Nationalparkprogramm - Brandenburg profitiert von diesem Schatz

Nationalparkprogramm - Brandenburg profitiert von diesem Schatz

Festveranstaltung zu "25 Jahre Nationalparkprogramm" in Lübbenau im Biosphärenreservat Spreewald

Mit einer Festveranstaltung in Lübbenau im Biosphärenreservat Spreewald würdigt das Land Brandenburg heute die Entwicklung und die Leistungen der Nationalen Naturlandschaften von Brandenburg, deren Entstehung auf das am 12. September 1990 beschlossene Nationalparkprogramm für den Osten Deutschlands zurückgeht.

Aus fünf Nationalparks, sechs Biosphärenreservaten und drei Naturparks bestand damals das "Tafelsilbers der Deutschen Einheit". Zwischen Uckermark und Lausitz sind 1990 die Biosphärenreservate Schorfheide-Chorin und Spreewald und der Naturpark Märkische Schweiz entstanden. In den folgenden Jahren wurde das Netzwerk der Nationalen Naturlandschaften von Brandenburg mit elf Naturparks, drei Biosphärenreservaten und dem Nationalpark Unteres Odertal komplett, ein besonderer Brandenburger Schatz.

Umweltminister Vogelsänger: "Der mit dem Nationalparkprogramm eingeschlagene Weg hat dem Land Brandenburg Wertvolles gebracht. Brandenburgs Tafelsilber ist ein Schatz, auf den wir stolz sind. In den 15 Großschutzgebieten ist Vieles aufgebaut und geleistet worden, von dem das ganze Land profitiert und das oft auch darüber hinaus Strahlkraft besitzt. Die Brandenburger Naturlandschaften sind zu Zentren der Biodiversität und zunehmend zu attraktiven Zielen für Naturtouristen geworden. Vor allem aber sind sie beispielgebend dafür, Naturschutz in die Landnutzungen zu integrieren. Die Chancen, die die Großschutzgebiete mit ihren Entwicklungsimpulsen für das Land bieten, sollen auch in Zukunft genutzt werden."

Die Akzeptanz und Wertschätzung der Naturlandschaften ist hoch. So ergab eine Untersuchung der Universität Greifswald in den Naturparken Barnim, Niederlausitzer Heidelandschaft und Stechlin-Ruppiner Land, dass 83 Prozent der befragten Einwohner im Barnim und im Stechlin-Ruppiner Land und 91 Prozent in der Niederlausitzer Heidelandschaft ihren Naturpark klar bejahen.

Auch am Wettbewerb 2015 "natürlich. nachhaltig. Wir in Brandenburg" in den drei Jubiläumsgebieten, dessen Preisträger im Rahmen der Festveranstaltung geehrt werden, spiegelt sich dies wider. Mehr als 100 Akteure, die die erfolgreiche Entwicklung der ersten drei Brandenburger Großschutzgebiete unterstützen und mitprägen, haben sich mit Projekten aus Natur- und Artenschutz, Tourismus oder Bildung beteiligt.

Zur Jubiläumsbilanz der Nationalen Naturlandschaften zählt auch ein boomender Naturtourismus, der auf einen konsequenten Schutz der Natur und touristische Angebote in hoher Qualität setzt. Dies belegen nicht nur stetig wachsender Besucherzahlen, sondern auch Erfolge wie der Sieg der Uckermark im Bundeswettbewerb um die nachhaltigste Tourismusregion, den 2013 die Tourismus Marketing Uckermark GmbH zusammen mit dem Nationalpark Unteres Odertal, dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Naturpark Uckermärkische Seen errangen. Eine Basis dieses Erfolgs waren unter anderem die vielen nachhaltig und klimaneutral wirtschaftenden Betrieben.

Erste vorliegende Ergebnisse einer aktuellen Studie in den Naturparken Barnim und Niederlausitzer Heidelandschaft belegen die durch die Existenz der Naturlandschafen erzielten ökonomischen Effekte mit eindrucksvollen Zahlen. Beziffert werden die jährlichen zusätzlichen Einnahmen mit rund 24 Millionen Euro im Barnim und mehr als 9 Millionen. Euro in der Heidelandschaft.

Nicht nur über den naturnahen Tourismus oder die Öko-Landwirtschaft ist die Idee der Nationalen Naturlandschaften "Schutz durch Nutzung" immer mehr bei den Bürgerinnen und Bürgern angekommen. Auch mit der Förderung regionaler Produktion und Vermarktungskreisläufe haben Biosphärenreservate und Naturparks dazu beigetragen. Das Ökodorf Brodowin und die Regionalmarke Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sind ein Begriff, der Naturparkjogurt aus dem Barnim oder Heidelamm aus dem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft auf dem besten Wege dazu. Das neue Label "Ein Gewinn für die Artenvielfalt" des Naturparks Märkische Schweiz soll es bald werden.

Auf dem Weg zur "Agenda 2030"

Die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Dr. Verena Metze-Mangold machte deutlich, dass die Leistungen der Brandenburger Großschutzgebiete an den globalen Herausforderungen unserer Zeit zu messen sind. Nachhaltige Entwicklung sei eine Norm, die sich die Weltgesellschaft aus Einsicht und auch aus Notwendigkeit selbst gegeben habe. Die 17 "Ziele nachhaltiger Entwicklung" der "Agenda 2030", die in zwei Wochen in New York verabschiedet wird, verdeutlichten, woran in Brandenburg seit 25 Jahren gearbeitet werde. "Denn wenn auch die Ziele der Vereinten Nationen in der globalen Agenda 2030 sehr ausdifferenziert sind", so Metze-Mangold, "unterscheiden sie sich in der Stoßrichtung wenig von den Ideen des Nationalparkprogramms vor 25 Jahren."

Das daraus hervorgegangene landesweite System der Nationalen Naturlandschaften in Brandenburg auf einem Drittel der Landesfläche, so Metze-Mangold, ist ein Schatz, den es zu hüten und zu pflegen gelte: "Natur im unmittelbaren Umfeld einer wachsenden Welt-Metropole wie Berlin, Beispiele nachhaltiger Landwirtschaft, erlebbare Kulturlandschaften - das sind Alleinstellungsmerkmale, die man in der Welt bereits suchen muss."

Web-Dokumentation des rbb zum Nationalparkprogramm für den Osten Deutschlands unter www.rbb-online.de/nationalparkprogramm.

Quelle: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg