Tariferhöhungen im Elektrohandwerk

Langfristiges Tarifergebnis im Elektrohandwerk für Berlin und Brandenburg vereinbart

Tariferhöhungen im Elektrohandwerk IG Metall und Elektrohandwerk vereinbaren für Berlin und Brandenburg Tariferhöhungen für Gesellen und Auszubildende bis zum Jahr 2019

Die IG Metall und der Landesinnungsverband Elektrotechnische Handwerke Berlin Brandenburg (LIV) haben sich auf langfristig neue Tarifentgelte und Ausbildungsvergütungen für Berlin und Brandenburg bis zum Jahresende 2019 verständigt. Die Einkommen für Gesellen erhöhen sich in den nächsten vier Jahren, jeweils zum November, von derzeit 11,60 Euro auf 13,30 Euro im Jahr 2019. Das entspricht im Jahr 2016 einer Erhöhung um 3,88 Prozent, 2017 um 3,32 Prozent, 2018 um 3,61 Prozent sowie um 3,10 Prozent im Jahr 2019.

Die Auszubildendenvergütungen werden ab dem Jahr 2016, zum August / September eines Jahres, um jeweils 30 Euro pro Monat angehoben. Die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr erhöht sich somit von derzeit 550 Euro auf 670 Euro im Jahr 2019. Im vierten Ausbildungsjahr von 700 Euro auf dann 820 Euro monatlich.

Die bestehenden Tarifverträge gelten noch bis zum Jahresende 2015. Die Laufzeit des Tarifvertrages endet am 31.12.2019. Beide Parteien haben eine Erklärungsfrist bis zum 1. September vereinbart, um über die Annahme des erzielten Ergebnisses in ihren Gremien zu entscheiden.

Nach dem Willen der Tarifvertragsparteien sollen die Ausbildungsvergütungen von den Arbeitsministerien erneut als allgemeinverbindliche Tarifentgelte für die gesamte Branche übernommen werden. Den Antrag auf allgemeinverbindliche Anerkennung stellen Landesinnung und IG Metall gemeinsam. Im Oktober beraten die Tarifvertragsparteien über eine weitere Entwicklung der Tarifverträge.

Dazu erklärte Sabine Zach, Verhandlungsführerin der IG Metall in Berlin: "Wir haben mit dem Tarifergebnis eine langfristige Planungssicherheit für das Elektrohandwerk geschaffen. Es bringt für die Beschäftigten gute Perspektiven ihrer Einkommen und setzt ein wichtiges Signal an die junge Generation, einen Beruf im Elektrohandwerk zu ergreifen. Gute Tariflöhne sind ein Erfolgsfaktor für alle Betriebe und deren Nachwuchs. Die angestrebte Allgemeinverbindlichkeit der künftigen Einkommen ist zudem ein wirksames Mittel gegen Lohndumping und Schmutzkonkurrenz in der Branche."

Knapp 25.000 Menschen arbeiten in der gemeinsamen Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg im Elektrohandwerk, davon rund 13.000 in Brandenburg und 12.000 in Berlin. Bundesweit sind rund 22.000 Unternehmen mit etwa 400.000 Beschäftigten im Elektrohandwerk tätig.

Von den bestehenden Mindest-Ausbildungsvergütungen durch Allgemeinverbindlichkeitserklärung profitieren in Berlin etwa 800 und in Brandenburg rund 500 Auszubildende, deren Ausbildungsbetriebe bisher keinen Tarifvertrag anwendeten. Der Tarifvertrag ist auf den Internetseiten des Gemeinsamen Tarifregisters Berlin und Brandenburg abrufbar.

Quelle: IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen