Bahnprojekt Knappenrode-Horka-Grenze - Wölfe im Fokus

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Wölfe im Fokus - Bahnprojekt optimiert Schutz von Wildtieren an der Ausbaustrecke Knappenrode-Horka-Grenze Deutschland/Polen

In Kooperation mit den Wildtierexperten der TU Dresden geht die Deutsche Bahn neue Wege beim Naturschutz an Bahnstrecken

Die 55 Kilometer lange Ausbaustrecke Knappenrode-Horka-Grenze Deutschland/Polen tangiert einige sehr wertvolle Schutzgebiete, darunter das UNESCO Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. "Die Deutsche Bahn hat ein großes Interesse daran, Natur und Umwelt beim Streckenausbau zu schonen und Wildkollisionen im späteren Bahnbetrieb möglichst gering zu halten", unterstreicht Ulrich Mölke, Projektleiter der Deutschen Bahn für den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Knappenrode-Horka-Grenze D/PL.

In enger Zusammenarbeit mit den Wildtierexperten der TU Dresden hat man dazu einen innovativen Lösungsansatz gewählt und vom Eisenbahn-Bundesamt bestätigt bekommen. Die Wissenschaftler suchen nun nach den wirkungsvollsten Schutzmaßnahmen, um in Streckenabschnitten mit besonders vielen Wildquerungen, Kollisionen der Tiere mit Zügen zu vermeiden.

Hierzu fanden unter wissenschaftlicher Leitung bereits eine Reihe von Versuchen zur Verhaltenssteuerung von Rotwild, Rehen, Wildschweinen und gesondert von Wölfen mittels spezieller Zäune sowie optischer und akustischer Warnreize statt.

Außerdem wird auf Basis eines Monitorings der Kollisionssituation nach Wiederinbetriebnahme der ausgebauten Bahnstrecke bestimmt, an welchen Stellen Schutzmaßnahmen besonders sinnvoll sind. Dort sollen dann kurze, streckenparallele Zäune (1-2 Kilometer) und darin eingelagerte rund 60 Meter breite Lücken installiert werden. An diesen Zaundurchlässen können die Tiere die Strecke queren. Bei einer Zugdurchfahrt allerdings sollen die oben genannten Warnreize die Tiere kurzzeitig von einer Querung abhalten.

Damit ist zukünftig in großen Bereichen entlang der Strecke eine weitgehend barrierefreie Lebensraumnutzung der Wildtiere möglich. Da es bisher zwar bereits Vergrämungstechnik für Rot-, Reh- bzw. Schalenwild gibt, jedoch noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen zu wirksamen Warnmethoden beim Wolf, wurde hierfür im Wildgehege Moritzburg eine spezielle Versuchsanlage errichtet. Die bisherigen Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass laute und nicht natürliche Geräusche eine gute Wirksamkeit aufweisen. Ein bereits in Polen, dem Baltikum und Russland erfolgreich eingesetztes System, welches auf natürliche Warn-, Flucht- und Schmerzlaute verschiedener Tiere setzt, soll nun ebenfalls auf seine Wirksamkeit speziell bei Wölfen untersucht werden.

Das Projekt "Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Knappenrode-Horka-Grenze Deutschland/Polen

  • Streckenlänge: 55 Kilometer
    Gesamtinvestition des Projektes: ca. 520 Mio. EUR aus Mitteln des Bundes, der Deutschen Bahn, der EU und des Freistaates Sachsen
  • Geplante Inbetriebnahme (2-gleisig und elektrisch) von Knappenrode bis zur Grenze: 12/2018
  • Geschwindigkeit:
    • Knappenrode - Abzweig Särichen 160 km/h (für Personenverkehr)
    • Abzweig Särichen - Grenze D/PL 120 km/h (nur Güterverkehr)

Weitere Informationen zu diesem und anderen Bauprojekten der Deutschen Bahn finden Sie im BauInfoPortal unter www.deutschebahn.com/bauprojekte

Mehr Informationen über die DB auf dem Weg zum Umwelt- Vorreiter: www.deutschebahn.com/gruen

Quelle: Deutsche Bahn AG