Welzower enttäuscht von Berlin

Absage einer kritische Überprüfung des neuen Tagebaus Welzow Süd II

Die Absage an eine kritische Überprüfung des neuen Tagebaus Welzow Süd II durch die gemeinsame Landesplanungskonferenz von Berlin und Brandenburg in Potsdam, hat in Welzow für Enttäuschung gesorgt. "Statt einen klaren Strich zu ziehen und den neuen Tagebau Welzow Süd II endlich zu den Akten zu legen, werden die Menschen in der Region weiter in Unsicherheit gehalten", kritisierte die Vorsitzende des Welzower Umweltausschusses Hannelore Wodtke. "Auch wir haben ein Recht auf Planungssicherheit. Es wird sich hier kein neues Unternehmen ansiedeln, wenn weiter das Damoklesschwert der Abbaggerung über den Köpfen schwebt", sagte Wodtke. Da Berlins Regierender Bürgermeister sich trotz eines einstimmigen Beschlusses des Berliner Abgeordnetenhauses, nicht eindeutig gegen neue Tagebaue positioniert, muss man sich doch nun fragen, was ist passiert und warum gibt es einen Stimmungsumschwung, gibt Wodtke zu Bedenken.

"Wir fühlen uns betrogen und verraten", sagte die stellvertretende Kreisvorsitzende der Bündnisgrünen Spree-Neiße Karin Noack. Die Welzowerin hatte Hoffnungen in Müller gelegt: "Noch im Juni diesen Jahres kam ein riesiger Tross von Berliner Abgeordneten zu uns nach Welzow. Viele waren erschüttert wie mit der Landschaft und dem Wasser umgegangen wird. Trotz der Zusagen uns zu unterstützen, knickt Müller nun auch vor der Kohlelobby ein", bedauert Noack: "Ich bin maßlos enttäuscht vom Berliner Bürgermeister".

"Berlin muss sich verdeutlichen, dass es am Ende der Kette des Braunkohleabbaus liegt, irgendwann treffen die Folgen auch diese Stadt", sagt Noack. Bedroht wird hauptsächlich das Berliner Trinkwasser durch das Sulfat. Mit der Spree werden die gelösten Substanzen aus der Lausitz nach Berlin geschwemmt. Das Sulfat sprudelt aus dem umliegenden Tagebau Welzow mit Werten von um 800 mg/l und erreicht über die Spree auch Berlin. Sulfate sind an sich nicht giftig, führen aber in höheren Konzentrationen zu Durchfallerscheinungen. Daher hat der Gesetzgeber einen Grenzwert von 250 mg/l beim Trinkwasser festgelegt. Berliner und Brandenburger Wasserwerke müssen für dessen Einhaltung sorgen. Die Kosten dafür müssen von den Wasserkunden getragen werden.

Quelle: Allianz für Welzow