IG Metall zur Zukunftsgestaltung in der Lausitz

Jetzt ist eine Initiative der Arbeitgeber erforderlich

 Zukunftsgestaltung in der Lausitz Wir sind als Gewerkschafter aktiv in vielen Bereichen unterwegs und streiten für gute Zukunftsperspektiven. So findet eine Gesprächsrunde mit dem Wirtschaftsministerium zur Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz am 5. August in Cottbus statt. Die Argumente der Beschäftigten werden in einer Tagung von IG BCE und IG Metall am 18. August auf der Tagesordnung stehen. Weitere Aktivitäten werden folgen.

Als erstes sind jedoch die Arbeitgeber selbst gefordert. Hier müssen ihren teils markigen Worten und Forderungen an die Politik endlich entsprechende Taten folgen. Erster Schritt könnte eine gemeinsame Erklärung im Rahmen des Sozialpartnerdialoges mit der IG Metall sein. Folgen müsste ein klares Bekenntnis zur betrieblichen Mitbestimmung und dem Wert von Tarifverträgen. Mit der gemeinsamen Analyse möglicher Alternativen und einer Qualifizierungsoffensive wären wichtige Eckpfeiler zur Zukunftsgestaltung gesetzt.

Allein im Lausitzer Umfeld von Vattenfall arbeiten 3.000 Beschäftigte (davon 2/3 mit Betriebsrat, viele auch mit Tarifbindung) im Organisationsbereich der IG Metall. Der Strukturwandel bedingt Veränderungen, die bereits heute schon Auswirkungen auf die Auftragslage der Zulieferer und Dienstleister in der Region haben. Tendenziell werden Service-/Instandhaltungsaufträge gestreckt oder verschoben. Als Folge kommt es zu Auftragsrückgängen, Verzögerungen oder Ausfällen. Damit erhöht sich der Druck auf die Beschäftigten, ihre Arbeitsverhältnisse und Tarifvertragsbedingungen.

Dies veranlasst zahlreiche Zulieferer und Dienstleister zu den Überlegungen, wie Kosten eingespart oder das Geschäft mit den Hauptkunden um ein "zweites Standbein" erweitert werden können. Ziel muss es sein, weitere Kunden in neuen Wertschöpfungsketten und ggf. in anderen Regionen zu erschließen, die die Auslastungssituation der Lausitzer Unternehmen stabilisieren und neue Marktchancen eröffnen.

Die Unterstützung bei der Erweiterung ihres Produkt- und Dienstleistungsportfolios durch unternehmensbezogene Potentialanalysen, Vernetzung mit Innovations- und Transferprojekten und der Identifizierung neuer Geschäftsfelder und Kundenbranchen soll durch die IG Metall aktiv begleitet werden. Die beteiligungsorientierte Erarbeitung eigener Positionen, Treffen mit Vertretern der Landesregierung, Teilnahme an der Industriekonferenz, gemeinsame Runden mit Vattenfall und der IG BCE sowie der Dialog mit den Arbeitgebern und Wissenschaft sind Bestandteile unserer Einmischung in die Debatte um die Gestaltung des bevorstehenden Strukturwandels in der Lausitz.

Quelle: IG Metall Cottbus & Südbrandenburg