Qualitätsmanagement im Radtourismus

Qualitätsmanagement im Radtourismus

Brandenburg verstärkt Qualitätsmanagement über ADFC-Siegel hinaus

Mit seinem Netz aus rund 11.000 Kilometern touristischer Radwege zählt Brandenburg zu den beliebtesten Radreisezielen Deutschlands. 850 Millionen Euro und damit ein Viertel des gesamttouristischen Umsatzes jährlich bringt der Radtourismus in die Kassen. Ein besonderes Augenmerk liegt daher auf der Qualität des Wegenetzes, die für die Vermarktung von entscheidender Bedeutung ist. Brandenburg wird dazu nun sein eigenes Qualitätsmanagement etablieren und vorerst die ADFC-Klassifizierung von Radfernwegen aussetzen.

Bereits im Jahr 2008 war Brandenburg bei der Qualität der Radwege Vorreiter, denn die regionalen Tourismusorganisationen des Landes haben gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub e.V. (ADFC) die sogenannte ADFC-Sterneklassifizierung für die Radfernwege entwickelt. Das System wurde dann in der Folge auf ganz Deutschland und angrenzende Länder ausgedehnt. Obwohl Brandenburg bei der Zahl der ADFC-Qualitätsradrouten in den letzten Jahren stets die Spitzenposition eingenommen hat, geht das Land beim Qualitätsmanagement der Radwege jetzt andere, eigene Wege.

"Die Radfernwege, die dem System der Sterneklassifizierung unterzogen werden, machen nur einen Teil des Radwegenetzes in Brandenburg aus. In den letzten Jahren hat sich das radtouristische Angebot im Land deutlich weiterentwickelt. Es gibt eine große Anzahl von Regionaltouren, die bei dem bisherigen Qualitätssystem unter den Tisch gefallen sind, die aber gerade für Urlauber und Tagesgäste eine große Rolle spielen und die auch von den Einheimischen für den Alltagsverkehr genutzt werden. Die ausschließlich touristische Sicht auf die Radwege ist gerade im ländlichen Raum nicht mehr zeitgemäß", sagt Dieter Hütte, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH.

Um diesen veränderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, haben die regionalen Tourismusorganisationen und der Landestourismusverband Brandenburg (LTV) gemeinsam mit der TMB entschieden, ein eigenständiges und weiterentwickeltes Qualitätsmanagement von Radwegen auf den Weg zu bringen.
"Die ADFC-Klassifizierung war ein wichtiger Meilenstein. Vor 2008 gab es keine verbindlichen Kriterien für die Qualität, die auch die Kundensicht widerspiegelten. Erstmals wurden damit für die linear führenden Radfernwege die gleichen Standards für das gesamte Land entwickelt. In den vergangenen sieben Jahren haben wir hier wichtige Erfahrungen machen können, stellen nun aber fest, dass wir mit dem bestehenden System, dem Radtourismus in Brandenburg nicht mehr gerecht werden. Im Netzwerk "Aktiv in der Natur" haben die Reiseregionen dann die Idee entwickelt, ein eigenständiges System zu etablieren und dafür mit Partnern zusammen zu arbeiten", erklärt LTV- Geschäftsführer Peter Krause.

Ein wichtiger neuer Partner ist das Portal www.maerker.brandenburg.de über das Bürgerinnen und Bürger ihre Verwaltung auf einfachem Weg auf Infrastrukturprobleme hinweisen können. Die beteiligten Kommunen haben ihr Serviceversprechen gegeben, innerhalb von drei Tagen auf den Hinweis zu reagieren.

"In Kürze wird die Kategorie "Touristische Rad- und Wanderwege" freigeschaltet. Wer also künftig bei seiner Radtour feststellt, dass ein Schild fehlt oder mitten auf dem Weg ein großes Loch im Asphalt ist, der kann dies nach der Tour zuhause oder auch direkt unterwegs über sein Smartphone eingeben. Die Information landet dann automatisch bei der Stelle, die als Bauträger für den Zustand der Wege zuständig ist, oder beim regionalen Tourismusverband", erläutert Dr. Ortwin Böckmann, Leiter des Kommunalen Anwendungszentrums Brandenburg beim Zentralen IT-Dienstleister (ZIT-BB) die Systematik beim Portal Maerker.

Touristen, Ausflügler, Einwohner - alle die die Radwege nutzen - werden so bei der Qualitätskontrolle eingebunden.

Neben den Informationen, die über den Maerker hereinkommen, wird es außerdem weiterhin auf den touristischen Routen Teams geben, die die Radwege befahren und kontrollieren. Anders als bisher, werden die Daten zukünftig über mobile Endgeräte digital erfasst. Dies spart den Schritt der späteren Eingabe und Daten können zentral für alle Nutzer vorgehalten werden. Außerdem sollen spezielle Auswertungen aus der Radverkehrsanalyse einfließen.

Weitere Informationen:

Quelle: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH