Waltersdorf (Oberlausitz) Zweiter im Dorfwettbewerb

 Waltersdorf Oberlausitz Zweiter im Dorfwettbewerb

Platz 2 für Waltersdorf im sächsischen Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2015

Staatsminister Thomas Schmidt hat heute (6. Juli 2015) in Rammenau (Landkreis Bautzen) die besten Dörfer im 9. Sächsischen Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ausgezeichnet. Sieger wurde Stangengrün (Landkreis Zwickau) vor Waltersdorf (Landkreis Görlitz) und Zitzschen (Landkreis Leipzig). Außerdem erhielten vier Orte Sonderpreise.

"Stangengrün hat die Wettbewerbsjury mit seiner ganzheitlichen Entwicklung überzeugt", sagte der Minister. "Tradition und Zukunft werden hier besonders nachhaltig miteinander verknüpft. Der Kirchberger Ortsteil hat mit fünf Haupterwerbs- und elf Nebenerwerbslandwirten eine unverändert starke landwirtschaftliche Prägung. Hinzu kommen Stangengrüner Handwerksbetriebe, die die vorhandene Bausubstanz nutzen, als Anbietergemeinschaft kooperieren und handwerkliche Traditionen wie die Bürstenherstellung fortführen." In Stangengrün gibt es zudem gut erhaltene Vierseithöfe, gepflegte Bachauen und Teiche, die zu der Erhaltung des charakteristischen Ortsbildes beitragen. Das vielseitige soziale und kulturelle Leben wird durch Vereine wie den Dorf-, Heimat- und Jugendverein und die Kirchgemeinde geprägt. "Stangengrün zeigt hervorragend, wie Heimatbewusstsein und Weltoffenheit gut zusammen gehen und sich in den Dörfern gerade dadurch Perspektiven bieten" so Schmidt.

Mit Waltersdorf und Zitzschen folgen zwei Dörfer auf den Plätzen, die sich unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen beispielhaft entwickelt haben. Waltersdorf stellt sich den strukturellen Herausforderungen, die auch an einem bekannten Erholungsort nicht vorbeigehen. Der vor dem Verfall bewahrte "Niederkretscham" beherbergt heute das Naturparkhaus "Zittauer Gebirge" und eine Kaffee-Rösterei. Zitzschen hat die jahrzehntelange Beeinträchtigung durch den nahen Tagebau Zwenkau dank der aktiven Dorfgemeinschaft gut bewältigen können. Mit seinem gut bewahrten dörflichen Charakter steht dem Ort eine Zukunft als ländliches Juwel im Leipziger Neuseenland offen. "Es ist beeindruckend, mit welch vielfältigen Ideen sich diese beiden Orte zu den heutigen lebens- und sehenswerten Dörfern entwickelt haben", sagte der Minister.

Sonderpreise gab es für beispielhafte Einzelleistungen in Dörfern. Ausgezeichnet wurden Demitz-Thumitz (Landkreis Bautzen) und Goßdorf (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) für die barrierefreie Gestaltung öffentlicher Einrichtungen und Anlagen. Ein Sonderpreis für beispielhafte Naturschutzmaßnahmen geht nach Erlbach-Kirchberg (Erzgebirgskreis), wo in Regie eines Bio-Landwirtes Hecken und Gehölzstreifen gepflanzt und ein Feuchtbiotop angelegt wurden. Das Dorf Frankenhain (Landkreis Leipzig) erhielt einen Sonderpreis für das beispielhafte Engagement der Einwohner im Verein "Dorfgemeinschaft Frankenhain e. V.".

"Bei jedem einzelnen Preisträger und Teilnehmer des Wettbewerbs hat sich gezeigt, dass sich die Bürger in den Dörfern mit ganzem Herzen für ihre Orte engagieren", so Schmidt. "Wir werden mit der Förderung unserer ländlichen Räume auch weiterhin diejenigen unterstützen, die durch Tatkraft und Initiative innovative Lösungen finden und ein positives Bild der Dörfer schaffen, die die besonderen Werte des ländlichen Raums kennen, erkennen und bekannt machen."

Für die Finalrunde des Landeswettbewerbs hatten sich 17 Dörfer von den 68 Teilnehmern der Kreiswettbewerbe 2014 qualifiziert. Stangengrün und Waltersdorf können Sachsen nun im nächsten Jahr im Bundeswettbewerb vertreten. Weitere Informationen zum Dorfwettbewerb gibt es im Internet unter www.laendlicher-raum.sachsen.de/dorfwettbewerb.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft