Görlitz: Rund 2 Millionen Euro für kulturelle Anziehungspunkte

Sanierung der Stadthalle Görlitz

Fördermittelbescheide für Sanierung der Stadthalle Görlitz und für Instandsetzung der ehemaligen Synagoge

Innenminister Markus Ulbig hat heute der Stadt Görlitz zwei Fördermittelbescheide in Höhe von insgesamt 1,96 Millionen Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege übergeben. Die Mittel sollen für die Sanierung der Stadthalle Görlitz und für die Instandsetzung der ehemaligen Synagoge eingesetzt werden.

Innenminister Markus Ulbig: "Die Stadthalle Görlitz und die ehemalige Synagoge Görlitz sind bedeutende sächsische Kulturdenkmale, die über die Stadt hinauswirken. Mit den Fördermitteln können die begonnenen Sanierungen fortgesetzt werden. Gerade die ehemalige Synagoge ist eine beeindruckende sächsische Architekturschöpfung und Symbol für Weltoffenheit und Toleranz. Nach Fertigstellung kann sich Görlitz weiterer kultureller Anziehungspunkte erfreuen."

Das Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaates Sachsen wurde eigens für den Erhalt und die Sicherung national wertvoller und besonders hochwertiger sächsischer Kulturdenkmale aufgelegt. Die Sanierung der Stadthalle Görlitz und der ehemaligen Synagoge gehören zu einem von 20 Vorhaben der Denkmalpflege, die aus Mitteln des Freistaates Sachsen gefördert werden. Neben Görlitz erhalten beispielsweise die St. Wolfgangskirche in Glashütte, die Villa Feistel in Chemnitz, die Klosterkirche St. Peter und Paul in Zittau und der Dom St. Marien in Zwickau Unterstützung für Projekte der Denkmalpflege.

Die Mittel für die Stadthalle Görlitz fließen in den zweiten Bauabschnitt. Dieser umfasst die Sanierung der Nebendächer sowie die Erneuerung der Erdgeschossdecke und der Fenster im großen Saal. Die Fördermittel belaufen sich auf 1,67 Millionen Euro, die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei rund 1,87 Millionen Euro. Gefördert wird der denkmalpflegerische Mehraufwand der vorgenannten Maßnahmen.

Die Fördermittel für die ehemalige Synagoge sollen für restauratorische Maßnahmen im Erd- und Obergeschoss eingesetzt werden. Die Zuwendungssumme liegt bei 300.000 Euro. An der Sanierung der ehemaligen Synagoge beteiligt sich auch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM). Aus dem Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmale" werden 200.000 Euro beigesteuert. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 549.000 Euro.

Hintergrundinformationen

Stadthalle Görlitz

Die Görlitzer Stadthalle wurde von 1906 bis 1910 für die Schlesischen Musikfestspiele errichtet und ist ein Werk des Theaterarchitekten Bernhard Sehring. Das repräsentative Gebäude im Jugendstil verfügt mit der "Sauer-Orgel" über die einzige original erhaltene Konzertorgel mit spätromantischer Klangfarbe. Die Stadthalle Görlitz diente seit der Eröffnung 1910 zahlreichen unterschiedlichen kulturellen Veranstaltungen, darunter Konzerten, Sportereignissen und Messen als Austragungsort. Das Objekt wurde nach der letzten Veranstaltung am 16. Januar 2005 geschlossen und ist seit 2014 auf Grund der akuten Einsturzgefahr bauaufsichtlich gesperrt und nicht mehr öffentlich zugänglich.

Ehemalige Synagoge

Die Synagoge auf der Otto-Müller-Straße 3 wurde am 8. März 1911 eingeweiht. Sie entstand nach den Plänen der bekannten Dresdner Architekten Lossow und Kühne, die auch das Dresdner Schauspielhaus und den Leipziger Hauptbahnhof entwarfen. Sie zählen zu den bedeutendsten Architekten ihrer Zeit. Der Entwurf der Glasfenster stammt von Goller, von Gross der plastische Schmuck, die Malereien von Baranowsky, die Firma Schlag und Söhne aus Schweidnitz (Schlesien) fertigten die Orgel.

Die Synagoge überstand als einzige im Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen die Pogromnacht 1938. Ebenso überstand das Bauwerk die Einwirkungen des 2. Weltkrieges, verfiel jedoch in Zeiten der DDR durch jahrzehntelange Vernachlässigung zusehends. Erst nach 1989 und dem erfolgten Eigentumsübergang zur Stadt Görlitz, konnten dringende Sicherungsmaßnahmen erfolgen. Nach der Sanierung kann das Gebäude z.B. für Konzerte genutzt werden.

Quelle: SMI - Sächsisches Staatsministerium des Innern