18. Frankfurter Archäologentag

Archäologentag und Jahrestagung der Archäologischen Gesellschaft Ende Mai in Frankfurt (Oder)

Zusammen mit der Jahrestagung der Archäologischen Gesellschaft in Berlin und Brandenburg findet in diesem Jahr vom 29. bis zum 31. Mai der 18. Frankfurter Archäologentag statt.

Die Veranstaltung wird vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM), der unteren Denkmalschutzbehörde Frankfurt (Oder), der Archäologischen Gesellschaft in Berlin und Brandenburg und dem Museum Viadrina organisiert und ist thematisch zweigegliedert.

Im ersten Teil wird am Samstagvormittag im kleinen Stadtverordnetensaal des Rathauses ab 9:00 Uhr über die neusten Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen in Frankfurt (Oder) berichtet. Projekte wie die Fernwärmetrasse entlang der Slubicer Straße, die Ausgrabungen an der Arbeitsagentur, das Bolfrashaus, und Grabungen rund um das Georgenhospital werden hierbei im Mittelpunkt stehen.

Das zweite Tagungsthema der Archäologischen Gesellschaft in Berlin und Brandenburg beschäftigt sich anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges mit den archäologischen Spuren von Krieg und Gewaltherrschaft. Konzentrations-, Zwangsarbeiter- oder Gefangenenlager, aber auch Spuren des Krieges, werden durch die größer werdende zeitliche Differenz immer stärker zum Objekt archäologischer Forschung. Die Archäologie bekommt dabei zunehmend eine wichtige Funktion in der Erfassung der materiellen Hinterlassenschaften von Krieg und Gewaltherrschaft und versucht somit, einen Beitrag gegen das Vergessen dunkler Kapitel der deutschen Geschichte zu leisten.

Der zweite Teil der Tagung wird am Freitag, dem 29. Mai, um 18 Uhr im Museum Viadrina von Martin Schiek mit einer Führung durch die Sonderausstellung "Frankfurt (Oder) im 1. Weltkrieg" und um 19 Uhr mit dem Abendvortrag Reinhard Bernbecks zu archäologischen Spuren von Gewaltherrschaft eingeleitet.

Am folgenden Samstag konkretisieren im Rathaus im Anschluss an den Frankfurter Archäologieblock ab 11:30 Uhr zehn Vorträge Beispiele aus der Archäologie des 20. Jahrhunderts. Hierbei werden Ergebnisse der Konzentrationslagerforschung, wie in Ravensbrück und Sachsenhausen, Forschungen zu Zwangsarbeiterlager in Brandenburg und Berlin, aber auch Waldlager der Roten Armee vorgestellt. Schließlich bearbeitet Joachim Wacker vom Brandenburgischen Archäologischen Landesamt die Frage, ob Kriegstote und Flugzeugwracks auch noch zur Archäologie gehören.

Die am Rathaus beginnende Exkursion am Sonntag, den 31. Mai, führt ab 9:00 Uhr unter der Leitung des Gebietsreferenten Martin Petzel (BLDAM) durch das kriegsgeschundene Land nördlich von Frankfurt (Oder) und westlich der Oder. Hierbei werden die noch sichtbaren Spuren exemplarisch aufgezeigt.

Die Vorträge am Freitag und Samstag sind kostenfrei für alle Interessierten zu besuchen.

Der Beitrag für die Exkursion beträgt 15 €. Es wird um Anmeldung beim archäologischen Landesamt gebeten (sabine.vogel@bldam-brandenburg.de).

Quelle: PM Stadt Frankfurt (Oder)