Cottbus - Das Lausitzer Klima-und Energiecamp spricht sich klar gegen die Entscheidung der LEAG aus, den Tagebau Nochten 2 in Teilen aufzuschließen. Die Vertagung einer Entscheidung um den Tagebau Welzow Süd 2 lässt außerdem die Bewohner der betroffenen Orte weiterhin in Unsicherheit über die Zukunft ihrer Dörfer. "Um die Klimaschutzziele bis 2030 einzuhalten, dürften bereits die genehmigten Tagebaue nicht mehr ausgekohlt werden. Der Teilaufschluss von Nochten 2 sowie die Vertagung einer Entscheidung über Welzow Süd 2 ist somit ein Verrat an den Menschen der Region und an internationalen Klimaschutzvereinbarungen, da ein sozial-ökologischer Strukturwandel mit dieser Entscheidung weiterhin verhindert wird," sagt Marvin Kracheel aus dem Organisationsteam des Lausitzcamps, welches dieses Jahr als Fahrradtour vom 21. bis 28. Mai stattfindet.

Landesregierung nun in der Pflicht

Auch aus energiepolitischer Sicht ist ein Aufschluss eines neuen Tagebaus nicht notwendig. So gibt es heute bereits massive Überkapazitäten im Stromnetz, die ins Ausland exportiert werden müssen. "Statt die Entscheidung der LEAG zu akzeptieren, muss die Landesregierung klare Spielregeln vorgeben. Das gilt sowohl für den Aufschluss neuer Tagebaue als auch die Sicherung der Rückstellungen für die Rekultivierung", erläutert Marvin Kracheel.

Lausitzcamp on Tour zeigt Alternativen zur Kohle auf

Während des Lausitzcamp on Tour werden Klimaaktivist_innen aus ganz Deutschland und Europa verschiedene Dörfer und Städte in der Lausitz besuchen, um auf die zerstörerischen Folgen des Braunkohleabbaus aufmerksam zu machen, sich mit Aktivist_innen aus der Region zu vernetzen und diese bei ihrem Widerstand gegen neue Tagebaue zu unterstützen. Auch eine enge Zusammenarbeit mit Gewerkschafter_innen ist geplant. "Wir werden weiterhin ein starkes Signal des Widerstands setzen und mit unserem Camp eine Dialogplattform für diesen bieten. Wir werden auf unserer Tour Alternativen zur Kohleverstromung aufzeigen und die Landesregierung aktiv an ihre Verantwortung gegenüber der Lausitz und den internationalen Klimaschutzzielen erinnern", erklärt Josephine Lauterbach aus dem Organisationsteam des Camps.

Quelle: Lausitzcamp