Schraube dreht an der Arbeitszeit

Flexibilisierung bei Formteil- und Schrauben GmbH in Finsterwalde bis zum Umfallen

Schraube dreht an der Arbeitszeit Der Arbeitgeber der Formteil- und Schrauben GmbH in Finsterwalde, will mit Hilfe einer Einigungsstelle dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung aufzwingen. Damit soll der vom Unternehmen und Kunden geforderten Flexibilisierung Rechnung getragen werden.

Was viele Mitarbeiter aufregt ist, dass diese weitere Einschränkung ihrer Selbstbestimmung auch noch als Beitrag zur Sicherung des Standortes verkauft wird. Daher weißt die Belegschaft ein solches Ansinnen mit großer Empörung zurück, arbeiten die Beschäftigten aktuell durch Mehrarbeit durchschnittlich bereits mehr als 40 Stunden je Woche.

Laut Arbeitgeber soll der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten im Rahmen der Schichtplanung sichergestellt und die Belastung für die Beschäftigten so gering wie möglich gehalten werden. So soll je nach Schichtmodell Montag bis Freitag jeweils zwischen 30 und 47,5 Stunden gearbeitet werden.

"Ein Leben mit sozialer Teilhabe ist in unserem Dreischichtbetrieb schon heute kaum möglich", sagt der Betriebsratsvorsitzende Heiko Reimschüssel. Arbeit auf Abruf macht ein geordnetes Familienleben noch weniger planbar, ist allgemein von den Schichtarbeitern zu hören. Nun denken die Beschäftigten über die Verkürzung ihrer Arbeitszeit nach, nach dem Motto: "Arbeitszeit ist Lebenszeit - Es ist Zeit für die 35 Stundenwoche."

Quelle: IG Metall Cottbus & Südbrandenburg