Niederlausitz - 25 Jahre Wendisches Haus

25 Jahre Wendisches Haus in Cottbus

25. Jubiläum des Wendischen Hauses -Ort für die Anliegen der Sorben/Wenden im Land Brandenburg

Kulturstaatssekretär Martin Gorholt spricht als Beauftragter der Landesregierung für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden ein Grußwort zum 25. Jubiläum des Wendischen Hauses. "Das Wendische Haus steht für die Lebendigkeit wendischer Kultur, Wissenschaft und Politik im Land Brandenburg. Es ist nicht nur eine Heimstatt sorbischer Institutionen und Verbände in der Niederlausitz - es trägt mit dem Engagement der dort untergebrachten Einrichtungen und Verbände maßgeblich dazu bei, die Geschichte, Sprache und Kultur der in der Lausitz lebenden Sorben/Wenden bekannt zu machen und den sorbischen/wendischen Anliegen im Land Gehör zu verschaffen. Ich wünsche dem Wendischen Haus weiterhin viel Erfolg bei der Förderung sorbischer/wendischer Identität im Land Brandenburg."

Das Wendische Haus/Serbski dom wurde im Juni 1990 eröffnet und ist das institutionelle Zentrum der Sorben/Wenden in der Niederlausitz. Es beherbergt die Sorbische Kulturinformation "Lodka"/Serbska kulturna informacija "LODKA", die Niedersorbische Bibliothek, die Cottbuser Zweigstelle des Sorbischen Instituts/Serbski institut Chóśebuz, die Regionalbüros Cottbus und Niederlausitz der Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V./Zwězk Łužyskich Serbow z.t., regionalny běrow Chóśebuz & Dolna Łužyca, die Außenstelle Cottbus der Stiftung für das sorbische Volk/Załožba za serbski lud, die Außenstelle Cottbus des Domowina-Verlages sowie das Niederlausitzer Kontaktbüro des Sorbischen Nationalensembles. Zudem wird der Klubraum des Wendischen Hauses von zahlreichen sorbischen/wendischen Vereinen für kulturelle, politische und wissenschaftliche Veranstaltungen genutzt.

Die Sorbische Kulturinformation informiert mit Veranstaltungen und Ausstellungen über die Geschichte, Sprache und Kultur der in der Lausitz lebenden Sorben/Wenden. Sie wurde am 06. März 1992 in Cottbus eröffnet und ist eine Einrichtung der Stiftung für das sorbische Volk.

Das Sorbische Institut mit Sitz in Bautzen und Außenstelle in Cottbus erforscht die Sprache, Geschichte und Kultur der Sorben/Wenden in der Ober- und der Niederlausitz in Vergangenheit und Gegenwart. Das Institut wurde zum 01. Januar 1992 gemeinsam von den Ländern Brandenburg und Sachsen gegründet.

Die Domowina ist ein unabhängiger Dachverband sorbischer/wendischer Vereine der Ober- und Niederlausitz. Sie vertritt die politischen Interessen der Minderheit in Brandenburg und Sachsen und fördert die sorbische/wendische Sprache und Kultur. Die Domowina geht auf den 1912 ins Leben gerufenen und 1937 verbotenen Bund Lausitzer Wenden zurück und wurde im Mai 1945 in seiner jetzigen Form wieder neu gegründet.

Die Stiftung für das sorbische Volk unterstützt als gemeinsames Instrument des Bundes und der Länder Brandenburg und Sachsen die Bewahrung, Entwicklung, Förderung und Verbreitung der sorbischen Sprache, Kultur und Traditionen. Sie wurde 1991 in Sachsen gegründet, im Jahr 1998 unterzeichneten Sachsen und Brandenburg einen Staatsvertrag.

Mit dem zum 01. Juni 2014 novellierten brandenburgischen Sorben/Wendengesetz will die Landesregierung die Kultur und Sprache der nationalen Minderheit in ihrem angestammten Siedlungsgebiet besser schützen. Staatssekretär Martin Gorholt ist der erste Beauftragte der Landesregierung für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden. Seine Aufgabe ist die Koordination der Ministerien und die Zusammenarbeit mit den sorbischen/wendischen Verbänden und Institutionen. Der Sorbenbeauftragte steht allen Bürgerinnen und Bürgern sorbischer/wendischer Volkszugehörigkeit sowie ihren Verbänden als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine weitere Aufgabe besteht in der Weiterentwicklung des Minderheitenrechts im europäischen und internationalen Rahmen.

Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz langer Assimilierungsbemühungen früherer staatlicher Herrscher ihre eigene Sprache und ihre von zahlreichen Festen und vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Die Länder Brandenburg und Sachsen und der Bund unterstützen die Bemühungen der Sorben/Wenden, ihre angestammte nationale Identität zu bewahren und weiterzuentwickeln. Das geschieht unter anderem durch die Stiftung für das sorbische Volk, die mit derzeit jährlich 17,8 Millionen Euro von den drei Geldgebern gefördert wird. Davon trägt das Land Brandenburg rund 2,9 Millionen Euro. Die Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben sind in diesem Jahr in das erste deutsche UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg