Aufgepasst bei Schlüsseldienst-Abzocke

Schlüsseldienst-Abzocke

Verbraucherzentrale warnt vor Schlüsseldienst Strauss-Security

Aktuell bereichert sich der Schlüsseldienst Strauss-Security an hilflosen Brandenburgern, deren Tür ins Schloss gefallen ist. Betroffene mussten über 400 Euro für eine simple Türöffnung bezahlen und wurden darüber hinaus bedrängt, das Geld direkt vor Ort zu bezahlen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) warnt eindringlich vor diesem bundesweit agierenden Anbieter: "Wer Zweifel an der Richtigkeit der Schlüsseldienst-Rechnung hat, sollte möglichst nicht vor Ort bezahlen und die Rechnung zunächst von der Verbraucherzentrale prüfen lassen."

Schlüsseldienst sitzt nicht vor Ort

"Strauss-Security steht unter 'AAA Strauss-Security' im Örtlichen Telefonbuch. Somit wird die Firma ganz oben gelistet. Außerdem müssen Verbraucher natürlich davon ausgehen, die Firma sei ortsansässig", berichtet Andreas Baumgart von der VZB. "Das ist aber nicht der Fall. Daher berechnete die Firma anschließend Anfahrtspauschalen von 49 bis 59 Euro." Zum Vergleich: Die Verbraucherzentrale Brandenburg führte im August 2014 einen Marktcheck durch und ermittelte reguläre Preise. Ein Großteil der seriösen Firmen verlangte innerhalb des Ortes keine Fahrtkosten. Wurden sie dennoch berechnet, lagen sie zwischen 50 Cent und 1 Euro pro Kilometer.

Damit Verbraucher nicht auf Betrüger hereinfallen, die nur vorgaukeln, dass sie gleich in der Nachbarschaft sitzen, empfiehlt der Experte: "Verbraucher sollten einen echten örtlichen Schlüsseldienst recherchieren und sich die Nummer notieren, bevor der Notfall eintritt. Vielleicht findet sich auch ein Familienmitglied oder guter Nachbar, bei dem man einen Zweitschlüssel hinterlegen kann."

Hohe Preise für simple Leistung

Hinzu kommen die überteuerten Preise der Strauss-Security: So mussten Brandenburger, die auf diesen Dienstleister hereinfielen, 199 Euro für eine simple Türöffnung bezahlen. Geschah das Unglück am Wochenende oder an einem Feiertag, fielen weitere 50 bis 100 Prozent Zuschläge an. "Bei seriösen Anbietern müssen Verbraucher für das Öffnen einer einfach zugefallenen Tür mit Preisen zwischen 25 und 60 Euro rechnen", so Baumgart. Dazu kann gegebenenfalls ein Wochenend- oder Nachtzuschlag kommen.

Rechnung nicht vor Ort begleichen

Zudem bedrängt die Firma Betroffene, den gesamten Rechnungsbetrag in bar oder per EC-Karte sofort vor Ort zu bezahlen. "Das Geld sieht man nicht wieder", warnt der Verbraucherschützer, vor allem weil die Strauss-Security unter der auf der Rechnung angegebenen Firmenadresse, Bergstraße 7 in Frankfurt (Oder), nicht existiert.

Um sich vor schwarzen Schafen in dieser Branche zu schützen, rät Andreas Baumgart: "Schon am Telefon sollte man nach dem Preis für Anfahrt und Türöffnung sowie nach anfallenden Zusatzkosten fragen. Sobald der Schlüsseldienst eintrifft, sollte nach Möglichkeit eine weitere Person dabei sein." Zweifelt man an der Richtigkeit der Rechnung, sollte man vor Ort möglichst nichts oder nur unter Vorbehalt einen kleinen Betrag bezahlen. "Verbraucher können die Rechnung auch in einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale unabhängig prüfen lassen", ergänzt der Experte.

Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.