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Fazit zur Be­sich­ti­gungs­fahrt der Vat­ten­fall Ta­ge­baue

Be­sich­ti­gungs­fahrt der Vat­ten­fall Ta­ge­baue

Berlin und Brandenburg müssen gemeinsam Perspektive für Kohleausstieg entwickeln

Am 24. Juni wer­den Ab­ge­ord­ne­te Bran­den­burgs und Ber­lins eine ge­mein­sa­me Be­sich­ti­gungs­fahrt der Vat­ten­fall Ta­ge­baue un­ter­neh­men und an­schlie­ßend in einer ge­mein­sa­men Sit­zung über die län­der­über­grei­fen­den Kon­se­quen­zen des Braun­koh­le­ta­ge­bau­es - und sei­ner Aus­wir­kun­gen auf die Ge­wäs­ser - de­bat­tie­ren. Aus­lö­ser ist die zu­neh­men­de Sul­fat­be­las­tung der Spree und die damit ver­bun­de­nen Ge­fähr­dung der Ber­li­ner Trink­was­ser­ver­sor­gung.

An­läss­lich die­ses bi­la­te­ra­len Po­li­ti­kereig­nis­ses, for­dern BUND Bran­den­burg und BUND Ber­lin die Par­la­men­ta­ri­er auf, end­lich An­stren­gun­gen zu un­ter­neh­men, den immer drän­gen­der wer­den­den Aus­stieg aus der Kohle schnellst­mög­lich zu or­ga­ni­sie­ren und ent­spre­chend kon­kre­te Hand­lungs­op­tio­nen zu er­ar­bei­ten.

Die ak­tu­ells­ten Pro­ble­me des Braun­koh­le­ta­ge­bau­es für Ber­lin und Bran­den­burg sind die Ei­sen­oxid- und die Sul­fat­be­las­tung der Spree, die so­wohl als Alt­last, als auch durch die ak­ti­ven Vat­ten­fall - Ta­ge­baue die Ge­wäs­ser­qua­li­tät bei­der Bun­des­län­der ge­fähr­det. Der BUND for­dert dazu auf, end­lich ge­eig­ne­te Maß­nah­men zu er­grei­fen, damit die Qua­li­tät des Trink­was­sers der Bun­des­haupt­stadt ge­währ­leis­tet wer­den kann Der stei­gen­de mess­ba­re Trend der Sul­fat­wer­te muss um­ge­kehrt wer­den. Der Grenz­wert von 250 mg/l wird mit 280 mg/l bei Rahns­dorf am Müg­gel­see bei Wei­tem über­schrit­ten. Damit ist mit­tel­fris­tig die Trink­was­ser­ver­sor­gung von drei Mil­lio­nen Ber­li­nern be­droht. Au­ßer­dem dro­hen mas­si­ve wirt­schaft­li­che Schä­den an Brü­cken und Rohr­leitungs­sys­te­men durch Be­ton­fraß. In der Lau­sitz und im Spree­wald sind da­ge­gen die "brau­ne" Spree und die toten, mit Ei­sen­schlamm ver­seuch­ten Fließ­ge­wäs­ser rund um die Ta­ge­baue zum Syn­onym für die Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit der Koh­le­lob­by ge­wor­den. "Un­ge­ach­tet der immer grö­ßer wer­den­den Pro­ble­me, die wir so­wohl durch die ak­ti­ven Ta­ge­baue und Koh­le­kraft­wer­ke auf uns zu­kom­men sehen, als auch durch die Alt­las­ten, die Ewig­keits­kos­ten, die in­trans­pa­ren­ten Haf­tungs­fra­gen und un­zu­rei­chen­den Rück­stel­lun­gen für Berg­bau­schä­den, die uns min­des­tens die nächs­ten 200 Jahre be­glei­ten wer­den, ist so­for­ti­ges Han­deln bei den drän­gends­ten Fra­gen un­um­gäng­lich" sagt Mat­thi­as Krüm­mel, En­er­gie­re­fe­rent des BUND Ber­lin.

Win­fried Lü­cking, Ge­wäs­ser­ex­per­te des BUND, stellt fest: "Das Trink­was­ser wird aus Havel und Spree ge­won­nen. Wer die Grund­la­ge un­se­res Trink­was­sers be­las­tet, ge­fähr­det die Ge­sund­heit der wach­sen­den Mil­lio­nen-Me­tro­po­le Ber­lin und treibt die Kos­ten für die Trink­was­ser­ver­sor­gung hoch. Die Pro­ble­ma­tik ist seit Jah­ren be­kannt, doch es feh­len ent­spre­chen­de Maß­nah­men, um die­ser Ge­fähr­dung zu be­geg­nen. Vat­ten­fall scheint das Pro­blem auf Kos­ten der Be­völ­ke­rung aus­sit­zen zu wol­len."

Von daher for­dert der BUND, dass nach dem Ver­ur­sa­cher­prin­zip alle er­for­der­li­chen Maß­nah­men von Vat­ten­fall über­nom­men wer­den, die die Ein­hal­tung der Was­ser­rah­men­richt­li­nie - ins­be­son­de­re die Be­ach­tung des Ver­schlech­te­rungs­ver­bots - nötig ma­chen. Zudem müs­sen all­ge­mein gül­ti­ge Grenz­wer­te für die Ein­lei­tung der Gru­ben­ab­wäs­ser aus Ta­ge­bau­ge­bie­ten fest­ge­legt und das Mo­ni­to­ring durch ein ge­eig­ne­tes Netz an Mess­stel­len aus­ge­wei­tet wer­den. Au­ßer­dem müs­sen die über­hol­ten Pro­gno­sen drin­gend ak­tua­li­siert wer­den, damit weder die Bran­den­bur­ger noch die Ber­liner Was­ser­wer­ke wie­der von stei­gen­den Frach­ten "über­rascht" wer­den. Mat­thi­as Krüm­mel: "Die Par­la­men­ta­ri­er müs­sen kon­kret auf ge­eig­ne­te Rück­stel­lun­gen für Schä­den drän­gen, die durch die Koh­le­indus­trie ver­ur­sacht wor­den sind. Am Struk­tur­wan­del, dernur ohne Kohle ge­lin­gen wird, müs­sen Bran­den­burg und Ber­lin ein ge­mein­sa­mes In­ter­es­se haben."

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V.

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Tags:
Berlin, Brandenburg, BUND, Tagebau
Datum:
Donnerstag, 25. Juni 2015, 12:02 Uhr
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