Familienfreundliche Unternehmen in Dahme-Spreewald ausgezeichnet

Dahme-Spreewald zeichnet "Familienfreundliche Unternehmen 2015" aus

Hohes Engagement für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Für ihr vorbildliches familienfreundliches Engagement zeichnete Landrat Stephan Loge am 23. Oktober 2015 in Wildau im Rahmen eines Wirtschaftsempfanges drei Unternehmen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald aus. Sie setzten sich aus sieben Bewerbern durch, die am Wettbewerb "familienfreundliches Unternehmen" teilgenommen hatten. Der Landkreis Dahme-Spreewald rief zum zweiten Mal zu dem Wettbewerb auf, um das Thema "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

"Immer mehr Unternehmen schaffen attraktive, familienfreundliche Angebote und leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Dahme-Spreewald. Mit dem Wettbewerb wollen wir diesen Trend fördern und einen Erfahrungsaustausch zwischen unseren Unternehmen anregen", sagte Landrat Stephan Loge.

Gesucht wurden Unternehmen, die mit neuen Konzepten, Ideen und Initiativen dazu beitragen eine bessere Balance zwischen Beruf und Familie herzustellen. Eine Jury, bestehend aus Vertretern des Landkreises, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der IHK und der Handwerkskammer, des DGB, des Jobcenters, der Arbeitsagentur und der Zukunftsagentur Brandenburg, hat sich intensiv mit den eingereichten Bewerbungsunterlagen beschäftig. Schwerpunkte bei der Bewertung waren Flexibilität in der Arbeitsorganisation und bei Arbeitszeitregelungen, Möglichkeiten der Kinderbetreuung und Elternförderung, Serviceleistungen für Beschäftigte und ihre Familien und die Unterstützung von Beschäftigten, die Angehörige pflegen. Zudem hat die Jury die Unternehmen vor Ort besucht und ist zu einer Entscheidung gekommen.

Die Preise wurden nach drei Größenkategorien verliehen: Unternehmen bis zu 10 Beschäftigte, mit 11 - 50 Beschäftigte und mit 51 - 250 Beschäftigte.

Die Auszeichnungen gingen an folgende Unternehmen:

  • In der Kategorie bis 10 Beschäftigte: Steuerberaterin Kathrin Große
  • In der Kategorie 11-50 Beschäftigte: airkom Druckluft GmbH
  • In der Kategorie 51-250 Beschäftigte: Reha-Zentrum Lübben

Darüber hinaus hatten sich folgende Betriebe am Wettbewerb "Familienfreundliches Unternehmen im LDS" beteiligt:

  • Reinigungsunternehmen der Johann A. Meyer GmbH aus Wildau
  • Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY aus Zeuthen
  • Spreenhagener Vermehrungsbetrieb für Legehennen GmbH aus Bestensee, Wildauer Sportbetriebsgesellschaft mbH.

Landrat Stephan Loge dankte allen Unternehmen für ihre engagierte Teilnahme: "Sie alle praktizieren im Arbeitsalltag Lösungen, um die individuellen Wünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Zielen ihrer Unternehmen weitestgehend in Übereinstimmung zu bringen. Damit geben sie neue Impulse für Unternehmen, die in Sachen Familienfreundlichkeit noch nach Lösungen suchen. Ich würde mich freuen, wenn Sie alle in zwei Jahren wieder mitmachen und hoffe, dass Sie mit ihren Ideen auch andere Unternehmen zur Teilnahme ermutigt haben".

"Wir brauchen einerseits Fachkräfte und haben andererseits ein demographisches Problem. Da fast die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen auch Mütter sind, ist Familienfreundlichkeit für Unternehmen kein Luxusthema, sondern kluge Personalpolitik. Wer jungen Frauen, aber auch Männern, über die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bessere Karrierechancen eröffnet, stärkt auch seine Wettbewerbsfähigkeit. Das erkennen immer mehr Unternehmen und stellen sich darauf ein", erklärt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.

Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald, sieht den Wettbewerb als Anregung für einen Erfahrungsaustausch: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für Unternehmen eine wichtige Strategie gegen den drohenden Engpass bei Fachkräften. Familienfreundliche Angebote binden Menschen an die Region und verschaffen den Unternehmen dadurch wichtige Wettbewerbsvorteile."

Sozial- und Familiendezernent Carsten Saß, der auch in der Wettbewerbsjury mitgearbeitet hat, schätzte ein, dass dem Thema Familienfreundlichkeit zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt werde. "Mit familienfreundlichen Modellen erhöhen die Arbeitgeber ihre Attraktivität für qualifizierte Arbeitnehmer mit Familie und Kindern."

Die Gewinner wurden mit einem Kunstwerk geehrt, das die heimische Künstlerin Beate Bolender aus Golßen entworfen und hergestellt hat.
Der Preis ist eine Glasskulptur und stellt eine Familie dar.

Sieger des zweiten Wettbewerbs "Familienfreundliches Unternehmen 2015" im Landkreis Dahme-Spreewald

In der Kategorie bis 10 Beschäftigte:  Steuerberaterin Kathrin Große aus Königs Wusterhausen

Die Steuerberaterkanzlei in Königs Wusterhausen besteht seit 2008. Frau Kathrin Große hat acht Mitarbeiterinnen, davon eine alleinerziehend, beschäftigt.
Familienfreundlichkeit wird im Unternehmen tatsächlich gelebt. Kathrin Große sieht eine familienfreundliche Personalpolitik als wichtigen Faktor in Zeiten des Fachkräftemangels. Sie unterstützt ganz bewusst ihre Mitarbeiterinnen und bietet Hilfe für die sechs berufstätigen Mütter an.
Flexible Arbeitszeitmodelle wie gleitende Arbeitszeit, Teilzeitregelungen und die Möglichkeit für Heimarbeit wirken sich positiv auf das Familienmanagement aus.
Als Arbeitgeberin beteiligt sich Frau Große an den Kosten für die KITA-Betreuung und übernimmt die volle Fahrtkostenerstattung für den Arbeitsweg ihrer Beschäftigten. Home-Office-Arbeitsplätze erleichtern während der Elternzeit, Pflege eines Angehörigen oder während der Erkrankung des Kindes den Familienalltag.
In außergewöhnlichen Situationen wie zum Beispiel KITA-Streik können Eltern ihre Kinder ins Unternehmen mitbringen. Kathrin Große bietet ihren Mitarbeiterinnen organisatorische und finanzielle Möglichkeiten für Qualifizierungen.
Gemeinsame Essen zu speziellen Anlässen erhöhen den Wohlfühlfaktor für beide Seiten.

In der Kategorie bis 11-50 Beschäftigte: airkom Druckluft GmbH aus Wildau - Geschäftsführer Jens Warnken

Das Unternehmen wurde als Komplettanbieter von Druckluft- und Industriekühlanlagen Jahr 2000 gegründet, beschäftigt 33 Mitarbeiter, davon sechs Frauen.
Was bedeutet Familienfreundlichkeit in einem Unternehmen, in dem überwiegend unter Montagebedingungen gearbeitet wird?
Familienfreundlichkeit und aktives Gesundheitsmanagement als wesentliche Bestandteile der Sozialkompetenz des Unternehmens bestimmen die gesamte Unternehmenskultur und das Betriebsklima. Dem sozialen Faktor im Unternehmen hat bereits die Gründerin Frau Petra Damm hohen Stellenwert eingeräumt. Nach ihrem Tod im Jahr 2013 werden diese Prinzipien im Unternehmen ganz bewusst weiter gelebt, gestaltet und entwickelt. Sie sind ein wesentliches Argument, um Fachkräfte, die das Unternehmen für die weitere Entwicklung dringend benötigt, zu interessieren und zu binden und die Mitarbeitermotivation zu stärken. Aus Sicht des Geschäftsführers werden diese Punkte in Bezug auf die Fachkräftegewinnung künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen. Der Fakt, dass das Unternehmen überhaupt keine Mitarbeiterfluktuation zu verzeichnen hat, spricht dafür, dass sich die Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld geachtet und geschätzt fühlen.
Im Unternehmen gibt es ein internes Gesundheitsmanagement (Arbeitsplatzberatungen, günstige Lichtverhältnisse an Arbeitsplätzen, Mitarbeiter Fitness wird durch Kostenbeteiligung am Ticket für das WILDORADO gefördert, Gestaltung Pausenraum u.a.). Eine Gesundheitskoordinatorin achtet insbesondere darauf, dass sich physische und psychische Faktoren der Mitarbeiter im Ausgleich befinden.
Kommunikation ist das Grundprinzip im Unternehmen. Mitarbeiter werden bei der Konfliktbewältigung, der Pflege eines Angehörigen, auch bei Umzügen unterstützt. Kinder von Mitarbeitern können zum Beispiel in den Ferien mit in das Unternehmen gebracht werden. Bei Erkrankung des Kindes wird die Lohnfortzahlung durch das Unternehmen bis zu 20 Tagen gewährt.
Weitere familienfreundliche Maßnahmen wie Anpassung der Auszubildendenvergütung oder gemeinsame Veranstaltungen und Betriebsausflüge gehören zur Unternehmensphilosophie.

In der Kategorie bis 51-250 Beschäftigte: Reha Zentrum Lübben Kliniken Prof. Dr. Schedel GmbH Geschäftsführer Sebastian Schedel

Die Fachklinik für Orthopädie und Onkologie wurde 1996 gegründet, beschäftigt 188 Mitarbeiter, davon 146 Frauen. Mit einem Frauenanteil von über 75% ist Familienfreundlichkeit eine große Herausforderung für dieses Unternehmen. Eine Fülle von Maßnahmen und Unterstützungsangeboten sind über Betriebsvereinbarungen geregelt. Das Unternehmen wieß, dass gute Fachkräfte im medizinischen Bereich in Lübben schwer zu bekommen sind.
Zu den familienfreundlichen Maßnahmen gehören Arbeitszeitkonten ,Gleitzeit, flexible Arbeitszeitgestaltung ,Telearbeit und Job - Sharing. Sonderregelungen greifen bei Krankheit und Pflege von Familienangehörigen. Für die Kinderbetreuung gibt es finanzielle, organisatorische und vermittelnde Unterstützung von der Klinik. Zum Beispiel werden Windeln für Kinder von Mitarbeitern auf Firmenkosten zur Verfügung gestellt.
Die Arztbehandlung der Mitarbeiter durch einen eigenen Arzt des Hauses, die Beteiligung an Fahrtkosten der Mitarbeiter durch die Ausgabe von Tankgutscheinen, die Unterstützung von sieben Beschäftigten, die pflegebedürftige Angehörige betreuen, ein aktives Gesundheitsmanagement, die Speisenversorgung der Mitarbeiter setzen die Reihe der familienfreundlichen Angebote für die Belegschaft fort. Sie sind Ausdruck für die hohe Wertschätzung der Mitarbeiter. Sie bestimmen das gute Betriebsklima des ganzen Hauses und sind für Patienten und Gäste spürbar.

Der Wettbewerb "Familienfreundliches Unternehmen" findet im Rhythmus von zwei Jahren im Landkreis Dahme-Spreewald statt.

Landkreis Dahme-Spreewald