Silvesterkarpfen aus Brandenburg

Silvesterkarpfen aus Brandenburg

Silvesterkarpfen aus Brandenburger und Lausitzer Teichwirtschaften

Es ist in vielen Familien Brandenburgs und anderswo eine gute Tradition, dass zum Jahreswechsel ein Silvesterkarpfen auf den Tisch kommt. Das ausklingende Jahr war aus Sicht der Teichwirtschaft im Land eher ein durchschnittliches Jahr. Mit etwa 800 Tonnen Karpfen wird in diesem Jahr gerechnet, genaue Zahlen liegen dazu aber noch nicht vor. Wegen des trockenen Sommers liegt der Ertrag nach ersten Schätzungen knapp unter dem Vorjahresergebnis.

Zwar gehen die ersten Festtagskarpfen schon vor den Weihnachtsfeiertagen über die Ladentheke in Brandenburger und Berliner Küchen, doch zum Jahresende sind nach wie vor Karpfen von drei bis fünf Pfund besonders begehrt. Natürlich werden auch andere Fischarten wie Hecht, Zander und Aal nachgefragt, aber Karpfen ist zu dieser Zeit eben der Klassiker. Der Preis liegt mit durchschnittlich sechs Euro je Kilogramm auf dem Niveau des Vorjahres.

Für einige gehört der Karpfen ganz selbstverständlich zu Silvester, hauptsächlich ist das aber noch in den ländlichen Regionen weit verbreitet. Junge Leute in den Städten kochen zwar wieder sehr gern selbst, doch ist die Karpfenzubereitung schon eine kleine Herausforderung, der sich nicht jeder stellen will. Die Anzahl derer, die sich entweder auf die Tradition zurückbesinnen oder aber mit dem Karpfen eine geschmackliche und zudem gesunde Neuentdeckung suchen wächst aber wieder. Ob nun traditionell als Karpfen blau oder gebacken, als frittierte Karpfensticks oder Karpfen russisch - die Liste der Zubereitungsvorschläge ist lang. Dank moderner Medien gibt es einen schnellen und breiten Zugang zu Rezepten, Tipps und Tricks für die Zubereitung von Karpfengerichten aus der regionalen oder auch internationalen Küche. Zudem liefern einige Fischereibetriebe den Fisch sogar küchenfertig vorbereitet mit Rezeptvorschlag bis an die Haustür.

Die Karpfenteichwirtschaft ist mit der Brandenburger Geschichte und Kultur seit einem halben Jahrtausend fest verbunden. Aus Asien stammend fand diese Wirtschaftsform ihren Weg über das römische Reich nach Europa. Über die Jahrhunderte entwickelte sich der Karpfen als Fleischersatz zum großen Renner in christlichen Fastenzeiten. So ist es auch zu erklären, dass sich viele Teichwirtschaften ganz in der Nähe von alten Klöstern befinden.

Heute bewirtschaften in Brandenburg 30 Haupterwerbsbetriebe noch knapp 4.000 Hektar der einst künstlich angelegten Teichflächen. Einzelne, nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu erhaltene Teichflächen, mussten in den letzten Jahren aus betriebswirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden. Dies ist umso bedauerlicher, da Teiche nicht allein nur der ökologisch verträglichen Karpfenproduktion dienen. Sie sind auch Lebensraum für eine Vielzahl anderer, zum Teil bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Der Erlös aus der Direktvermarktung am Jahresende ist für den Teichwirt so auch Lohn für seinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Land.

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt  und Landwirtschaft des Landes Brandenburg