Niederschlesien - Sachsen wirbt für engere Zusammenarbeit

Wirtschaftsminister Dulig wirbt in Breslau für engere Zusammenarbeit Sachsens und Niederschlesiens

"Viele Anknüpfungspunkte bei Forschung, Tourismus und Bergbau"

Am zweiten Tag seiner Breslaureise hat Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig heute Vormittag den "Kampus Pracze" an der Stadtgrenze von Breslau besucht: Dort entsteht das Forschungszentrum EIT+, eines der modernsten seiner Art in Europa, das Spitzenforschung in den Bereichen Bio-, Nanotechnologie, Klima- und Energietechnik sowie für strategische Rohstoffe betreibt. Die polnischen Forscher streben eine enge Zusammenarbeit mit sächsischen Universitäten und Fraunhofer- sowie Helmholtz-Zentren im Freistaat an. "Was wir hier gesehen haben, ist Spitzenforschung auf höchstem Niveau. Ich bin beeindruckt, was man hier aufgebaut hat, dazu gehört viel Mut. Auch wir Sachsen können hier aktiv mitforschen und unsere eigene Forschungslandschaft ergänzen", beschreibt Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig seine Eindrücke. Für Studenten und Doktoranden bieten sich hervorragende Möglichkeiten zum Forschungsaustausch. Vor allem mit der TU-Bergakademie Freiberg und dem Geo-Kompetenzzentrum wird eine Zusammenarbeit beabsichtigt.

Wirtschaftsminister Dulig

Zu einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch kam es am Mittag mit dem Vize-Marschall für Wirtschaft und Bergbau, Andrzej Kosior. " Es ist nicht nur eine Auslandsreise für mich. Ich fahre zu unseren Nachbarn, mit denen man einfach gut und exklusiv zusammenarbeiten muss. Ich bin sehr beeindruckt von der Dynamik der Region. Es gibt viele Anknüpfungspunkte für Unternehmen unserer beiden Länder, miteinander zu arbeiten", betonte Minister Dulig. Vize-Marschall Kosior bestätigte: "Ich freue mich sehr, dass Sie hier sind. Die Kontakte von Niederschlesien zu Sachsen sind uns sehr wichtig und wir wollen sie weiter ausbauen."

Einig waren sich der Vize-Marschall und der sächsische Wirtschaftsminister, dass die Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Niederschlesien im Bereich des Tourismus intensiviert werden soll. "Wir sollten uns als eine Region verstehen und gemeinsam um internationale Gäste werben", unterstrich Dulig. Kosior ergänzte: "Gemeinsam können wir unsere Schlagkraft erhöhen. Dafür benötigen wir eine ähnliche Strategie." Auf Arbeitsende sollen nun konkrete Vereinbarungen und Absprachen zwischen den Tourismusgesellschaften getroffen werden.
Auch für das Werben um Touristen auf dem chinesischen Markt soll es gemeinsame Aktivitäten geben. "Wir sind wirtschaftlich mit den Chinesen über eine neue Seidenstraße im Gespräch, wollen diese touristisch aufleben lassen", so der polnische Vize-Marschall. Ähnliche Gespräche führte Wirtschaftsminister Martin Dulig bereits im Frühjahr in China: "Eine enge Anbindung und Zusammenarbeit ist sinnvoll, gerade auf dem riesigen chinesischen Markt sehen wir eine Zukunft. Da macht es wenig Sinn, wenn jeder allein aktiv wird. China sieht uns ohnehin als eine Region."

Viele interessante Eindrücke konnte der Wirtschaftsminister beim Besuch der polnischen Niederlassung des sächsischen ICT-Dienstleisters KOMSA sammeln. ".Als sächsisches Unternehmen, das seit vielen Jahren in Polen erfolgreich am Markt ist, steht KOMSA symbolisch für die Regionalpartnerschaft zwischen Sachsen und Niederschlesien", so der Minister. Das Unternehmen, in Sachsen gegründet und seit 1999 in Polen aktiv, zählt zu den führenden Distributoren und Dienstleistern im Bereich der information and communication technology (ict). Am Standort Breslau arbeiten 300 Mitarbeiter, der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 23 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro.

Am Nachmittag führt Wirtschaftsminister Dulig intensive Gespräche mit Mitarbeitern der niederschlesischen Bahn und Politikern über die Zukunft der Bahnstrecke Dresden-Breslau. Bereits gestern erhielt Dulig viel Zuspruch für seine Forderung, die Bahnstrecke zügig wieder aufleben zu lassen. Während der Eröffnung des Oktoberfestes sagte der Minister: "Die Bahnstrecke ist für Sachsen nicht nur von touristischer Bedeutung, auch für den Austausch von Studenten, für die Wirtschaft und Kultur, sowie im Hinblick auf 2016, wo Breslau europäische Kulturhauptstadt ist und tausende Sachsen kommen wollen, ist die Strecke wichtig."

Quelle: SMWA - Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr