NABU Jahresbericht veröffentlicht

NABU Brandenburg veröffentlicht Jahresbericht 2014

  • Über 10.000 Mitglieder
  • Agrarindustrie versus Biodiversität
  • keine Windräder im Wald
  • Biber - Prävention statt Abschuss

http://www.lausitz-branchen.de/medienarchiv/cms/upload/2015/august/nabu-jahresbericht-2014.jpg Mit einem großen Mitgliederzuwachs und aktuell rund 10.500 Mitgliedern und 50 regionalen Gruppen ist der NABU Brandenburg, der in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen begeht, weiterhin auf Wachstumskurs. "Viele Bürger schätzen die Bedeutung des NABU für Schutz und Pflege der Natur und wissen, wie wichtig ein Korrektiv zur aktuellen Umwelt- und Agrarpolitik ist" so Landesvorsitzender Friedhelm Schmitz-Jersch. Dass der NABU als offiziell anerkannter Naturschutzverband dabei die Interessen der Natur, aber auch der Menschen vor Ort berücksichtigt, zeigen aktuelle Themen, die sich im jetzt vorgelegten Jahresbericht für 2014 wiederfinden.

Beispiel Massentierhaltung: immer mehr Bürgerinitiativen suchen den Kontakt zu den Naturschutzverbänden, um die industrielle Tierhaltung zu verhindern oder deren Auswirkungen zu minimieren. Die Bürger wollen nicht, dass Schadstoffe wie Stickstoff oder Antibiotika in großen Mengen in unsere Umwelt gelangen, die einen negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt haben. Aus diesem Grund hat sich der NABU im vergangen Jahr maßgeblich an der Volksinitiative gegen Massentierhaltung beteiligt und unterstützt auch das laufende Volksbegehren intensiv. Darüber hinaus sind bei den Gerichten aktuell Klagen des NABU Landesverbandes gegen die Schweinezuchtanlage Wadelsdorf und die Hähnchenmastanlage Groß Haßlow anhängig. Außerdem läuft das Widerspruchsverfahren gegen die Erweiterung der schon jetzt gewaltigen Schweineanlage Vetschau-Tornitz.

Ein Dauerthema, das den NABU Brandenburg 2014 verstärkt beschäftigte, ist der Verlust der Artenvielfalt in unserer Agrarlandschaft - dramatisch zeigt sich dies z.B. beim anhaltenden Rückgang von Brutvögeln, Amphibien und Ackerwildkräutern. Die Chance, durch entsprechende Agrarumweltmaßnahmen in der neuen EU-Förderperiode hier das Blatt zu wenden, wurde von der Landesregierung vertan. Gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden hatte der NABU bei der EU protestiert, dass das Agrarumweltprogramm zusammengestrichen worden ist und nur ein sehr geringer Teil der jährlich an Brandenburgs Bauern gezahlten Fördergelder in Höhe von über 450 Millionen Euro für Agrarumweltmaßnahmen und den ökologischen Landbau vorgesehen sind.

Ein Thema, das den NABU zunehmend beschäftigt, ist der Biber. 2014 ging der NABU gegen die Sammelverfügung des Landkreises Märkisch-Oderland vor, die eine pauschale Bekämpfung der geschützten Art an ca. 1.000 Gewässerabschnitten nur im Oderbruch zugelassen hätte. Zwei gerichtliche Instanzen bestätigten die artenschutzrechtlichen Bedenken der Naturschützer bei diesem undifferenzierten Vorgehen des Landkreises. Zur Abwehr von konkreten Gefahren, z.B. an Deichen oder Straßen, sind Ausnahmegenehmigungen möglich. Der 7-Punkte-Plan des Umweltministeriums zum Umgang mit dem Biber, der Präventionsmaßnahmen, finanzielle Hilfestellungen für die Wasser- und Bodenverbände und den Einsatz von Bibermanagern enthält, wird vom NABU ausdrücklich begrüßt.

Seine Fachkenntnis hat der NABU Brandenburg 2014 auch bei der Erarbeitung von drei Regionalplänen, die die Nutzung von Windenergie regeln, eingebracht. In den Beteiligungsverfahren hat sich der NABU für eine naturverträgliche Standortwahl eingesetzt. Insbesondere tritt der NABU, unabhängig vom Waldtyp, gegen Windkraftanlagen im Wald ein. Neben den erheblichen Waldverlusten ist u.a. auch eine negative Wirkung auf die Fauna, z.B. bei Fledermäusen zu erwarten. Aus Sicht des NABU muss der von der Landesregierung betriebene starke Ausbau der Windenergie mit der Reduzierung der klimaschädlichen Braunkohle einhergehen. "Nur so können", so Friedhelm Schmitz-Jersch "Klimaschutzziele und Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht werden."

Im Jahresbericht werden auch Beispiele aus der Arbeit der NABU-Aktiven dargestellt. So arbeitet unter dem Dach des Landesfachausschusses Ornithologie eine Gruppe Ehrenamtlicher, ohne die die seltene Wiesenweihe in Brandenburg wahrscheinlich schon ausgestorben wäre. Sie suchen Getreidefelder nach den Nestern des Bodenbrüters ab und stellen in Absprache mit den Landwirten Schutzzäune auf, um diese kleine Fläche von der Bewirtschaftung auszusparen und die Eier und Jungvögel vor Beutegreifern und Wildschweinen zu schützen.

Hier kann der NABU-Jahresbericht 2014 heruntergeladen werden: https://brandenburg.nabu.de/wir-ueber-uns/transparenz/jahresberichte/19388.html

Quelle: NABU Brandenburg