Baukultur und Tourismus: ExWoSt-Forschungsfeld startet in der Oberlausitz

http://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/2017/februar/ExWoSt-Forschung-Oberlausitz.jpg

ExWoSt-Forschungsfeld "Baukultur und Tourismus" startet in acht Modellvorhaben - Weißwasser und das Neißeland sind dabei

Bundesbauministerium fördert die Vernetzung im ländlichen Raum

Regionale Baukultur ist das Fundament für einen qualitätvollen Tourismus. Mit dem ExWoStForschungsfeld "Baukultur und Tourismus - Kooperation in der Region" bringen das Bundesbauministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) regionale Akteure aus dem Baubereich und Tourismus zusammen und stärken ein interdisziplinäres Arbeiten vor Ort. Dahinter steckt die Idee, dass sich "Baukultur", d.h. qualitätsvolles Planen und Bauen, und "Tourismus" im ländlichen Raum wechselseitig positiv beeinflussen können. Gerade in ländlichen Regionen Deutschlands wird das gewinnbringende Potenzial einer Zusammenarbeit häufig nicht wahrgenommen. Viele gute Gründe sprechen dafür, dies zu ändern.

Mit der Beteiligung an dem Forschungsfeld machen sich Weißwasser und seine Umgebung auf den Weg, Tourismus und qualitätsvolles Bauen und Planen zum Wohle der regionalen Entwicklung stärker zu verflechten.

Aus bundesweit über 70 Bewerbungen wurden acht Modellvorhaben ausgewählt - eines davon ist das Lausitzer Neißeland mit der Stadt Weißwasser. Die weiteren Modellvorhaben sind die Elbe-Weser-Region, der Landkreis Lüchow-Dannenberg, die Region Mecklenburg-Strelitz, die Region Schorfheide-Chorin (Landkreise Uckermark und Barnim), das Sauerland, die Stadt Mainbernheim in Nordfranken und die "Kooperation Südschwarzwald". In diesen Modellvorhaben soll die Grundlage für dauerhafte Kooperationen und Netzwerke gelegt werden. Dies könnte zum Beispiel die Förderung der Entwicklung historischer und moderner Architektur zu touristischen Anziehungspunkten sein. Die Arbeit in den einzelnen Modellvorhaben dient auch dazu, für andere Regionen und Städte beispielgebende und motivierende Ergebnisse zu erarbeiten.

Zur Auftaktveranstaltung trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aller Modellvorhaben am 2. und 3. Februar 2017 am Sorpesee im Sauerland. Im Vordergrund standen das Kennenlernen der anderen beteiligten Regionen und Akteure sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses zum Begriff Baukultur. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten dienen als Ansatzpunkt für die Strategien, Methoden und Maßnahmen vor Ort.

Für das Neißeland nahmen der Oberbürgermeister von Weißwasser, Torsten Pötzsch, sowie Heidi Pinkepank vom Institut für Neue Industriekultur INIK GmbH teil.

"Es war spannend, so unterschiedliche Ansätze kennenzulernen. Ich bin sicher, wir lernen viel voneinander und können manches in unserer Region umsetzen" so OB Pötzsch.

In Weißwasser und Umgebung wird es in den kommenden 2 Jahren insbesondere darum gehen, ein Bewusstsein für die Baukultur der klassischen Moderne sowie für industrielle Hinterlassenschaften zu fördern und vor diesem Hintergrund eine gestärkte Zusammenarbeit in der Region zwischen Vertretern der Bereiche Baukultur und Tourismus zu entwickeln. Mit Blick auf das Bauhausjubiläumsjahr 2019 wird es touristisch in den kommenden Jahren eine Fokussierung auf Architekturthemen insbesondere der Zeit zwischen den Weltkriegen geben. Die Region hat in dieser Hinsicht viel zu bieten. An erster Stelle stehen jedoch eine Identifizierung und Bewusstmachung dieser Orte sowie eine Vermittlung und Weiterentwicklung im Folgenden. Das soll Inhalt der Forschungsarbeit vor Ort sein. Zu Beginn des Projektes steht am 17.02.17 eine Bereisung von Vertretern des Forschungsfeldes und seiner Forschungsassistenz in Weißwasser und Umgebung an.

Mit dem Forschungsprogramm "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" (ExWoSt) fördert der Bund innovative Planungen und Maßnahmen zu wichtigen städtebau- und wohnungspolitischen Themen.

Das Forschungsfeld wird im Auftrag des BMUB und des BBSR vom Forschungsteam der "Arbeitsgemeinschaft BAUKULTOUR", bestehend aus dem Aachener Stadtplanungs- und Architekturbüro HJPplaner und der Tourismusberatung COMPASS aus Köln, durchgeführt.

Weitere Informationen zum Forschungsfeld unter:

Quelle: ExWoSt-Forschungsfeld "Baukultur und Tourismus - Kooperation in der Region", des Bundesbauministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)