Neues Innovationszentrum Moderne Industrie in Cottbus

Innovationszentrum Moderne Industrie in Cottbus

Innovationszentrum Moderne Industrie der BTU Cottbus-Senftenberg nimmt im Juli die Arbeit auf

  • Neue Anlaufstelle für den Mittelstand
  • Internet-Portal www.imi4bb.de ab heute freigeschaltet

Potsdam / Cottbus - Das "Innovationszentrum Moderne Industrie Brandenburg" an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) nimmt Anfang Juli seine Arbeit auf. Damit entsteht eine neue Anlauf- und Beratungsstelle für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich den Herausforderungen der zunehmenden Vernetzung von Produktion und Informationstechnologien stellen wollen. Mit dem Innovationszentrum hat das Wirtschaftsministerium im Schulterschluss mit dem Wissenschaftsministerium eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Das Internet-Portal dieser neuen Transfer-Plattform ist seit heute unter www.imi4bb.de freigeschaltet.

"Während die Digitalisierung der Produktion für große Unternehmen längst eine Selbstverständlichkeit ist, können kleine und mittlere Betriebe diese Umwandlung aus eigener Kraft oft nicht bewältigen. Und Brandenburg ist ein Land des Mittelstandes. Nahezu 95 Prozent unserer Firmen im Verarbeitenden Gewerbe sind kleine und mittlere Unternehmen. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Innovationszentrum an der BTU zu installieren. Dort erhalten unsere Unternehmen Rat und Unterstützung von Experten aus Wissenschaft und Forschung. Nur eine moderne Industrie kann sich im Wettbewerb behaupten", erklärte Wirtschaftsminister Albrecht Gerber.

Wissenschaftsministerin Sabine Kunst sagte: "Innovationen und Wissenstransfer sind von grundlegender Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs und die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft ist für beide Seiten von Vorteil: Die Unternehmen profitieren von den Ideen und dem Know-how aus der Wissenschaft, die Hochschulen können mit dem Kontakt zur Wirtschaft ihre Forschung und Lehre weiterentwickeln. Die an der BTU Cottbus-Senftenberg entwickelte Transfer-Plattform ist ein überaus positives Beispiel für diese Vernetzung und trägt gemeinsam mit unserer gerade gestarteten Transfer-Offensive zur deutlichen Stärkung und Weiterentwicklung der Transferaktivitäten und -strukturen an den Hochschulen bei."

Das Herzstück des "Innovationszentrums Moderne Industrie Brandenburg", angesiedelt am Lehrstuhl Automatisierungstechnik, ist das Angebot sogenannter Innovations-Check-Ups. Wissenschaftler aus dem Cottbuser Innovationszentrum analysieren für die Ratsuchenden den Modernisierungsbedarf in den Betrieben. Die Empfehlungen können dann mit Unterstützung brandenburgischer Hochschulen und außeruniversitärer Einrichtungen umgesetzt werden. Zudem können sich Unternehmen vor Ort in Cottbus in einer Modellfabrik die Möglichkeiten von Digitalisierung und Automatisierung anhand von Beispielen demonstrieren lassen.

Ulrich Berger, Inhaber des Lehrstuhls Automatisierungstechnik an der BTU, erklärte: "Wir erleben eine rasante Entwicklung bei der Kopplung des Internet der Dinge und Dienste mit der industriellen Wertschöpfung. Wir suchen an der BTU nun gemeinsam mit den klein- und mittelständischen Unternehmen passgenaue und brauchbare Lösungen für die Industrie 4.0. Mit dem Innovationszentrum haben wir die einzigartige Chance im Land Brandenburg, diesen Prozess praxisnah zu gestalten."

Thorsten Ladwig, Geschäftsführer der FlammSyscomp GmbH & Co. KG, Hennigsdorf, fügte hinzu: "Technologische Marktführerschaft als Garant für wirtschaftlichen Erfolg ist nur durch gezielte Vernetzung von innovativer Forschung und industrieller Anwendung möglich. Unsere Kunden erwarten von uns mittelständischen Lieferanten eine digitale Vernetzung nach innen und außen. Da das meist nicht unser Kerngeschäft ist, muss die fehlende Lobby in der digitalen Welt häufig durch enorme Eigenleistungen kompensiert werden. Ob das Innovationszentrum die hohen Erwartungshaltungen der Unternehmen erfüllt, bleibt abzuwarten. - Wir werden es testen!"

Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg