Lausitzer Betriebsräte der Servicebetriebe schreiben an Vattenfall

Offenen Brief der Betriebsräte von Dienstleistungsunternehmen an Vattenfall-Vorstände

http://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/logos/ig_metall.png Mit einem offenen Brief haben Ende September Betriebsräte von mehreren Dienstleistungsunternehmen aus der Lausitz ihre Sorge über die aktuelle Entwicklung geschildert. Wegen bestehender Unsicherheiten durch fehlende politische Entscheidungen und den angekündigten Vattenfall-Verkauf werde derzeit kaum investiert. Auch Instandhaltungsaufträge seien extrem zurückgefahren worden. Zusätzlich wird jetzt nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht. Damit erhöhe sich der Kostendruck auf die Servicebetriebe, die überwiegend als Werkvertragsunternehmen für Vattenfall tätig sind.

IG Metall und Betriebsräte fordern das Vattenfall-Management auf, sich für eine Wiederherstellung eines fairen Miteinanders und des Grundsatzes „Besser statt billiger!" einzusetzen.

Ralf Köhler von der IG Metall in Cottbus kennt die Sorgen der Dienstleister. Diese haben jetzt zusätzliche Nahrung erfahren, seitdem Vattenfall ein Beratungsunternehmen damit beauftragt hat, bei den umsatzstärksten Servicepartnern nach Sparmöglichkeiten zu forschen. Betriebsräte und IG Metall sehen dadurch ihre Arbeits- und Tarifkonditionen in Frage gestellt und Personalabbaupläne befördert, so Köhler.

Die Betriebsräte der Servicepartner fordern deshalb in dem Brief faire kollektive Rahmenbedingungen für ihre Beschäftigten. Vattenfall als Partner der Region sollte Verrechnungssätze vereinbaren, die dies auch ermöglichten. Die Geschäftsmodelle der Dienstleister müssten soziale Standards gewährleisten, die von Vattenfall akzeptiert werden. Dazu gehöre neben einer betrieblichen Interessenvertretung auch eine Tarifbindung. Die Einhaltung dieser Grundlagen dürfe nicht zu Nachteilen bei der Auftragsvergabe führen, sondern müsse zum Gütesiegel werden, heißt es in dem Schreiben.

Ziel ist es auch, dass sich 25 Jahre nach der Wende mehr Beschäftigte aus nicht tarifgebundenen Unternehmen trauen sollen, offen für ihre Rechte einzutreten. Wenn nämlich Auftraggeber wie z.B. Vattenfall auch Tarifbindungen bei Servicebetrieben akzeptieren, läuft das Argument ins Leere, dass man Arbeit nicht verteuern darf, um wettbewerbsfähig zu sein. Dann würde die Forderung der Landesregierung Brandenburg, im Zuge einer guten Sozialpartnerschaft "Mit attraktiven Arbeitsbedingungen" für Fachkräfte und die eine attraktive Region zu werben, eher realisierbar sein.

Quelle: IG Metall Cottbus & Südbrandenburg