Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg (AGFK BB) gegründet

Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg (AGFK BB) gegründet

Landrat Stephan Loge ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg (AGFK BB)

Wie lässt sich die Sicherheit im Radverkehr verbessern? Welche Herausforderungen bestehen bei Bau und Pflege von Radwegen? Wie kann der Radverkehr besser mit anderen Verkehrsträgern vernetzt werden? Dies sind nur einige Fragen, mit denen sich die Kommunen im Land Brandenburg immer wieder beschäftigen. Um besser voneinander zu lernen und die Kräfte zu bündeln, nahm heute anlässlich des 4. Nationalen Radverkehrskongresses in Potsdam, die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg (AGFK BB) ihre Arbeit aufnehmen.

Beim Gründungsakt waren Verkehrsstaatssekretärin Katrin Lange und Stephan Loge, Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, dabei.

"Wir freuen uns über die neue Form der kommunalen Zusammenarbeit. Die Kommunen und Landkreise stehen oft vor ähnlichen Herausforderungen, die sie gemeinsam besser meistern können als allein. Wir hoffen auf neue Ideen und gute Praxisbeispiele wie Radverkehr noch attraktiver gemacht werden kann. So wie kaum ein anderer Verkehrsträger, trägt der Radverkehr zur Nachhaltigkeit bei. Gleichzeitig ist der Radtourismus zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor im Land geworden. Dies weiter zu fördern, ist eines unserer wichtigsten Anliegen", sagte Lange.

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, ist der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge: "Auf Landkreisebene ist die Förderung des Radverkehrs integraler Bestandteil einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie. Dabei bleibt die Thematik immer eine Querschnittsaufgabe für verschiedene Ressorts. Wichtigstes Anliegen ist es, landesweit alle Radverkehrsaktivitäten zu bündeln und besser zu vernetzen. In unserem Landkreis arbeiten wir seit sechs Jahren sehr erfolgreich in einer AG Rad Dahme-Spreewald zusammen. Die Gründung einer landesweiten AG Radverkehr war in Brandenburg überfällig und wird wichtige Synergieeffekte für den Ausbau des Radnetzes erzeugen.

So erwarte ich eine optimale Verteilung der zur Verfügung stehenden Bundes- und Landesmittel für Investitionen im Radverkehr." Ähnliche Arbeitsgemeinschaften haben sich in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg bereits etabliert. In Brandenburg zählen zu den Gründungsmitgliedern die Landkreise Dahme-Spreewald, Märkisch-Oderland, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Mit dabei sind auch die Städte Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder), Potsdam, Eberswalde, Luckenwalde, Neuruppin, Oranienburg, Perleberg und Treuenbrietzen.

Hintergrundinformationen zum touristisches Radfernroutennetz Brandenburg

Radwege an Bundes- und Landesstraßen ca. 2.000 km Touristisches Radfernroutennetz über 7.000 km Investitionen in die Infrastruktur seit Mitte der 1990-er Jahre.

  • Mehr als 200 Mio. € für Radwegenetz an Bundes- und Landesstraßen
  • Mehr als 200 Mio. € für touristische Fernradrouten

Im Rahmen der ländlichen Entwicklung unterstützte die Landesregierung mit Mitteln des Europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums ELER sowie Bundes- und Landesmitteln den Ausbau regionaler touristischer Radwege. Außerdem wurde der Ausbau land- und forstwirtschaftlicher Wege unterstützt, die auch für den Radverkehr genutzt werden. In der Förderperiode 2007-2013 wurden hierfür rd. 11 Mio. € eingesetzt. Auch in der jetzigen Förderperiode ist der Ausbau des Radwegenetzes ein Schwerpunkt der Tourismusentwicklung in den regionalen Entwicklungsstrategien der LEADER-Regionen*.

Radroutennetz

  • 28 Radfernrouten und mehr als 20 überregionale Radrouten
    • 17 der 51 deutschlandweiten Routen verlaufen durch Brandenburg
    • ca. 25 % der Urlaubsgäste im Land Brandenburg fahren Rad
    • ca. 850 Mio. € Gesamtumsatz pro Jahr durch Radtourismus im Land Brandenburg
  • derzeit ca. 23.000 Fahrradstellplätze an B+R-Plätzen insbesondere an Bahnhöfen und im Bahnhofsumfeld
  • ca. die Hälfte der Anlagen bereits optimal ausgestattet (z.B. mit Überdachung, diebstahlsicher)

Für den Erhalt des touristischen Radfernroutennetz stellt die Landesregierung den Landkreisen Bundes- und Landesmittel in Höhe von ca. 40 Mio. € bis zum Ende der Legislaturperiode in 2019 zur Verfügung. Für straßenbegleitende Alltagsradwege werden künftig mindestens 50 % der zur Verfügung stehenden Mittel für die Erhaltung eingesetzt.

* LEADER (Liaison entre actions de développement de l'économie rurale) EU-Förderprogramm für Entwicklungsprojekte im ländlichen Raum

Quelle: Landkreis Dahme-Spreewald