Massentierhaltung - Fördermittel nur noch für artgerechte Haltungsbedingungen

Fördermittel nur noch für artgerechte Haltungsbedingungen

Anlässlich der heutigen Pressereise von Agrarminister Jörg Vogelsänger zu einem Putenbetrieb in Gühlen-Glienicke im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat der agrarpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion BENJAMIN RASCHKE die Landesregierung aufgefordert, künftig nur noch Tierhaltungsbetriebe zu fördern, die eine artgerechte Haltung nachweisen können:

"Die Zahl der Tierplätze in der Geflügelhaltung hat in Brandenburg in den vergangenen 20 Jahren um fast 75 Prozent zugenommen, wie die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage unserer Fraktion ergeben hat. Brandenburg verfügt aktuell über etwa 12 Millionen Tierplätze für Legehennen, Hähnchen, Enten und Puten. Weitere Anlagen für zusätzliche 880.000 Tierplätze befinden sich bereits im Genehmigungsverfahren und Minister Vogelsänger setzt auf den weiteren Ausbau der Megaställe. Dieser Trend muss endlich gestoppt werden.

Neben meist problematischen Haltungsbedingungen in den industriellen Tierhaltungsanlagen, hohen Vorkommen an antibiotikaresistenten Keimen und hohen Nährstoffeinträgen in unsere Umwelt ruinieren wir mit billigen Hähnchenfleisch-Exporten beispielsweise nach Afrika auch noch die dortigen Bauern.

Wir brauchen eine Kehrtwende in der Förderung von Tierhaltungsanlagen. Künftig sollten nur noch Tierhaltungsbetriebe Mittel erhalten, die eine artgerechte Haltung nachweisen können. Agrarminister Vogelsänger macht jedoch das Gegenteil: Für Stallbauinvestitionen gibt es im Rahmen der neuen Basisförderung jetzt sogar Fördermittel für niedrigere Tierwohlstandards als in der alten Förderperiode." Diese Basisförderung gehöre komplett abgeschafft.

Laut der Antwort der Landesregierung auf unsere Große Anfrage zur Geflügelhaltung haben sich die Tierplatzzahlen in der Geflügelhaltung (Legehennen, Hähnchen, Enten, Puten) in Brandenburg von 6,8 Millionen im Jahr 1992 auf 11,8 Millionen im Jahr 2012 erhöht. Die Landkreise mit den höchsten Tierplatzzahlen sind Dahme-Spreewald, Oder-Spree und Spree-Neiße. Es befinden sich sechs weitere Mastanlagen mit insgesamt weiteren 880.000 Tierplätzen (vor allem Hähnchenmast) im Genehmigungsverfahren. Alleine in den letzten sechs Monaten des vergangenen Jahres wurden über sechs Tonnen antibiotikahaltige Arzneimittel an Masthühner und Mastputen in Brandenburg verabreicht. Die Bio-Haltung im Geflügelbereich macht nur einen Anteil von vier Prozent aus.

Die Antwort auf die Große Anfrage im Internet: www.gruene-fraktion-brandenburg.de/fileadmin/ltf_brandenburg/Dokumente/Grosse_Anfragen/6_009_GA_Gefluegelhaltung_in_Brandenburg.pdf

Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag