Grundwassersanierung in Zeesen

Grundwassersanierung in Zeesen

Start der Grundwassersanierung am ehemaligen "Progress-Werk" in Zeesen

Am 17. November 2015 fiel auf dem Gelände des ehemaligen Progress-Werkes in Zeesen der Startschuss für den Beginn der aktiven Grundwassersanierung.

Ursache der schwerwiegenden Grundwasserverunreinigung war die Nutzung des Geländes durch die sowjetischen Streitkräfte nach dem Ende des zweiten Weltkrieges bis 1990 als Reparaturwerk für Militärfahrzeuge und Busse des Typs "Progress".

In den 1990iger Jahren wurden umfangreiche Boden- und Grundwasser-Untersuchungen der Verdachtsflächen durchgeführt, wie zum Beispiel Montage- und Demontagehallen, Motorenprüfstände, Ölbunker, Tanklager, Galvanik und chemische Reinigung. "Zwischen 1998 und 2006 wurden lokale Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers teilsaniert und ca. siebzig Tonnen Mineralöle aus dem Boden sowie drei Tonnen halogenierte Kohlenwasserstoffe aus dem Grundwasser entfernt. Auf Basis dieser Datenlage konnte die Kontaminationsfreiheit des Bodens und damit die Möglichkeit der gewerblichen Nutzung des Grundstückes attestiert werden", informiert Dr. Ronald Obst von der Unteren Bodenschutzbehörde des Landkreises.

Eine Neubewertung des Sanierungstandes des Grundwassers im Jahr 2007 habe umfangreiche Erkenntnisgewinne für eine Strategieanpassung gebracht, die in Kombination mit weiteren Grundwasseruntersuchungen in die nun begonnene aktive Sanierungsmethode mündete, schätzt der Experte ein. "Demnach wird das Grundwasser in eine Reinigungsanlage gepumpt, gereinigt und anschließend wieder in das Grundwasser über ein Becken infiltriert. Da die natürlichen Abbau- und Rückhalteprozesse für eine Elimination der Schadstoffe im Grundwasser nicht ausreichen, soll der mikrobiologische Abbau gezielt intensiviert werden", erläutert Ronald Obst. Das Konzept am Standort sehe vor, die Stimulierbarkeit des Abbaus durch Sauerstoff und Nährstoffdosierung umzusetzen, auf Basis eines effizienten in-situ-Injektionsverfahrens.

Der Abbau der Schadstoffe werde an den installierten Grundwassergütemessstellen ermittelt und stetig kontrolliert, versichert der Fachmann.

Die Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald wird die Öffentlichkeit weiter über die Sanierungsarbeiten informieren.

Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald