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Lausitz: AktivistInnen ketten sich an Abraumförderbrücke F60

AktivistInnen ketten sich an Abraumförderbrücke F60

Abraumförderbrücke im Tagebau Nochten im lausitzer Braunkohlerevier von einer Aktionsgruppe blockiert

Seit heute morgen sind drei AktivistInnen mit einer Metallrohrkonstruktion und zwei Fahrradschlössern an den Punkt der Abraumförderbrücke F60 im Tagebau Nochten gekettet, an dem die zwei Abraum-transportierenden Förderbänder zusammenlaufen. Sie hängten ein Banner mit der Aufschrift "Wann begreift ihr endlich, dass man Geld nicht essen kann?".

Mit dieser Aktion wollen sie auf die massiven lokalen und globalen Folgen der Kohleverstromung aufmerksam machen.

"Vattenfall hat über viele Jahre massiv vom Kohleabbau profitiert. Jetzt, wo der Kostenberg in Sicht ist wird das Abbaugebiet verkauft, womit die Allgemeinheit für die Folgeschäden und -kosten aufkommen muss.", betont eine Aktivistin.

Die F60 transportiert den Abraum aus dem Tagebau, um es zu ermöglichen die tiefer liegenden Kohleschichten abzutragen. Die AktivistInnen gefährden keine ArbeiterInnen.

Die Aktionsgruppe möchte auch auf die seit 4 Wochen bestehende Besetzung Lautonomia zwischen Schleife und Mühlrose hinweisen, die sich dort dem fortlaufenden Braunkohletagebau widersetzt.

Besetzung im Abbaugebiet Tagebau Nochten

Aktuelle Informationen auch auf dem Lautonomia-Blog, zu finden unter www.lautonomia.blogsport.eu

Aktionserklärung

Heute, am 04. April 2015 haben wir im Tagebau Nochten die Abraumförderbrücke F60 besetzt. Wir bezwecken damit eine Störung der Maschienen.

Diese Aktion richtet sich nicht gegen die Angestellten von Vattenfall . Wir wollen zu keiner Zeit Mitarbeiter_innen gefährden.

Durch unser Vorgehen wollen wir der täglichen Zerstörung durch den Braunkohleabbau eine Weile Einhalt gebieten.

Uns ist bewusst dass wir mit der Besetzung der Geräte die Grenze der Legalität überschritten haben. Dennoch sehen wir unser Handeln als legitim an, da das Unrecht in der legalisierten Zwangsumsiedlung, globalen und lokalen Zerstörung und Verschmutzung zu finden ist.

Erst kürzlich endete das Bieteverfahren für Vattenfalls Braunkohlesparte in der Lausitz. Aber letztendlich macht es keinen Unterschied, wer von der Braunkohleverstromung profitiert, denn die katastrophalen Auswirkungen bleiben gleich. Auch der Nachfolge-Investor wird weder die Vernichtung von Lebensraum vor Ort stoppen, noch Verantwortung für sein Zutun zur globalen Erwärmung übernehmen. Denn das würde einen sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle bedeuten. Energiegewinnung ist eine veraltete Technik die sich nur noch durch massive staatliche Subventionen rentiert. Sind ein paar Jahre befristete Arbeit es Wert künftigen Generationen die Lebensgrundlage zu entziehen?

Mit dieser Aktion solidarisieren wir uns außerdem mit Huba, der für sein Einsatz gegen die Machenschaften der Braunkohlekonzerne mit Gefängnis bestraft wird.

Auch die drohenden rechtlichen Konsequenzen werden uns nicht davon abbringen zu handeln wie wir es in dieser Situation für notwendig halten. Wir möchten in all unseren Aktivitäten die Existenzgrundlage aller Lebewesen über die Profitinteressen von Konzernen stellen.

Was vor 5, 10 oder 15 Jahren bereits der Braunkohle zum Opfer fiel können wir nicht mehr retten. Aber wir können im Hier und Jetzt versuchen etwas zu bewegen.

Denn zu spät ist es erst wenn man aufgibt.

Quelle: LAUtonomia

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Tags:
Klimaschutz, Nochten, Tagebau
Datum:
Montag, 4. April 2016, 08:15 Uhr
Kommentare zu "Lausitz: AktivistInnen ketten sich an Abraumförderbrücke F60"
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