Zittau: Rettung der Mandaukaserne

Rettung der Mandaukaserne

Denkmalschutz-Veranstaltung als Motor zur Rettung der Mandaukaserne

Wie viel alte Bausubstanz können wir uns leisten?

"Was weg ist, ist weg!" eröffnete der denkmalpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Wolfram Günther, am vergangenen Freitag (11.12.2015) eine zusammen mit dem Zittauer Stadtrat Matthias Böhm (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) organisierte Veranstaltung zum Umgang mit leerstehenden größeren Denkmalen. Günther rät, leerstehende historische Bausubstanz mit einfachen Mitteln zu sichern und für spätere Nutzungen zu bewahren. Neben Günther und Böhm diskutierten Barbara Ditze vom Netzwerk Industriekultur Sachsen, Elke Fasler vom Stadtforum Zittau und René Nestler, Vorsitzender des Vereins "Freunde der Mandaukaserne Zittau" mit über 50 BesucherInnen.

Die Schauburg als Veranstaltungsort untermauert Günthers Auffassung trefflich: Thomas Göttsberger vom Stadtforum Zittau hatte sie mit 2 Mitstreitern erworben und notgesichert, ohne ein konkretes Nutzungskonzept vor Augen zu haben: In diesem Jahr startet ein neues Eigentümerpaar nun mit der Schauburg als Veranstaltungsort.

Ähnlich geht Göttsberger jetzt bei der Mandaukaserne vor: Zur Notsicherung des Südturms lässt er seit Freitag ein Gerüst aufstellen. Die veranschlagten 10.000 € für Einrüstung und Sicherungsarbeiten schießt er vor, hofft aber auf eine breit angelegte Spendenaktion: Dafür gab es Beifall im Saal und Unterstützung. So will nicht nur der Betreiber von Franke-Tank eine Spendenbüchse bei sich hinstellen.

Zur Frage aus dem Publikum, wie viele historische Großbauten sich die Stadt Zittau angesichts sinkender Einwohnerzahlen leisten kann, zog Stadtrat Böhm einen Vergleich zur historischen Innenstadt: "Wir werden sicher nicht für jedes Altstadthaus eine Nutzung finden. Dennoch muss die ganze Innenstadt als Ensemble gesichert werden." Rückendeckung erhielt Böhm vom Bauingenieur Peter Luthardt, der einst in der Stadtverwaltung Zittau tätig war: Ein Rückbau der Mandaukaserne würde eine städtebauliche Lücke zwischen Innenstadt und Südstadt reißen. Hier wird das Schlieben-Schulzentrum gerade aufwendig saniert, die "Heimstätten" sind langfristig im Bestand gesichert. Auch die Funktion als Eingangstor für BesucherInnen aus Polen und Tschechien müsse bedacht werden.

Barbara Ditze stellte zahlreiche Beispiele von Nachnutzungen großer, alter Gebäude auch aus kleineren Städten vor und betonte: "Junge UnternehmensgründerInnen sieht man in ihren Büros häufig vor unverputzten Backsteinwänden." Derartige alte Bausubstanz sei bei dieser Generation "in" und in Leipzig schon vollständig belegt, sodass der Druck auf das Umland wachse. Mittelfristig könnte diese Nachfrage - aufgrund der interessanten Lage im Dreiländereck - auch nach Zittau schwappen: Das erste Zittauer Wächterhaus in der Inneren Weberstr., das ehemalige Kaufhaus Messow, ist bereits komplett mit KünstlerInnen und Freiberuflern "ausgebucht".

Erfreulich ist: Der weit überwiegende Tenor im Publikum zielte in Richtung Erhalt der Mandaukaserne. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit und Größe wurde auch kaum Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen, Angeboten oder Planungen gesehen.

Info zum Spendenkonto

Kontoinhaber: Freunde der Mandaukaserne e.V.
IBAN: DE17 1207 0024 0568 8833 60
BIC: DEUTDXXX
Deutsche Bank Zittau
Verwendungszweck: Notsicherung Südturm Mandaukaserne

Bei Adressangabe erfolgt die Zusendung einer Spendenquittung.

Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Görlitz