Schloss Altdöbern - Barockensemble in der Niederlausitz in neuem Glanz

Schloss Altdöbern - Barockensemble in der Niederlausitz in neuem Glanz

Kulturministerin Kunst bei zur Eröffnung von restaurierten Räumen im barocken Schloss Altdöbern

Kulturministerin Sabine Kunst spricht ein Grußwort zur Eröffnung des Treppenhauses und fünf restaurierter Rokoko-Säle im Schloss Altdöbern.

"Ich freue mich, dass die Wiederherstellung des Schlosses Altdöbern voranschreitet. Mit der Eröffnung der frisch sanierten Rokoko-Festsäle gewinnt das beeindruckende Barock­ensemble immer mehr an Glanz. Die umfangreichen Baumaßnahmen sind zugleich Investitionen in die regionale Entwicklung: Sie sichern Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Betrieben und lassen in der Lausitz weitere kulturelle Anziehungspunkte entstehen", so Ministerin Kunst. "Ich danke ausdrücklich der Brandenburgischen Schlösser GmbH, die seit ihrer Gründung im Jahr 1992 neben Altdöbern weitere 17 große Schlösser und Herrenhäuser mit ihren Parkanlagen vor dem Verfall gerettet und vielfach einer neuen Nutzung zugeführt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist das Schloss Doberlug: Im frisch sanierten Renaissanceschloss fand im vergangenen Jahr die erste Brandenburgische Landesausstellung statt - mit großem Erfolg: Rund 100.000 Besucher strömten in die Region und besuchten das Kloster- und Schlossensemble. Denkmale in Verbindung mit Kulturveranstaltungen sind aber nicht nur eine ideale Möglichkeit, um den Kulturtourismus anzukurbeln - sie sind Teil unseres historischen Erbes, stiften Identität und tragen zur kulturellen Belebung vor Ort bei. Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr zusätzlich 250.000 und 2016 weitere 500.000 Euro zur Verfügung stellen können, um weitere Projekte zur Erhaltung, Sicherung, Sanierung und Restaurierung von Denkmalen zu unterstützen."

Mit der Fertigstellung von fünf Rokokosälen und des Treppenhauses ist etwa ein Drittel der Gesamtanlage saniert. Zur weiteren Sanierung des Schlosses müssen noch der Marmorsaal, der Westflügel, das Kellergeschoss, das 2. und 3. Obergeschoss sowie der Anbau in Angriff genommen werden. Geplant sind außerdem die Sanierung der Kavalierhäuser, des Gutshofs und des Landschaftsparks. Insgesamt wurden bislang rund 13,7 Millionen Euro in das Gebäude, 1 Million Euro in die Parkanlage und 1,2 Millionen Euro in die Jugendbauhütte investiert. Rund 23 Prozent kamen aus Mitteln der Landesregierung.

Hintergrund:

Schloss und Park Altdöbern entstanden in den Jahren 1717 und 1718 im barocken Stil. 1750 wurde das Schloss von seinem prominentesten Bewohner, dem Kunstgelehrten Carl Heinrich von Heineken, prunkvoll ausgebaut und der Garten um das Sechsfache vergrößert. Heineken ließ das Schloss von namhaften sächsischen Hofkünstlern umgestalten. Schloss und Park gehören zu den bedeutendsten erhaltenen Ensembles des sächsischen Barock. Mit den Beschlüssen des Wiener Kongresses fiel die Niederlausitz und damit auch Altdöbern im Jahr 1815 dem Königreich Preußen zu. Nach 1945 wurde das Schloss bis 1974 als Kinder- und Altenheim genutzt, danach stand es jahrzehntelang leer. Seit 1996 ist das Schloss Altdöbern im Eigentum der Brandenburgischen Schlösser GmbH.

Seit 2009 ist der Schlosspark Altdöbern Einsatzstelle der Internationalen Jugendbauhütte Gartendenkmalpflege. Junge Menschen aus dem In- und Ausland engagieren sich im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes oder eines Europäischen Freiwilligendienstes für die Wiederherstellung und Pflege des Parks. Die fachliche Anleitung erfolgt durch die Brandenburgische Schlösser GmbH in Abstimmung mit der Gemeinde und dem Amt Altdöbern.

Die Brandenburgische Schlösser GmbH wurde im Jahr 1992 vom Land Brandenburg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gegründet. Ihre Aufgabe ist es, bedeutende Schlösser und Herrenhäuser des Landes in ihre Obhut zu nehmen, für die Sicherung und denkmalgerechte Sanierung, Erhaltung und Pflege zu sorgen sowie geeignete Nutzer zu finden. Seit 2004 wird die Brandenburgische Schlösser GmbH ganz überwiegend von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz getragen bzw. finanziert.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg