Protest von 300 KohlegegnerInnen in Proschim

300 KohlegegnerInnen protestieren in Proschim

Lausitzer Klimacamper proben Protest in Proschim - im August wird es ernst JA zur Lausitz - NEIN zu neuen Tagebauen

Rund 300 Kohlegegner*innen haben sich am Samstag in Proschim eingefunden, dem Dorf, das laut den Plänen der Landesregierung von Brandenburg dem Tagebau Welzow Süd-II weichen soll. Die Aktiven aus Berlin, Brandenburg und Sachsen haben zusammen mit den Anwohner*innen ein Menschenbild geformt. Das gelbe X symbolisiert von Gorleben bis Beeskow, von der Altmark bis in die Lausitz, den Widerstand gegen die fossile Energieerzeugung und fordert die konsequente Umsetzung der Energiewende.

Um Tagebau-Betroffene zum Protest weiter zu ermutigen und zu unterstützen, wird das Camp dieses Jahr in Groß Gastrose bei Guben zu Gast sein. "Viele Einwohner*innen von Groß Gastrose, Taubendorf, Kerkwitz, der Stadt Guben und umliegender Orte sehen dem Camp wohlgesonnen entgegen, da ihnen die Internationale Anti-Kohle-Kette vom letzten Jahr noch in guter Erinnerung geblieben ist" sagt Antje Kirchner, eine der Organisator*innen des Lausitzcamps.

Anknüpfend an die erfolgreiche, acht Kilometer lange Menschenkette gegen neue Kohletagebaue diesseits und jenseits der Neiße vom 23. August 2014 plant das Organisationsteam viele bunte Aktionen rund um das Thema Tagebau, Umsiedlung, Trinkwasserversorgung sowie der Kraftwerke und ihrer Einflüsse auf Umwelt- und Gesundheit.

In Brandenburg gibt es eine große Abweichung zwischen politischem Willen und öffentlicher Meinung. Die Öffentlichkeit steht zum geordneten Kohleausstieg und einer echten Energiewende. Doch setzt die brandenburgische Regierung auch in Zeiten des Klimawandels weiter auf die klimaschädliche Braunkohle. Dem muss ein Ende gesetzt werden. Daher will das Klima- und Energiecamp überregional auf die Kohleproblematik aufmerksam machen.

Die Auswirkungen des Klimawandels beschränken sich nicht nur auf die regionale und nationale Ebene, sondern sind weltweit Ursache für langfristige sozial-ökologische Folgen wie Klimaextreme und Flüchtlingsströme. Dies wird heute bereits deutlich.

Der Weltklimarat IPCC warnt in seinen Prognosen vor gefährlichen, unumkehrbaren Prozessen bei einer globalen Erderwärmung von 1,5°C. Bei der aktuellen Produktions-, Wirtschafts- und Konsumweise steuert die Weltgemeinschaft gerade auf 3° bis 4°C globaler Erderwärmung zu. Laut einer Studie der internationalen Organisation 350.org müssen 80% der bekannten Kohlereserven im Boden bleiben, um die politische 2°C - Grenze nicht zu überschreiten. Doch die dringend notwendigen gesetzlichen Maßnahmen, wie die in Deutschland ursprünglich geplante Klimaabgabe, bleiben aus.

Das Klima-Camp findet vom 5. bis 9. August in Groß Gastrose statt und lädt alle Interessierten herzlich ein. 5. Lausitzer Klima- und Energiecamp vom 5. bis 9. August 2015 in Groß Gastrose bei Guben.

Quelle: Presse-AG des Lausitzcamps