EU-Hilfen für Milchbauern

EU-Hilfen für Milchbauern

Sachsens Agrarminister fordert EU-Hilfen für Milchbauern

Angesichts der anhaltend schlechten Erzeugerpreise für die Milchbauern fordert Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt die EU zum Handeln auf. "Ein Ende der Niedrigpreise ist nicht absehbar. Daher müssen die auf September befristeten Interventionsmaßnahmen der EU auch danach und mit gegebenenfalls größeren Mengen fortgeführt werden", so der Minister. Darüber hinaus forderte der Minister, auch die Interventionspreise anzuheben. "Die Interventionspreise, zu denen die EU Milchprodukte aufkauft, wirken auf dem Markt als Untergrenze für den Milchpreis. Sie wurden zuletzt 2008 auf der Basis der damals anfallenden Kosten kalkuliert. Seitdem sind die Preise für Futter, Kraftstoffe und vieles mehr gestiegen. Daher müssen auch die Interventionspreise angehoben werden, wenn sie den Landwirten wirklich helfen sollen. Eine Prüfung durch den Bund und die EU-Kommission haben die Agrarministerkonferenz bereits im Frühjahr gefordert".

Aktuell erhalten die Milcherzeuger einschließlich aller Zuschläge zwischen 26,5 und 28 Cent pro Kilogramm. Die Kosten liegen auch bei den effizientesten Betrieben deutlich über dieser Marke. "Das heißt, die Betriebe fahren mit der Milchproduktion jeden Tag Verluste ein", betonte der Minister. "Auf Dauer können sie diese auch nicht aus anderen Geschäftsfeldern ausgleichen, wie der Pflanzenproduktion oder der Biogaserzeugung.

Darüber hinaus sprach sich Schmidt erneut für die Einführung steuerfreier Rücklagemöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe als Selbsthilfe in Krisensituationen aus. Diese Maßnahme auf Bundesebene würde den Landwirten ermöglichen, für die zunehmenden Gewinn- und Einkommensschwankungen durch Markt- und Witterungsrisiken Vorsorge zu treffen.

Hintergrund Intervention

Bei überdurchschnittlichen Preisrückgängen auf dem Milchmarkt mit Preisen für Butter und Magermilchpulver unter die Schwellwerte von 2 217 bzw. 1 698 Euro pro Tonne kann die EU die Intervention dieser Produkte auslösen, sie kauft dann von den Mitgliedsstaaten beantragte Mengen zu diesen Preisen auf.

Bei Erreichung der Interventionsschwellwerte der genannten Produkte ergibt sich dann unter Berücksichtigung der Herstellungskosten der Molkerei ein rechnerischer Mindestpreis von 21,5 Cent pro Kilogramm Rohmilch.

Quelle: SMUL - Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft